FC Bayern: Kingsley Coman fällt gegen Chelsea aus - Perisic und Coutinho als Optionen

Der FC Bayern muss ohne den angeschlagenen Kingsley Coman ins Champions-League-Duell gegen den FC Chelsea gehen. Das bringt Trainer Hansi Flick ins Grübeln - allerdings nicht, weil es Probleme gibt, den Franzosen adäquat zu ersetzen. Im Gegenteil: Mit Philippe Coutinho und Ivan Perisic bieten sich zwei starke Alternativen an. Flick überlegt nur noch angestrengt, wem er den Vorzug geben soll.

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War das nun Taktik oder weiß er es wirklich noch nicht? Hansi Flick jedenfalls betonte auf der Pressekonferenz vor dem Achtelfinal-Rückspiel gegen Chelsea, dass er erst am Samstag entscheiden werde, ob er nun mit Coutinho oder Perisic ins Spiel geht.
Von der Entscheidung hängt viel ab, denn der Brasilianer und der Kroate sind zwei komplett verschiedene Spielertypen, was sich auf das Spiel der Bayern auswirken wird.
"Ivan", dozierte Flick, habe "mehr Dynamik in der Offensive". Der 31-Jährige ist nur auf Leihbasis von Inter Mailand beim deutschen Rekordmeister, der Vertrag wurde aufgrund der Verschiebungen in der Champions League bis 31. August verlängert. Was danach passiert? Offen.

Flick überschlägt sich vor Lob

Fest steht, dass Perisic bei seinen 31 Pflichtspieleinsätzen - davon nur vier über 90 Minuten - meist eine sehr gute Figur machte. Wenn er gebraucht wurde, war er da. So etwa im DFB-Pokal-Halbfinale, als Perisic die Bayern beim knappen 2:1 gegen Eintracht Frankfurt in Führung brachte.
Sechs Tore und zehn Vorlagen steuerte der Vizeweltmeister insgesamt bei in der laufenden Saison, allerdings mit fallender Tendenz nach der Knöchelverletzung und Coronapause (ein Tor, zwei Assists). Ein Einsatz in der Königsklasse wäre die große Chance, noch einmal Argumente in eigener Sache zu sammeln.
Wenn ihm Flick nicht einen Strich durch die Rechnung macht und auf Coutinho setzt, dem er "eine sehr gute Form" attestierte.
"Ich mag ihn als Spieler und Person sehr. Seine Fähigkeiten sind einzigartig", überschlug sich der Coach fast vor Lob. Im Unterschied zum dynamischen Perisic sei der 28-Jährige einer, "der der Mannschaft einen Tick mehr geben kann, wenn man Ballbesitz braucht".
Coutinho kommt bislang auf 23 Pflichtspiele, sechs davon über 90 Minuten. Wie Perisic steht auch der Südamerikaner vor einer ungewissen Zukunft, es wird über einen Wechsel zum FC Liverpool spekuliert.
Im Vergleich zum Kroaten hat der Supertechniker den Vorteil, dass er variabler ist. "Philippe kann nicht nur auf der Außenbahn, sondern auch auf der Zehn spielen", so Flick.
Tatsächlich stellte ihn der 55-Jährige überwiegend im zentralen Mittelfeld auf, insgesamt 15 Mal. Coutinho habe "am Anfang ein wenig gebraucht, weil die Fitness nicht ganz so gut war". Die Sprunggelenksprobleme, die ihn vom 26. bis 33. Bundesliga-Spieltag außer Gefecht setzten, sind überstanden.

Coutinho oder Perisic? Neuer sieht's locker

Was Coutinho mit Perisic verbindet: eine ordentliche Anzahl an Torbeteiligungen (acht Treffer, neun Vorlagen). Und auch Coutinho, vom FC Barcelona nur ausgeliehen und angesichts der exorbitant hohen Kaufoption (120 Millionen Euro) kein Thema für eine Weiterbeschäftigung bei Bayern, muss sich zeigen, will sich Klubs anbieten.
"Er hat eine gute Quote für die wenige Zeit, die er gespielt hat - und er kann den entscheidenden Pass spielen", sagte Flick. Was aber nicht zwangsläufig bedeutet, dass er sich insgeheim schon für den Brasilianer entschieden hat (im Hinspiel wurde Coutinho übrigens nur eingewechselt - Perisic fehlte verletzt).
Der klare 3:0-Erfolg aus dem Hinspiel erlaubt es den Bayern, auf der Linksaußen-Position ein wenig zu experimentieren, auf höchstem Niveau freilich. Wen immer er aufstellt, Flick wird aus dem Duell mit Chelsea wertvolle Erkenntnisse gewinnen für das Finalturnier der Königsklasse in Lissabon. Falls Coman weiter Probleme hat. Es müsste schon sehr viel schief laufen, wenn die Münchner sich dafür nicht qualifizieren würden.
Daher hat die Entscheidung zwischen Coutinho und Perisic eher den Charakter eines Luxusproblems. Für Schlussmann Manuel Neuer ist die Linksaußen-Frage sogar fast ohne Bedeutung. "Egal, wie der Trainer aufstellt, wir werden eine Top-Mannschaft auf dem Rasen haben", sagte der 34-Jährige, der allerdings einen Vorteil hat: Er muss die Entscheidung ja nicht treffen.
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