FC Bayern München | So plant der neue Trainer Flick seine Bewerbungswoche

Niko Kovac ist als Trainer des FC Bayern München Geschichte. Hansi Flick hat übernommen. Zunächst mal für eine Woche, in der er die wichtigen Spiele in der Champions League gegen Olympiakos Piräus und Bundesliga gegen Borussia Dortmund gewinnen soll, muss und will. Doch der 54-Jährige kann sich mehr vorstellen. Deswegen kitzelt er sein Team an den richtigen Stellen.

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Er könne sich in seinem Leben viel vorstellen, sagte Hansi Flick und lächelte vielsagend.
"Ich merke im Moment, dass mir die Arbeit auf dem Platz sehr guttut. Mir macht das Spaß", verfeinerte er seine Ausführungen und ließ damit durchaus Raum für Interpretationen, was seine persönliche Zukunft angeht.
Denn eigentlich ist er nur für eine Woche als Übergangstrainer des FC Bayern München eingeplant. Die beiden Spiele gegen Olympiakos Piräus (Mi., 18:55 Uhr im Liveticker) und Borussia Dortmund (Sa., 18:30 Uhr im Liveticker) soll Flick erfolgreich gestalten und in der dann folgenden Länderspielwoche Platz für einen neuen Coach machen.

Tuchel und ten Hag wollen nicht

Beim Spiel in Düsseldorf - so ist zu hören - wollen die Bayern-Bosse gern einen neuen starken Mann am Start haben. Kontakt zu anderen Trainern soll längst bestehen. Thomas Tuchel soll in der Verlosung sein - positionierte sich am Dienstag aber klar pro PSG. Erik ten Hag ist auch dabei - will aber ebenso mindestens das Jahr bei Ajax Amsterdam abschließen. Arsène Wenger und Ralf Rangnick vielleicht.
Für Flick spielt all das keine Rolle. Er lebe grundsätzlich in der Gegenwart, sagte er bei seiner ersten Pressekonferenz als neuer Chef: "Für mich ist wichtig, was jetzt ist. Wir müssen uns auf das konzentrieren, was jetzt kommt. Alles was danach ist, interessiert mich null."
Flick tat bei seinem ersten öffentlichen Auftritt das, was von ihm erwartet wurde. Der 54-Jährige gab sich locker, aber bestimmt. Er strahlte Ruhe aus, redete sein Team stark, machte aber hier und dort klare Ansagen. Das, was ihm wichtig ist, betonte er.

Zweite Reihe? Kein Problem für Flick

Bayerns neuer Steuermann hat einen klaren Plan. Den hatte er in seiner Karriere immer. Egal ob er als Chef oder Zuarbeiter unterwegs war. Dabei gab er den Zuarbeiter deutlich häufiger.
Acht Jahre lang war er Co-Trainer von Joachim Löw bei der deutschen Nationalmannschaft. Es war eine erfolgreiche Zeit, gekrönt durch den WM-Titel in Brasilien. Flick stand dabei in der zweiten Reihe. Einfluss hatte er trotzdem.
Genau wie danach, als er in den Wind trat und zunächst den Sportdirektor beim DFB und kurz den Geschäftsführer in Hoffenheim gab. Dort war er zu Beginn des Jahrtausends schon fünf Jahre Cheftrainer gewesen.
Flick ging nie im Streit. Er ist ein in der Branche anerkannter Fachmann. Bei Spielern kommt er ohnehin gut an. "Der Hansi hat das heute bei seiner ersten Ansprache locker-flockig gemacht", lobte Joshua Kimmich, nicht ohne sofort nachzuschieben:

Olympiakos wird zum BVB-Testlauf

Flick übernimmt die Münchner in einer kribbeligen Phase. In vier Tagen steht das wichtige Bundesliga-Spiel gegen Borussia Dortmund an. Dem ist alles unterzuordnen. Auch das Königsklassen-Heimspiel gegen Olympiakos am morgigen Mittwoch.
Das Spiel gegen die Griechen wird zum Testlauf für den "deutschen Klassiker" - auch wenn Flick die Partie gegen den BVB sicher nie so nennen würde. Der Bayern-Coach braucht Ruhe im Umfeld seines Teams, er will die Kräfte bündeln. Auch deshalb verriet er - und das ist ungewöhnlich - gleich mal durchaus heikle Inhalte seiner Aufstellung:

Flick stellt sein Team ins Achtung

Je weniger Nachfragen in den kommenden Tagen kommen, desto besser für Flick und sein Team. Der Trainer will die Zeit für Konstruktives nutzen. Der Rekordmeister soll wieder besser werden. Die vielen Gegentore der vergangenen Wochen haben gestört, "nicht bayern-like" sei dies gewesen, sagte er. Die Fehleranalyse hat er längst abgeschlossen.
"Wir hatten auch einfach nicht das Vertrauen in unsere Fähigkeiten. Ich möchte, dass die Mannschaft die Initiative ergreift, nach vorne spielt, die Qualitäten am Ball zeigt, die dieser Kader hergibt", fordert Flick.
Dann folgt das, was Flick beherrscht, Kritik verpackt im Mantel eines Lobes:
Der Weltmeister-Co kitzelt sein Team, er will eine Trotzreaktion provozieren. Eine, die für Olympiakos und den BVB reicht. Wenn diese zwei Spiele gut laufen, würde Hansi Flick auch länger bleiben - wenn man ihn denn darum bittet.
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