So lief das Spiel:

Blitzstart durch die Bayern. Mit dem ersten Angriff ging München sofort in Führung. Thomas Müller im Zusammenspiel mit Robert Lewandowski und etwas Glück – schon führte der Deutsche Meister (4.). Doch davon ließ sich Barcelona zunächst nicht einschüchtern, startete eigene Angriffe. Über Jordi Alba, dessen Hereingabe nur drei Minuten nach der Führung von David Alaba unhaltbar für Manuel Neuer ins eigene Netz abgefälscht wurde (7.)

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Wie in den goldenen 1970ern: Triple-Bayern träumen von Erfolgsära
VOR 30 MINUTEN

Im Anschluss schien es, als könnten die Katalanen das Spiel drehen. Erst scheiterte Luis Suarez an Neuer, die darauffolgende Ecke zirkelte Lionel Messi an den Pfosten (10.). Die Partie gönnte sich keine Ruhephase, die Schlagzahl blieb auch in den nächsten zehn Minuten hoch. Und dann kam Ivan Perisic. In Szene gesetzt von Serge Gnabry zog der Kroate von links aus ganz spitzem Winkel ab und traf zur erneuten Führung (21.).

Danach ließen die Bayern nichts mehr anbrennen. Innerhalb von drei Minuten erhöhten Serge Gnabry (28.) mit einem trockenen Rechtsschuss direkt neben den rechten Pfosten und Müller mit seinem zweiten Tor nach Kimmich-Vorlage von rechts aus kurzer Distanz am kurzen Pfosten auf 4:1 (31.), was den Pausenstand darstellte. Die letzten Minuten vor dem Seitenwechsel versuchten die Münchner etwas Ruhe ins Spiel zu bekommen, was auch gelang. Bis dahin ging es nur hoch und runter, wobei die Richtung meistens recht einseitig war.

Nach der Pause setzte Bayern zunächst wieder auf Vollgas-Fußball und machte mit einem vermeintlichen 5:1 durch Robert Lewandowski alles klar, doch stellte der Videoschiedsrichter dabei eine knappe Abseitsentscheidung fest (53.). Und so schien es kurze Zeit später, als könnte Barcelona nochmal Hoffnung schöpfen, nachdem Suarez Jerome Boateng an der Strafraumkante auswackelte und dann auf 2:4 verkürzte (57.).

Doch dieser Schimmer weilte nur kurz. Spätestens nach dem Traum-Solo von Alphonso Davies über links in die Box, der dann nur noch querlegen musste und Kimmich das 5:2 ermöglichte, brachen die Spanier auseinander (63.). In der Schlussphase erhöhten Lewandowski (82.) und zwei Mal der eingewechselte Philippe Coutinho (85., 89.) auf 8:2 und demütigten Barcelona damit endgültig.

Die Stimmen:

Hansi Flick (Trainer Bayern): "Ich muss der ganzen Mannschaft ein Riesenkompliment machen. Sie hat die Intensität über das ganze Spiel hochgehalten, das ist unsere Mentalität, dafür stehen wir. Ich bin sehr, sehr happy, auch für mein ganzes Trainerteam. Es ist schon so, dass wir auch im Training eine hohe Qualität haben. Und das zeigt man auf dem Platz. Wie man trainiert, spielt man auch. Und das hat heute genauso gestimmt. Aber es ist nur ein Spiel. Wir freuen uns alle, dass es heute so gekommen ist, aber wir wissen auch, dass wir noch einiges vor der Brust haben. Klar kann man sagen, es ist ein Statement, aber auch das nächste Spiel fängt wieder bei Null an."

Leon Goretzka (Bayern): "Es ist schwierig so kurz nach dem Spiel, aber wir sind natürlich sehr euphorisch. So richtig klar wird einem das erst in den nächsten Tagen. Wir haben sehr gut ins Spiel gefunden. Das 1:1 war ein kleiner Dämpfer. Aber dann die Moral zu zeigen und sich nicht beirren zu lassen. Das Selbstvertrauen ist da, keine Frage. Das wird auch nicht weniger. Aber das war erst ein Schritt von dreien."

Joshua Kimmich (Bayern): "Das ist schon brutal. Man muss sich vor Augen führen, dass wir gegen Barcelona mit 8:2 gewonnen haben. Das ist schwierig zu begreifen."

Thomas Müller (Bayern): "Allein das Ergebnis und das, wie es sich auf dem Platz angefühlt hat, sind sehr besonders. Wir können mit einem Lächeln einschlafen und ab morgen bereiten wir uns vor."

Gerard Pique (Barcelona): "Wir sind auf Grund gelaufen, das war eine Schande. Dieser Klub benötigt Veränderungen. Ich spreche nicht nur vom Trainer und von Spielern. Ich bin der Erste, der seinen Abgang anbietet, wenn es den Klub weiterbringen würde. Wir sind international gerade nicht wettbewerbsfähig."

Das fiel auf: Messi bleibt blass

Einmal mit Glück an den Pfosten, ein harmloser Schuss in die Arme von Neuer – das war alles, was Messi gegen die Bayern zeigte. Auch im Spielaufbau konnte der Argentinier nicht glänzen. Die Münchner hatten ihn immer gut unter Kontrolle.

Der Tweet des Spiels:

Manch einer dachte bei dem Ergebnis schon ans Elfmeterschießen. Aber auch das legendäre 7:1 bei der WM 2014 zwischen Deutschland und Brasilien wurde als Vergleich herangezogen.

Die Statistik: 10

Zehn Tore in einem Spiel der Champions-League-K.o.-Phase hat es bisher nie gegeben. Den bisherigen Rekord hielt das Achtelfinale 2005 zwischen Olympique Lyon und Werder Bremen, das die Franzosen mit 7:2 für sich entschieden.

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