FC Bayern schlägt Lyon und steht im Champions-League-Finale

Der FC Bayern München hat dank Serge Gnabry und Robert Lewandowski nach sieben Jahren Warten wieder das Finale der Champions League erreicht. Beim 3:0 (2:0) gegen Olympique Lyon im Halbfinale von Lissabon gelang dem Nationalspieler ein Doppelschlag (18./33.).Lewandowski traf zum Endstand (88.). Die Münchner treffen im Endspiel am Sonntag (21:00 Uhr im Liveticker) auf Paris Saint-Germain.

Eurosport

Fotocredit: Eurosport

So lief das Spiel:

Sowohl Bayern-Trainer Hansi Flick als auch Lyon-Coach Rudi Garcia vertrauten bei ihren Aufstellungen exakt den Spielern, die im Viertelfinale Barcelona und Manchester City eliminiert hatten.
Besonders zu Beginn der Partie erwies sich Olympique Lyon als der erwartet unbequeme Gegner und brachte die Abwehr der Bayern in der Anfangsphase gleich mehrfach in Bedrängnis. Nach gerade einmal vier Minuten tauchte Lyon-Kapitän Memphis Depay nach Steilpass von Clement Caqueret frei vor Manuel Neuer auf, traf aber nur das Außennetz (4.).
Bayern kam nur schleppend ins Spiel und zeigte sich vor allem bei langen Bällen von Lyon anfällig. Karl Toko Ekambi vergab nach etwas mehr als einer Viertelstunde den nächsten Hochkaräter, als er das Spielgerät aus wenigen Metern an den rechten Pfosten beförderte (17.).
Das war offenbar der Weckruf, den die Bayern dringend gebraucht hatten. Quasi im Gegenzug nahm Serge Gnabry einen hohen Kimmich-Pass am rechten Flügel runter, zog mit einem unwiderstehlichen Antritt ins Zentrum und traf aus 16 Metern unhaltbar in die linke obere Ecke (18.).
Der Treffer brachte den Bayern die Sicherheit zurück, sodass es nicht lange bis zum nächsten Tor dauerte. Gnabry spielte zunächst links im Strafraum Ivan Perisic frei, dessen flache Hereingabe Lewandowski im Rutschen nicht an Lyon-Keeper Anthony Lopes vorbeibrachte. Im Fünfer stand Gnabry aber goldrichtig und staubte aus kurzer Distanz zum 2:0 ab (33.).
Um ein Haar hätte Lewandowski noch vor der Pause schon alles klar gemacht, der Pole verpasste jedoch eine Flanke des überragenden Gnabry (wurde zum "Man of the Match" gewählt) am langen Pfosten knapp (38.).
Im zweiten Durchgang kam Olympique erneut besser aus den Startlöchern und hatte nach einer knappen Stunde die große Chance auf den Anschlusstreffer. Nach Vorarbeit von Aouar hatte Toko Ekambi freistehend das 1:2 auf dem Fuß, scheiterte jedoch am stark reagierenden Neuer (58.).
Angesichts des drohenden Ausscheidens investierte Lyon nun mehr ins Spiel, kam aus eigenem Ballbesitz heraus aber kaum mehr gefährlich vors Tor. Ein zu zentral platzierter Abschluss von Aouar blieb bis zum Ende die gefährlichste Aktion der Franzosen (84.).
Kurz vor Schluss beseitigte Robert Lewandowski mit seinem 15. Saisontor in der Champions League alle Restzweifel der Münchener, indem er eine Kimmich-Ecke mit einem wuchtigen Kopfball zum 3:0 in die linke Ecke verwertete (88.).
Mit dem 20. Pflichtspielsieg in Serie beendeten die Münchner auch eine schwarze Serie. Seit ihrem Triple und dem fünften Triumph im Landesmeister-Wettbewerb 2013 in Wembley gegen Borussia Dortmund (2:1) waren sie in allen vier Halbfinals in der Champions League gescheitert: Von 2014 bis 2016 unterlag der Rekordmeister unter Trainer Pep Guardiola gegen Real Madrid, dem FC Barcelona und Atlético Madrid, 2018 unter Jupp Heynckes erneut gegen Real.
Nun kommt es zum zweiten Mal nach 2013 (Heynckes gegen Jürgen Klopp) auch zu einem Duell zweier deutscher Trainer. Gegen Paris St.-Germain, das im Halbfinale am Dienstag RB Leipzig überzeugend mit 3:0 (2:0) besiegt hatte, haben die Münchner nach den bisherigen acht Pflichtspielen eine negative Bilanz (3:5).
Lyon verpasste wie im Halbfinale 2010 gegen Bayern (0:1, 0:3) das Finale. Bayern könnte am Sonntag im Finale gegen PSG (21:00 Uhr im Liveticker) wie 2013 das Triple aus Meisterschaft, DFB-Pokal und Champions League schaffen und zum insgesamt sechsten Mal den Champions-League-Pokal gewinnen.

Die Stimmen zum Spiel:

Hans-Dieter Flick (Trainer FC Bayern): "Die erste Phase des Spiels haben wir mit Glück überstanden, dann hat uns Serge Gnabry mit einer Einzelleistung in Führung gebracht. Wir sind froh, dass der so reinging. Das hat uns dann mehr Sicherheit gebracht. Lyon hat hervorragend gespielt und gefightet. Dass es im Halbfinale der Champions League nicht immer optimal läuft, ist auch normal. Wir haben in der ersten Phase schlecht verteidigt. Wir müssen die leichtfertigen Ballverluste abstellen. Wir wissen, dass Paris schnelle Stürmer hat, wir müssen schauen, ob wir die Defensive ein bisschen anders organisieren. Wir wissen, dass wir oftmals hohes Risiko gehen."
Serge Gnabry (FC Bayern): "Lyon hat sehr viel Druck auf uns gemacht und ist mit schnellen Spielern hinter unsere Kette gekommen. Da haben wir am Anfang auch ein bisschen Glück gehabt. Wir werden am Sonntag alles geben, um den Titel zu holen."
Alphonso Davies (FC Bayern): "Ein Traum wird wahr. Champions League zu spielen und ins Finale zu kommen ist ein großer Erfolg. Gegen Paris wird das ein sehr gutes Spiel, in dem Tore fallen werden. Jetzt feiern wir ein bisschen und fokussieren uns auf das nächste Spiel."
Juninho (Sportdirektor Olympique Lyon): "Wir sind momentan alle sehr traurig, es ist nicht einfach. Wir gehen dennoch erhobenen Hauptes, ich bin sehr stolz auf die Spieler und das Trainerteam."

Der Tweet zum Spiel:

Das fiel auf: Bayerns Abwehr lässt Fragen offen

Auch wenn das Ergebnis am Ende eindeutig ausfiel, hat die Partie eines gezeigt: Die Bayern sind in der Abwehr verwundbar. Wie schon gegen Barcelona hatten die Münchener besonders in der Anfangsphase große Probleme und ließen mit einer hoch stehenden Viererkette auch gegen Lyon hochkarätige Chancen zu.
Im zweiten Durchgang ein ähnliches Bild: Bayern agierte in der ersten Viertelstunde nach Wiederbeginn nicht immer wach und konnte sich bei Neuer bedanken, dass Lyon nicht zum Anschluss kam. Im Endspiel gegen Paris Saint-Germain dürfen die Bayern nicht darauf bauen, dass Neymar und Kylian Mbappé Großchancen derart leichtfertig liegen lassen wie an diesem Abend Lyon.

Die Statistik: 41

Der FC Bayern ist erst das vierte Team mit 41 Toren in einer CL-Saison. Nur dem FC Barcelona 1999/2000 (45 Tore), Real Madrid 2013/14 (41) und Liverpool 2017/18 (41) gelang dieses Kunststück ebenfalls. Zudem gewann Bayern alle zehn Champions-League-Partien bis zum Finale.
Mehr als 3 Mio. Sportfans nutzen bereits die App
Bleiben Sie auf dem Laufenden mit den aktuellsten News und Live-Ergebnissen
Download
Diesen Artikel teilen
Werbung
Werbung