Als der ruhmreiche FC Liverpool im Selbstbedienungsladen Anfield Road endgültig auf das Niveau eines "Pub Teams" gesunken war, verschlug es sogar dem sonst so wortgewaltigen Jürgen Klopp kurz die Sprache.
"Es ist wirklich schwer, eine große Aufgabe. Mein Englisch reicht nicht aus, um das in Worte zu fassen", sagte Klopp nach dem niederschmetternden 0:1 (0:1) gegen den Abstiegskandidaten FC Fulham, der sechsten (!) Heimniederlage hintereinander.
Erlebt er vor dem Achtelfinal-Rückspiel in der Champions League gegen RB Leipzig am Mittwoch (21.00 Uhr im Liveticker bei Eurosport.de) einen der Tiefpunkte seiner 20-jährigen Trainerkarriere? "Ich wünschte, ich könnte nein sagen. Aber ja, das ist so", sagte Klopp und lächelte gequält. Die missliche Lage über Nacht zu verbessern käme "einem Meisterstück" gleich, gab er zu. Der einzige Lichtblick: "Gottseidank spielen wir jetzt in einem anderen Wettbewerb."
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Dem Duell mit RB kommt für Klopp und seine abgestürzten Reds angesichts der bösen Krise in der Premier League überragende Bedeutung zu. Die Qualifikation für die Königsklasse über die Liga wird nach nur zehn Punkten aus den jüngsten zwölf Spielen immer schwieriger. Die Top 4, sagte Klopp, sind aktuell "nicht meine Baustelle". Er hat größere Sorgen.

"Nicht meine größte Sorge": Klopp-Krise mit Liverpool hält an

Medien und Experten spotten über Liverpool

Was immer er und sein Stab austüftelten, "es ist nicht gut genug", schrieb das Liverpool Echo und urteilte: Jeder andere Trainer wäre längst infrage gestellt worden. Das Denkmal Klopp hat zumindest böse Kratzer bekommen angesichts der schwächsten Heimbilanz seit der Abstiegssaison 1953/54.
TV-Experte Gary Neville veräppelte Liverpool als "Dog and Duck", also Kneipentruppe. Klublegende Jamie Carragher sieht die "Mentalitätsmonster" zu "Mentalitätszwergen" geschrumpft.
Nur ein Punkt in sieben Heimspielen 2021 - das ist die schlechteste Bilanz aller 92 Profiklubs in England. "Jeder gewinnt hier", klagte das Echo, "jeder - außer Liverpool". Auch RB? "Wir haben eine gute Ausgangslage, aber Leipzig fliegt in der Bundesliga", warnte Klopp: "Sie werden nicht aufgeben, nur weil sie 0:2 zurückliegen. Es wird schwer."
Der einst furchteinflößende Slogan "This is Anfield" im Spielertunnel wirke auf die Gegner inzwischen "wie eine Einladung", schrieb der "Independent". Die Schreckensbilanz "beleidigt" die Institution FC Liverpool, kommentierte die "Times", der "Telegraph" attestierte einen "beispiellosen Verfall", den Gary Lineker für "eine der größten Überraschungen im Fußball" überhaupt hält, "und ich habe einiges erlebt".

Klopp zuversichtlich: "Werden uns da durchkämpfen"

Der "einzige Trost" für Klopp sei, schrieb der Guardian: "Das nächste Heimspiel ist in Ungarn." In Budapest, gegen RB.
Auch gegen Fulham fand Liverpool auf einen Rückstand (Mario Lemina/45.) keine Antwort. Mohamed Salah, der vor dem Gegentreffer den Ball verlor, und seine Stürmerkollegen haben seit über elf Stunden kein Heimtor mehr aus dem Spiel heraus erzielt. "Sie haben immer noch alles - aber sie können es im Moment nicht zeigen", sagte Klopp und betonte: "Aber wir werden uns da durchkämpfen."
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