RB Leipzig - PSG: Tuchel nach Finaleinzug erleichtert - Die Stimmen

Aus der Traum vom Henkelpott: RB Leipzig hat das Endspiel der Champions League nach einem 0:3 (0:2) gegen Paris Saint-Germain deutlich verpasst. Trotzdem zeigten sich sowohl die Verantwortlichen als auch die Spieler stolz über den bislang größten Erfolg der Vereinsgeschichte. Währenddessen fiel bei PSG-Coach Thomas Tuchel eine riesige Last ab. Die Stimmen zum Spiel.

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Thomas Tuchel (Trainer Paris Saint-Germain) bei "Sky" über ...

... den Finaleinzug: "Ich bin sehr erleichtert. Es ist unbeschreiblich, so etwas zu fühlen. Ich war furchtbar angespannt bis zur Nachspielzeit, dann erst habe ich es geglaubt. Auch wenn es schwer ist zu zeigen: Ich bin gerade k.o. Wir haben nicht nur Qualität gezeigt, sondern auch Hunger. Wir werden gerade dafür belohnt. Diese Mannschaft ist echt zusammengewachsen."
... das Erfolgsrezept von PSG: "Es kann immer was passieren. Ich bin sehr stolz. Wir haben nicht nur Qualität gezeigt. Wir haben auch Hunger gezeigt und eine Verbissenheit, uns reinzuschmeißen, das Tor zu verteidigen und uneitel zu spielen. Das ist das Mittel und das macht mich sehr froh, weil wir das konstant auf den Platz bekommen. Das ist die Herausforderung am Ende. Wir sind schon zwei Jahre zusammen, das ist gelungen. Wir hatten ein paar Schlüsselmomente in dieser Saison. Wir haben auch mit Keylor Navas, Sarabia und Herrera Typen geholt, die Erfahrung haben, international gespielt haben und Titel gesammelt haben. Sie bringen sich total ein in die Mannschaft, die haben nochmal für Klebstoff gesorgt. Dann brauchst du auch Schlüsselmomente. In der Champions League hatten wir ein 3:0 gegen Real Madrid ohne Kylian, ohne Neymar und ohne Edi Cavani. Das hat für riesigen Zusammenhalt und Glauben gesorgt. Dann hatten wir das Rückspiel gegen Dortmund. Die Mannschaft ist echt zusammengewachsen. Es fühlt sich an, als würde man, in Anführungszeichen, einen Underdog trainieren, der sich komplett darüber definiert. Man könnte uns unterstellen, wir definieren uns nur über die Einzelqualität – aber das ist eben nicht so. Das ist schön, dass wir die Verbissenheit jetzt zeigen. Das ist der Hammer."
... die Tatsache, dass er der fünfte deutsche Trainer im CL-Finale ist: "Wenn sie mir die Sachen sagen, erschrecke ich mich ein bisschen. Das ist krass. Ich habe das schon oft gesagt. Wenn man die Spiele vorbereitet, wünschte ich, ich könnte mir das Gefühl wieder holen. Bei uns laufen im Hotel ständig diese alten Champions-League-Spiele: AC Mailand gegen Barcelona. Ich kann mich manchmal dran erinnern, wo ich das geschaut habe als Jugendlicher, wie der ganze Tag voller Vorfreude darauf war, die Spiele zu schauen. Das Gefühl bekomme ich nicht mehr her, weil ich mittendrin stecke. Das ist schade. Aber es ist auch schön, wenn Freunde und Familie das so genießen können. Es ist außergewöhnlich, aber noch nicht zu Ende. Wir haben heute beim Essen das Finale von Leverkusen gegen Real Madrid geschaut. Die tolle Saison, die sie da gespielt haben. Es war so bitter. Ich weiß noch, wie ich mitgefiebert habe. Ich habe auch ein Spiel live gesehen während meiner Trainerausbildung – das war das Rückspiel gegen Liverpool. Seitdem bin ich echt Leverkusen-Fan. Ich freue mich. Ich würde mich aber genauso freuen, wenn ich jetzt der zehnte Trainer wäre."
... einen Wunschgegner für das Finale: "Ich wünsche mir niemanden. Das ist das Gefährlichste, was du machen kannst. Das habe ich gelernt, als ich Jugendtrainer beim VfB Stuttgart war und 200 Hallenturniere gespielt habe. Da hast du dir immer den Weg geplant und gehofft, dass du gegen die oder die spielst. Und dann hast du gegen die verloren. Ich werde das echt genießen morgen beim Abendessen mit meiner Mannschaft und meinem Staff. Die Bayern sind Favorit, ich glaube auch, dass sie es schaffen. Aber es wird ein hartes Stück Brot zu knabbern. Das wissen wir aus Erfahrung."

Julian Nagelsmann (Trainer RB Leipzig) bei "DAZN" über ...

... das Spiel: "Der Gegner war überlegen. Sie hatten heute vor allem in der Box eine enorm gute Qualität zum Verteidigen. Wir hatten wenig Zeit, die Bälle zu Ende zu spielen. Dass sie vorne eine brutale Qualität haben, das war klar. Gegen Atalanta hat man bei PSG aber schon sehen können, dass sie als Team deutlich zusammengewachsen sind. Wenn dann das Weltklasse-Format einiger Spieler mit dieser Mentalität zusammenkommt, ist es schwer für uns, mitzuhalten. Wir haben viel probiert, haben auch nach dem 0:3 noch alles gegeben und uns nicht hängen lassen. Da muss ich ein Kompliment für die Buben aussprechen, charakterlich haben sie es gut gemacht. Aber der Gegner war eine Nummer zu groß, das müssen wir akzeptieren."
... die taktischen Umstellungen nach der Pause: "Die Umstellungen in der Halbzeit haben gut funktioniert. Wir waren die ersten Minuten nur in der Hälfte von Paris und haben dann leider aus dem Nichts das Tor bekommen. Manchmal sind die Spiele so und der Gegner hat so viel Qualität, da kann man noch so viel nach Lösungen suchen. Aber als Spieler und Trainer kann man nicht hexen und alles in die richtige Richtung lenken."
... das Erreichen des Halbfinals: "Es ist schon wichtig, ein wenig den Frust in sich arbeiten zu lassen. Das gehört dazu. Denn dadurch entwickelt man den Kampfgeist für die nächsten Aufgaben. Aber es ist sicherlich nicht selbstverständlich, bei der dritten Teilnahme an der Champions League schon das Halbfinale zu erreichen. Wir haben auf dem Weg dahin zwei europäische Top-Mannschaften ausgeschaltet und haben es uns verdient. Wir sind mit dem zufrieden, was wir erreicht haben."

Thilo Kehrer (Paris Saint-Germain) bei "Sky" über ...

... das Spiel: "Wir haben uns das Leben in der zweiten Halbzeit ein bisschen schwer gemacht. Wir hätten noch mehr Kontrolle haben können. Wir wussten, Leipzig wird was umstellen und mehr Druck machen. Wir hätten mehr Ruhe bewahren können. Am Ende war der Sieg nicht gefährdet."
... die Feierlichkeiten in der Kabine: "Natürlich feiern wir ein bisschen. Wir sind froh und stolz, dass wir im Finale sind. Deswegen sind alle happy. Man feuert sich an in der Kabine, es ist laut, es wird rumgesprungen und rumgeschrien. Klar ist, dass wir den Titel alle wollen. Wir sind im Finale. Heute feiern wir und dann werden wir uns morgen anschauen, wer der Gegner ist."
... den Teamgeist bei PSG: "Dieses Jahr sind wir als Mannschaft zusammengerückt. Wir haben viel als Mannschaft unternommen außerhalb des Platzes. Wir sind wirklich ein eingeschweißter Haufen. Wenn wir das auf den Platz bringen, dann kommt die individuelle Qualität noch mehr raus."

Yussuf Poulsen (RB Leipzig) bei "DAZN" über ...

... das Spiel: "Sie waren heute einfach besser. Sie waren effektiv. Sie haben die Chancen ausgenutzt, die wir ihnen ermöglicht haben. Sie sind verdient weitergekommen."
... den Leistungsabfall im Vergleich zum Viertelfianle: "Das ist die Frage. Das werden wir in der Analyse vielleicht irgendwann herausfinden. Wir hatten Probleme, die Räume zu schließen. Dafür war PSG viel zu gut und deshalb hätten wir es besser machen müssen. Es war heute einfach nicht unser Tag, wie er es noch im Viertelfinale war. Das ist ärgerlich, weil wir die Gegentore jeweils zu einem schlechten Zeitpunkt bekommen haben. Dann hätte es am Ende vielleicht ein bisschen enger werden können, als es auf dem Platz ausgesehen hat."
... das Erreichen des Halbfinals: "Wir sind stolz auf das, was wir erreicht haben. Das ist echt geil. Aber direkt nach der Niederlage ist es schon eine bitter Pille, die wir schlucken mussten."

Markus Krösche (Sportdirektor RB Leipzig) bei "DAZN" über ...

... das Spiel: "Paris hat ein sehr gutes Spiel abgeliefert und seine Torchancen eiskalt genutzt. Wir haben vielleicht den ein oder anderen Fehler zu viel gemacht. Wir können mit der Champions League insgesamt aber sehr zufrieden sein in diesem Jahr. Wir sind ins Halbfinale gekommen und können sehr stolz sein auf unsere Leistung."

Oliver Mintzlaff (Geschäftsführer RB Leipzig) bei "DAZN" über ...

... das Erreichen des Halbfinals: "Eine Halbfinal-Teilnahme ist für unseren jungen Klub tatsächlich erst einmal eine Momentaufnahme. Aber in vier Jahren in der Bundesliga haben wir uns jedes Mal fürs internationale Geschäft qualifiziert, dreimal für die Champions und einmal für die Europa League. Das zeigt schon eine gewisse Stabilität."
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