Atlético vs. FC Bayern: 3 Dinge, die auffielen - Flicks Chemiebaukasten macht Laune

Der FC Bayern beendet die eigene 15 Spiele andauernde Siegesserie in der Champions League durch das 1:1 (0:1)-Unentschieden bei Atlético Madrid quasi selbst. Dies schien von Trainer Hans-Dieter Flick aber durchaus eingepreist - zu Gunsten des kommenden Wochenendes. Gleichzeitig gönnt der Trainer des Rekordmeisters einigen Jungstars den Auftritt auf großer Bühne - und wird belohnt. Was uns auffiel.

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1. Experimentieren macht Spaß

"Das war nichts!" Weltmeister Benedikt Höwedes hatte sein Urteil bei "Sky" schnell gefällt. Mehr musste er dann auch gar nicht hinzufügen. Die Dreierkette, die Hans-Dieter Flick seinen Bayern in Madrid übergestülpt hatte, war in den Augen des ehemaligen Weltklasseverteidigers durchgefallen.
Ob Flick selbst seinen Feldversuch auch dermaßen negativ bewertet, wird erst die Zeit zeigen. Der Trainer des Triple-Siegers will die Performance seiner Mannschaft erst "mit dem Analyse-Team besprechen", bevor er entscheidet, ob es zu den Akten gelegt oder nochmal verwendet wird.
"Wir haben eine Menge neuer Erkenntnisse gewonnen und werden schauen, was wir davon in den nächsten Spielen gebrauchen können", orakelte Flick, bevor er Madrid zufrieden lächelnd verließ.
Erst zum zweiten Mal in seiner Amtszeit hatte der 55-Jährige seine Mannschaft mit einer zentral-defensiven Dreierkette auflaufen lassen. Im Februar beim wackeligen 3:2-Heimsieg gegen den späteren Absteiger Paderborn war das der Fall gewesen. Und nun im unbedeutenden fünften Spiel der Königsklassen-Vorrunde.
In Madrid spielten Niklas Süle, David Alaba und Lucas Hernández flankiert von Bouna Sarr (später Chris Richards) rechts und Bright Arrey-Mbi (später Leroy Sané!) links.
Im Spiel gegen den Ball sollte so das Zentrum verdichtet werden. Die Außenspieler schoben mit der Kugel weit nach vorne. Soweit die Theorie. In der Praxis hatte der deutsche Rekordmeister dann doch enorme Umstellungsprobleme und fremdelte mit dem ungewohnten Korsett.
Das Pressing von Atlético konnten die Münchener zwar meist umgehen, wirkten aber sofort ungeordnet, sobald die Madrilenen das Tempo etwas anzogen.
Weil neben einem neuen System auch personell massiv durchgetauscht wurde (neun Wechsel im Vergleich zum Bundesliga-Spiel am vergangenen Samstag) brauchten die Bayern lange, um ins Spiel und später zu Torchancen zu kommen. Am Ende spielten Thomas Müller und Jamal Musiala sogar eine verkappte Doppelsechs.
Man konnte fast den Eindruck gewinnen, Flick hantiere mit einem nagelneuen Chemiebaukasten.
Dass trotzdem ein Punkt heraussprang, ließ Flick dann doch ein wenig stolz zurück. Sehr zufrieden mit dem Ergebnis sei er, gab er zu Protokoll. Seine Experimente wird er nun in Ruhe auswerten.

2. Jede Menge große Augen

Manuel Neuer, Robert Lewandowski und Leon Goretzka hatten die Reise nach Spanien gar nicht erst angetreten. Und weil auch ein paar Dauerverletzte wie Joshua Kimmich oder Alphonso Davies natürlich nicht mit am Start waren, wurde in Bayerns-Elf der ein oder andere Platz frei.
Flick hatte angekündigt, einige Jugendträume erfüllen zu wollen und das tat er dann auch.
Mit Jamal Musiala und Bright Arrey-Mbi standen zwei 17-Jährige in der Startelf des Titelverteidigers. In der zweiten Halbzeit kamen auch Chris Richards und Angelo Stiller ins Spiel. Ein zweifellos großer Moment für jeden einzelnen des Quartetts.
Musiala machte sicherlich den besten Eindruck. Der Deutsch-Engländer entwickelt sich immer mehr zu einer echten Alternative im Mittelfeld des FC Bayern. In Madrid war er äußerst umtriebig, spielte erst eher offensiv, später absichernd. In der 31. Minute traf er obendrein nach toller Einzelleistung fast ins Tor.
"Mich freut es die jungen Spieler, die ihre Sache sehr gut gemacht haben", lobte Flick. "Wir haben einiges gesehen, was uns für die Zukunft froh macht." Besonders meinte er dabei wohl Musialas Auftritt.
"Er spielt in einer Mannschaft mit absoluten Weltklassespielern und ist bei denen sehr geschätzt. Ganz einfach, weil er fußballerisch mithalten kann. Da kann der FC Bayern sehr zufrieden sein", stellte der Coach sein Juwel noch einmal heraus.
Auch Arrey-Mbi gilt als großes Talent. In Madrid schwamm er solide mit, bezahlte aber hier und da noch etwas Lehrgeld. Wie vor dem Gegentreffer, als er sich nach einem Einwurf überrumpeln ließ. Geschenkt.
Der Verteidiger staubte nach seinem Königsklassen-Debüt noch das Trikot von 120-Millionen-Mann João Félix ab. Was will man mehr?
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Bayerns zweite Garde besteht in Madrid: Flick hebt Juwel hervor

Quelle: Perform

3. Es zählt das Große und Ganze

Im Wanda Metropolitano spielte zwar Atlético Madrid gegen den FC Bayern. In großen Lettern über der Partie stand aber RB Leipzig.
Um seine wichtigsten Kräfte für das anstehende Spitzenspiel in der Bundesliga am Samstag (ab 18:30 Uhr im Liveticker) gegen die zweitplatzierten Sachsen zu schonen, schickte Flick exakt 100 Tage nach dem Champions-League-Sieg in Lissabon eine bessere B-Elf aufs Feld.
"Alle Spieler sind auch nach der Begegnung soweit fit und okay und das war neben dem Ergebnis für uns das Wichtigste", gab der Coach hinterher zu. Wer will es ihm verdenken? Seine Entscheidungen waren allesamt nachvollziehbar.
Die wichtige Pause für Neuer, Lewandowski und Goretzka könnte sich am Wochenende als wichtiger Vorteil entpuppen. Genau wie der Spielplan, der es durchaus gut mit dem Rekordmeister meint. Leipzig muss am Mittwoch immerhin noch in Istanbul antreten.
Die eigene Rekord-Siegesserie riss zwar nach 15 Spielen in Madrid. Flick opferte sie aber gerne für eine Extra-Portion Regeneration. Er lässt sich an Titeln messen, nicht an Serien in Rekordbüchern.
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Was passiert mit Martínez? Bayern-Star spricht über seine Zukunft

Quelle: Perform

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