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BVB nach Remis gegen Lazio Rom im Achtelfinale der Champions League
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Publiziert 02/12/2020 um 22:56 GMT+1 Uhr
Auch ohne seinen verletzten Stürmer Erling Haaland greift Borussia Dortmund wieder tief in die "Schatztruhe" Champions League. Mit einem 1:1 (0:0) gegen Lazio Rom und dem vorzeitigen Sprung ins Achtelfinale erspielte sich der BVB in der Königsklasse weitere fürstliche Einnahmen. Raphael Guerreiro brachte den BVB kurz vor der Pause (44.) in Führung. Ciro Immobile (67.) glich per Elfmeter aus.
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Fotocredit: Eurosport
Sieben Änderungen im Vergleich zum 1:2 gegen den 1. FC Köln nahm BVB-Trainer Lucien Favre an seiner Startformation vor. Einzig Roman Bürki, Mats Hummels, Manuel Akanji und Marko Reus blieben übrig. Auf Top-Torjäger Erling Haaland (Muskelfaserriss) und Emre Can (muskuläre Probleme) musste der Schweizer verzichten.
Die vielen Änderungen fielen jedoch zunächst nicht ins Gewicht. Der BVB startete dominant, aber ohne die nötige Kreativität im letzten Drittel gegen anfangs sehr passive Römer.
Doch Lazio nahm dann ab Mitte der ersten Hälfte aktiv am Spielgeschehen teil und hatte die erste gute Gelegenheit im Spiel. Bürki blieb lange stehen und parierte so gegen Joaquín Correa (20.). Nach einem weiteren Gegenangriff der Gäste hatte der BVB Glück. Doch der aufgerückte Verteidiger Francesco Acerbi verfehlte aus halbrechter Position im Strafraum knapp den linken Pfosten - ein Treffer hätte aufgrund einer Abseitsposition im Zentrum vor Bürki aber wohl ohnehin keine Anerkennung gefunden (29.).
Im Gegenzug hatte der BVB seine bis dahin beste Chance. Thorgan Hazard schloss aus halblinker Position wuchtig ab. Pepe Reina lenkte den Ball direkt auf Reus ab, doch der Kapitän scheiterte aus spitzem Winkel links im Strafraum. Die Situation blieb jedoch auch im Anschluss heiß und auch Giovanna Reyna versuchte es aus spitzem Winkel von der anderen Seite, letztlich rauschte der Ball links am Tor vorbei ins Aus (31.).
Kurz vor der Pause, als alles nach 45 torlosen Minuten aussah, traf der BVB dann doch noch. Nach einem langen Ball von Reina landete der Ball postwendendend bei den Schwarz-Gelben. Hazard steckte perfekt durch auf den quirligen Raphaël Guerreiro, der dann eiskalt mit der Pike die 1:0-Pausenführung der Dortmunder erzielte (44.).
Nach dem Seitenwechsel agierte der BVB von Beginn an passiv und ließ Lazio so immer besser ins Spiel kommen, auch wenn der erste gefährliche Abschluss von Jude Bellingham noch dem BVB gehörte (49.).
Dann aber fast nur noch Lazio. Der Ex-Dortmunder Ciro Immobile prüfte Bürki erstmals ernsthaft, doch der reagierte glänzend (61.). Wenig war es dann aber soweit. Nico Schulz, der nur kurz zuvor für Guerreiro ins Spiel kam, fällte etwas ungeschickt Sergej Milinković-Savić im Sechzehner - Elfmeter. Dem nahm sich natürlich Top-Torjäger Immobile an und verwandelte souverän flach ins linke Eck (67.).
Nur kurz nach dem Ausgleich hatte Schulz selbst die Chance zur Wiedergutmachung, verzog jedoch nur denkbar knapp nach Vorarbeit Reyna (68.). Dies war jedoch eine der wenigen guten Gelegenheiten der Dortmunder nach der Pause.
Lazio blieb weiter am Drücker und in der Schlussphase musste Bürki gar einen Sieg der Gäste verhindern. Sowohl beim Distanzschuss von Immobile (87.) als auch beim direkten Freistoß in der Nachspielzeit von Andreas Pereira reagierte der Schweizer glänzend.
Der BVB rette den Punkt über die Ziellinie, verlor aber Abwehrchef Hummels kurz vor dem Ende. Der ehemalige Nationalspieler knickte nach einem unabsichtlichen Tritt auf den Fuß von Immobile unglücklich um und konnte anschließend den Fuß nicht mehr belasten und musste vom Feld begleitet werden. Dem BVB droht somit der nächste schmerzliche Ausfall. Es könnte daher ein teuer erkaufter Einzug ins Achtelfinale der Königsklasse gewesen sein.
Die Stimmen:
Lucien Favre (Trainer Borussia Dortmund): "Wir hatten unsere Chancen weitere Tore zu erzielen. Aber das ist kein Elfmeter, das ist Theater, er ist ein Schwindler. Es ist eine gute Mannschaft, das wissen wir. Wir haben dort 1:3 verloren. Wir hätten heute auch 1:0 gewinnen können. Aber wir sind schon qualifiziert, sie noch nicht. Wir sind qualifiziert und das ist das Wichtigste."
Marko Reus (Borussia Dortmund): "Wir hätten schon gerne das Spiel gewonnen. Ich hätte den Elfmeter nicht gegeben. Wäre es aber andersrum gewesen, hätte ich was anderes gesagt. In der zweiten Halbzeit standen wir einfach zu tief und haben uns zu weit zurückfallen lassen und hatten zu wenig Druck nach vorne. Das darf vor allem zuhause nicht passieren. Wir hatten Möglichkeiten in der zweiten Halbzeit uns Chancen zu kreiiren, dann passte aber der letzte Pass nicht. Wir hätten natürlich gerne den Gruppensieg geholt."
Nico Schulz (Borussia Dortmund): "Er kommt vor mir an den Ball, aber er springt in mich rein. Für mich ist es kein Elfmeter. Wir haben es nicht so gut gemacht, wie wir es machen wollten. Wir haben noch ein Spiel, um Gruppensieger zu werden."
Michael Zorc (Sportlicher Leiter Borussia Dortmund): "Da kann man nur eine Meinung haben. Da braucht man den Videoschiedsrichter nicht mehr, wenn eine offensichtliche Fehlentscheidung nicht kontrolliert wird. Es war ein schwieriges Spiel für uns unter den ganzen Bedingungen, kurzfristige Ausfälle etc. Einfach nur ärgerlich. Bei Mats hoffen wir, dass es nur ein harter Schlag auf den Fuß war und keine Bänder beschädigt sind und am Wochenende vielleicht wieder spielen kann."
Der Tweet zum Spiel:
Eine Anspielung vor dem Spiel auf die beiden identischen Gegentore beim 1:2 gegen Köln vom Wochenende. Heute hielt sich das BVB nach Ecken immerhin schadlos.
Das fiel auf: Strittiger Elfmeter
Nico Schulz, kurz zuvor eingewechselt, verursachte unglücklich gegen Milinković-Savić den Foulelfmeter zum 1:1. Der Unparteiische zögerte noch kurz, entschied nach einem Hinweis des Video Assistent Referee jedoch auf Strafstoß. Der Kontakt sicher unstrittig, doch es ist in den Zeitlupen klar zu erkennen, dass Milinković-Savić zuvor abhebt und nur den Kontakt forcieren will. Warum sich der Spanier Antonio Mateu Lahoz die Situation nicht noch einmal selbst ansah, bleibt sein Geheimnis.
Die Statistik: 9
Borussia Dortmund ist in den letzten neun Heimspielen in der Gruppenphase der Champions League ungeschlagen (sechs Siege, drei Remis).
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Quelle: Perform
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