Wenn Leroy Sané offiziell spricht, hat er eine Angewohnheit.
Als Überbrückungselement fügt er bei jeder Sprechpause ein zusammengezogenes "naklar" ein. Das ist einerseits eine Übersprunghandlung, auf der anderen Seite aber auch soetwas, wie eine unbewusste Verstärkung des Gesagten.
Denn: Je wichtiger ihm ein Thema scheint, desto mehr "naklar" werden über die Sätze gestreut.
Fußball
Fans glauben: Hier verhindert Maradonas Geist die Boca-Pleite im Derby
16/03/2021 AM 12:18
Gestern war viel "naklar".

Sané hat noch eine Rechnung offen

Vor dem Champions-League-Spiel des FC Bayern gegen Lazio Rom am Mittwoch (21:00 Uhr im Liveticker bei Eurosport.de) sprach Sané (am Dienstag) vor der versammelt zugeschalteten Presse über sich selbst, seine ansteigende Form und die Ziele, die er so verfolgt.
Der deutsche Rekordmeister geht mit einem 4:1-Polster aus dem Hinspiel in die Begegnung. Einen derart hohen Vorsprung hat zu Hause noch keine Mannschaft verspielt.
Und trotzdem war es dem Nationalspieler wichtig, den richtigen Ton zu setzen. Gerade weil es um die Königsklasse geht. Der Wettbewerb, der dem 25-Jährigen besonders wichtig ist.
Anders als seine Kollegen beim Rekordmeister nämlich hat Sané den Cup mit den großen Ohren noch nie gewonnen. Im vergangenen August, als die Bayern durch das Finalturnier in Lissabon rauschten, war er zwar schon Angestellter des Vereins, zum Kader gehörte er aber noch nicht. Er trainierte in München.
Eine Scharte, die er auswetzen will.
"Die Champions League ist mir sehr, sehr wichtig", betonte der ehemalige Schalker. "Der Sieg in diesem Wettbewerb ist ein großes Ziel von mir. Ich lege großen Wert darauf, dass wir gut spielen. Wir müssen heiß und gut vorbereitet sein. In jedem Spiel und egal wie groß der Vorsprung ist."

Leroy Sané im Spiel gegen Leverkusen

Fotocredit: Getty Images

Sané: Schwerer Start in seine Bayern-Zeit

Mit dieser Einstellung war Sané nach seinem Wechsel von Manchester City an die Isar im vergangenen Jahr beim deutschen Rekordmeister gestartet. In Leistung umsetzen konnte er seine große Motivation aber nicht immer.
Einzelne Lichtblicke zu Saisonbeginn wechselten sich mit längeren eher farblosen Phasen ab. Das zog sich durch die gesamte Hinrunde. beim Spiel in Leverkusen wurde er dann erst ein- und später wieder ausgewechselt.
"Wenn man neu in einen Verein kommt, muss man immer die Automatismen lernen. Das ist überall gleich", gibt Sané zu bedenken. "Für mich war es noch einen Tick schwieriger, weil ich keinen Spielrhythmus hatte. Den musste ich erst finden."
Mittlerweile ist dem Flügelstürmer dies gelungen. Er hat den Rückstand, der ihm durch seine schwere Verletzung in seinem letzten Jahr in England aufgebrummt worden war, aufgeholt.
"Ich fühle mich besser und habe die Mannschaft kennengelernt. Deswegen geht es bergauf bei mir“, meint er selbst.

Sané hat die besten Zahlen

Auch an seinen Zahlen ist das ablesbar.
War er zu Saisonbeginn lange hinter Kingslay Coman und Serge Gnabry die Nummer drei auf der bayrisch-offensiven Außenbahn, ist er längst auf Augenhöhe mit den beiden alteingesessenen Stars.
Wettbewerbsübergreifend kommt Sané durch acht Tore und zwölf Assists auf 20 Scorerpunkte. Coman hat 19, Gnabry 13. Offensiv ist der Nationalspieler also angekommen.
Hauptkritikpunkt in den ersten Monaten war aber seine Arbeit gegen den Ball. Auch hier hat er eine Schippe draufgelegt. Die Diskussion habe er ohnehin nie wirklich verstanden, gab er zum Ausdruck. Für ihn war seine Schwächeperiode eher eine Kraftfrage.
"Ich musste das bei City machen, auch bei Schalke - das haben alle von mir erwartet. Es ist jetzt nichts Neues. Ich weiß, was mein Spiel stark macht. Da gehört auch meine Defensivarbeit dazu."

Sonderlob von Flick für Sané

Das sieht mittlerweile auch sein Trainer so. Nach einem Spiel im Januar gab es vom sonst mit diesen Dingen öffentlich eher sparsam umgehenden Flick ein Extralob.
"Das war das, was wir und die Mannschaft von Leroy sehen möchten", meinte der Bayern-Coach. Sané habe es "sehr gut gemacht, gegen den Ball gearbeitet, nach hinten Sprints angesetzt, Bälle gewonnen. Das war sehr wichtig".
Gegen Lazio darf er dies nach seiner Pause in Bremen am vergangenen Wochenende wieder unter Beweis stellen und selbst dafür sorgen, dass der Weg zu seinem ersten Champions-League-Titel weitergeht.
Er wird wohl in der Startelf stehen. Naklar.
FC Bayern - Lazio Rom live im TV, Livestream und Liveticker
Das könnte dich auch interessieren: Vor Lazio-Spiel: Bayern bangt um Neuer und Coman

Goretzka-Tor war einstudiert: Flick dankt Klose für Ecken-Trick

Bundesliga
Knackt Lewandowski die 40-Tore-Marke? Das sagt Dieter Müller
16/03/2021 AM 10:16
La Liga
Exklusiv: Ronaldo-Rückkehr zu Real Madrid offenbar geplatzt
16/03/2021 AM 09:02