Die Münchner gingen mit einer exzellenten Ausganglage ins Rückspiel in der heimischen Allianz Arena (Hinspiel: 4:1-Sieg), dennoch setzte FCB-Trainer Hansi Flick auf die bestmögliche Startelf. Im Vergleich zum letzten Pflichtspiel in der Bundesliga gegen den SV Werder Bremen veränderte er seine Startformation auf drei Positionen – Alexander Nübel rückte für Manuel Neuer (Erkältung) ins Tor, Leroy Sané ersetzte Kingsley Coman (muskuläre Probleme) und David Alaba kehrte in die Abwehrzentrale zurück.
Lazio-Coach Simone Inzaghi hielt mit einem defensiven 3-5-2-System dagegen – mit einer Fünferkette gegen den Ball. Im Angriff fehlte Top-Torjäger Ciro Immobile (angeschlagen), der auf der Bank Platz nahm, stattdessen starteten Joaquin Correa und Vedat Muriqi. Im Tor begann – wie schon im Hinspiel – der Ex-Münchner Pepe Reina.
Vor der Partie sprach Flick zwar davon, dass die Mannschaft das Hinspiel-Ergebnis ausblenden solle, doch im Spiel der Münchner war der Druckabfall nach dem klaren Sieg gegen Lazio bemerkbar. Die Münchner gingen auf Kontrolle, machten nicht mehr als nötig und ließen die Italiener mit zunehmender Spielzeit immer besser in die Partie kommen.
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In der 32. Minute verschenkten die Gäste allerdings ihren letzten Funken Hoffnung. Nach einer Ecke von der rechten Seite klammerte Francesco Acerbi genau vor den Augen des Schiedsrichters gegen Leon Goretzka und brachte ihn so zu Fall – István Kovács entschied sofort auf Elfmeter. Robert Lewandowski trat vom Punkt an und verwandelte auch seinen insgesamt 13. Elfmeter in der Königsklasse sicher zum 1:0 für die Münchner (33.).
In der Folge stoppten die Italiener ihre Gegenwehr – wohlwissend, dass sie vier Tore benötigten, um sich in die Verlängerung zu retten. Die Münchner diktierten das Spiel – ohne jedoch hohe Intensität zu gehen – und verwalteten das Ergebnis. Flick brachte bereits zur Pause Niklas Süle für Jérôme Boateng, um erste Kräfte zu schonen, im späteren Verlauf nahm er noch Lewandowski, Thomas Müller (71.) und Joshua Kimmich (77.) aus dem Spiel.
Kurz nach dem ersten Doppelwechsel legten die Münchner nach. Alaba spielte einen perfekten Steilpass in die Schnittstelle der Abwehr in den Lauf des eingewechselten Eric Maxim Choupo-Moting, der den Ball mit einer Berührung im Strafraum an Reina vorbeispitzelte und zum 2:0 traf (73.).
In der Schlussphase gelang den Italienern noch der Anschlusstreffer. Eine weite Freistoßhereingabe von Correa aus dem linken Halbfeld landete am zweiten Pfosten im Fünfmeterraum beim eingewechselten Marco Parolo, der problemlos und ungedeckt aus vier Metern einköpfte (82.).
Mit dem Viertelfinaleinzug bauen die Bayern ihre beeindruckende Bilanz aus und stehen zum neunten Mal in den vergangenen zehn Jahren in der Runde der letzten Acht. Ingesamt ist der Rekordmeister seit 19 Champions-League-Spielen ungeschlagen (letzte Niederlage am 13. März 2019 gegen Liverpool) und stellt damit den Vereinsrekord ein.

Die Stimmen zum Spiel:

Joshua Kimmich (FC Bayern München): "Es war uns schon sehr wichtig, dass wir das Spiel gewinnen, obwohl wir ein ganz gutes Ergebnis aus dem Hinspiel hatten. Wir wollten trotzdem zeigen, dass wir jedes Spiel gewinnen wollen. Ich denke, das ist auch unsere DNA und sollte in jedem Spiel unsere Herangehensweise sein."
Eric Maxim Choupo-Moting (FC Bayern München): "Wir haben uns vor dem Spiel klar vorgenommen, hundert Prozent Vollgas zu geben - es gab schon viele Geschichten im Fußball, gerade in der Champions League - deshalb haben wir es sehr ernst genommen von der ersten Minute an. Es war ein zähes Spiel, aber letzten Endes haben wir verdient gewonnen."
Hansi Flick (Trainer Bayern München): "Mir war wichtig, das wir gewonnen haben. Lazio hat gut verteidigt. Wir waren die erste Halbzeit nicht ganz so im Spiel. Es war aber ein verdienter Sieg. Das Gegentor ärgert uns."
Francesco Acerbi (Lazio Rom): "Es war ein gutes Spiel mit einem positiven Ansatz. Wir haben gemeinsam als Team gespielt. Wir wollten zeigen, dass wir es verdient hatten, hier zu sein. Wir müssen uns verbessern und bescheiden sein. Wir kennen die Mannschaften, gegen die wir spielen. Bayern ist das wahrscheinlich beste Team der Welt."

Der Tweet zum Spiel:

Trainingsspiel-Flair in der Allianz Arena…

Das fiel auf: Positiver Druck

Easy-going nach dem klaren 4:1-Sieg Lazio Rom! Das war zwar nicht das, was Flick sehen wollte, doch das, was die Münchner Akteure offensichtlich in ihren Köpfen hatten. Denn vom zuletzt so souveränen und intensiven Spieldruck des deutschen Rekordmeisters war gegen Lazio im Rückspiel nur wenig bis gar nichts zu sehen. Es ist und bleibt einerseits ein Phänomen, dass die Münchner zumeist dann liefern, wenn sie liefern müssen. Auf der anderen Seite ist es nur menschlich, dass ohne Druck kein hundertprozentiger Intensitätsabruf resultiert. Wenn es für die Münchner im Viertelfinale weitergeht, werden sie wieder ein anderes Gesicht zeigen – weil sie es zeigen müssen.

Die Statistik: 5

In nunmehr neun Spielzeiten in der Königsklasse schaffte es Lewandowski jeweils mindestens fünf Saisontore zu erzielen. Insgesamt kommt der Pole auf 73 Tore in 96 Partien in der Königsklasse.
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