Viel war nicht los am Mittwochabend in der Allianz Arena – lediglich ein halbes Dutzend Chancen gab es zwischen dem FC Bayern München und Lazio Rom zu bestaunen.
Letztlich war's nach dem 4:1 im Hinspiel schon eine klare Angelegenheit für die Bayern gewesen – mit 2:1 schaukelten sie auch das Rückspiel heim.
"Wir haben unsere Leistung in Rom heute mit einem weiteren Sieg gekrönt", sagte Trainer Hans-Dieter Flick, war aber nicht ganz zufrieden: "Wir haben verdient gewonnen, aber das Gegentor ist ein Wermutstropfen."
Champions League
Reaktionen zum Bayern-Sieg: Kimmich kritisiert internen "Zündstoff"
17/03/2021 AM 23:48
Mit dem 19. Einzug in ein Viertelfinale stellten die Bayern trotzdem einen Champions-League-Rekord auf und mit dem 19. Königsklassenspiel ohne Niederlage in Folge den Vereinsrekord aus dem Jahr 2002 ein - zuletzt verloren die Münchner vor über zwei Jahren im Europapokal (1:3 gegen den FC Liverpool am 13. März 2019).
Spielbericht: Bayern schlägt Lazio und feiert Viertelfinal-Rekord
"Es war uns schon sehr wichtig, dass wir das Spiel gewinnen, obwohl wir ein ganz gutes Ergebnis aus dem Hinspiel hatten", meinte Joshua Kimmich. Denn: "Wir wollten trotzdem zeigen, dass wir jedes Spiel gewinnen wollen. Ich denke, das ist auch unsere DNA und sollte in jedem Spiel unsere Herangehensweise sein."
Was uns beim Achtelfinal-Rückspiel auffiel.

1. Alaba dreht im Mittelfeld auf

David Alaba ist für seine Vielseitigkeit bekannt und beliebt – da kann sich der Verein jetzt schon mal freuen, dem sich der Österreicher im Sommer ablösefrei anschließen wird.
Im Rückspiel gegen Lazio begann der 28-Jährige nach seiner schöpferischen Pause in Bremen wieder links in der Innenverteidigung und spielte dort sehr aufmerksam. Alaba fing wie sein Nebenmann Jérôme Boateng viele Bälle ab, bevor sie gefährlich wurden, und strukturierte den Spielaufbau gut.
Richtig auffällig wurde Alaba dann Mitte der zweiten Hälfte, als Flick Alphonso Davies für Leon Goretzka brachte und Alaba ins Mittelfeld beorderte (63.). Dort drehte der Österreicher, ab der 71. Minute und der Auswechslung von Thomas Müller sogar mit der Kapitänsbinde ausgestattet, so richtig auf und war an fast allen Offensivaktionen beteiligt.
Seine auffälligste Szene: In der 73. Minute spielte er Eric Maxim Choupo-Moting nach einem guten Steilpass von Joshua Kimmich mustergültig frei, der Joker nutzte den Ball von Alaba kühl zum 2:0.
Mit 113 Ballkontakten war Alaba am Ende der meistangespielte Mann auf dem Platz; zudem brachte er 93 seiner 100 Pässe zu Mitspieler – ein gelungener Abend, mit dem er sich erneut ins Schaufenster stellte und den europäischen Top-Klubs empfahl.

2. Sané sammelt Fleißkärtchen

Leroy Sané kommt beim FC Bayern 2021 immer besser in Schuss und darf sich mittlerweile als Stammspieler fühlen, auch wenn die Konkurrenz (Coman, Gnabry) nicht schläft. Gegen Lazio gelang ihm zwar kein Scorerpunkt, der Flügelstürmer war dennoch der auffälligste Offensivspieler der Münchner.
Nach 13 Minuten setzte er den Ball mit einem an Arjen Robben erinnernden Fernschuss nur knapp am linken Pfosten vorbei. Zudem versuchte er die Lazio-Defensive immer mal wieder mit Läufen in die Tiefe auseinanderzuziehen und präsentierte sich äußerst zweikampffreudig (17, meiste auf dem Platz). Auch im Spiel gegen den Ball machte Sané viele Meter.
Sané sein ein Künstler, der zu Beginn der Saison ab und zu auf "Standby" geschaltet habe, hatte Flick unmittelbar vor der Partie erklärt, dann aber Sanés ansteigende Lernkurve hervorgehoben: "Das hat er wirklich abgelegt."
In der 89. Minute legte Sané Gnabry beinahe noch mit einem tollen Steckpass aus vollem Lauf das 3:1 auf.

Flick "erleichtert" nach Aussprache mit Salihamidzic

3. Nübel-Auftritt mit Schönheitsfehler

Weil Manuel Neuer leicht kränkelte, durfte Alexander Nübel sein drittes Pflichtspiel für Bayern bestreiten, zum zweiten Mal (nach dem eher unbedeutenden 1:1 gegen Atlético) in der Champions League.
Was für eine glückliche Fügung so ein Schnupfen doch sein kann, schließlich hatte sich Nübel unlängst via Berater über seine wenigen Einsätze beschwert und damit auch eine Rolle im Zwist zwischen Flick und Sportvorstand Hasan Salihamidzic, der der Nübel-Seite im Vorfeld offensichtlich mehr Einsätze in Aussicht gestellt hatte, gespielt.
Gegen Lazio agierte Nübel lange ziemlich souverän, vor allem auch mit dem Ball am Fuß. Einmal ließ er sich etwas zu viel Zeit und wurde von einem anlaufenden Angreifer ein bisschen geblockt – das war aber auch schon der einzige Punkt, der zu bemängeln war.
So richtig auszeichnen konnte sich Nübel aber auch nicht; beim Kopfball von Sergej Milinkovic-Savic (15.), den Nübel sicher hielt, und einer Konterchance durch Joaquín Correa (72.), bei der Nübel lange stehen blieb, standen beide Laziali im Abseits.
In der 83. Minute musste der 24-Jährige dann aber doch noch hinter sich greifen. Ein Freistoß von Andreas Pereira wurde länger und länger – und weil Javi Martínez nicht richtig mit Marco Parolo mitging, konnte dieser aus kurzer Distanz einnicken. Nübel sah dabei nicht ganz unschuldig aus.
"Er macht einen Schritt und geht dann wieder zurück. Er hat sich auf die Mitspieler verlassen, aber es war auch kein Torwartfehler", analysierte "Sky"-Experte Lothar Matthäus im Studio. Der deutsche Rekordnationalspieler war sich jedoch auch sicher: "Wäre es ein wichtiges Spiel gewesen, hätte Neuer gespielt. Hundert Prozent."
WER GEWINNT DIE CHAMPIONS LEAGUE?
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