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Gladbach unterliegt Inter Mailand - Finale gegen Real steht bevor
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Publiziert 01/12/2020 um 22:53 GMT+1 Uhr
Borussia Mönchengladbach hat den vorzeitiges Einzug ins Achtelfinale der Champions League verpasst. Die Fohlen unterlagen am 5. Spieltag Inter Mailand zu Hause 2:3 (1:1) und haben somit am Mittwoch in einer Woche ein echtes Endspiel gegen Real Madrid vor der Brust. Matteo Darmian (17.) und Romelu Lukaku (64./73.) trafen für die Nerazzurri. Alassane Pléa netzte doppelt für die Borussia (45.+1/75.).
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In der Hammergruppe B mit Real Madrid, Inter Mailand und Schachtjor Donezk hatte Borussia Mönchengladbach nach dem vierten Spieltag die besten Karten auf das Weiterkommen. Durch die 0:2-Niederlage von Real gegen Donezk am frühen Abend bot sich den Fohlen sogar die Chance, mit einem Dreier den Gruppensieg klarzumachen. Inter dagegen war zum Siegen verdammt, um das vorzeitige Ausscheiden noch zu verhindern.
Die Gladbacher versteckten sich keineswegs und liefen von Beginn an das Mailänder Aufbauspiel hoch an. Gegen die gut sortierte Gästeabwehr fanden die Fohlen aber wenige Mittel.
Die ersten Torchancen gehörten daher den Gästen. Lautaro Martínez verarbeitete eine Flanke im Strafraum und zog ab. Tony Jantschke schmiss sich zweifach in den Schuss und blockte ab. Allerdings konnte er den Ball nur unzureichend klären und so kam erneut eine Flanke zu Martinez, der dieses Mal per Volley das Außennetz traf (6.).
Beim nächsten vielversprechenden Mailänder Angriff war es dann aber soweit: Roberto Gagliardini bekam am Strafraumrand zu viel Zeit und bediente Matteo Darmian, der den Ball direkt nahm und Yann Sommer zur 1:0-Führung tunnelte (17.).
Inter blieb auch in der Folgezeit die torgefährlichere Mannschaft. Romelu Lukaku setzte sich auf Höhe der Mittellinie stark gegen mehrere Gladbacher durch und passte im richtigen Moment auf Martínez, dessen erster Versuch an Stefan Lainer hängen blieb. Den zweiten Abschluss des Argentiniers parierte Yann Sommer stark (33.).
Erst danach fing sich Gladbach wieder etwas und kam erstmals gefährlich vor das gegnerische Tor. Lainer fasste sich ein Herz und zog aus 20 Metern einfach mal ab. Samir Handanovic konnte den Ball nur zur Seite abwehren, sodass Stindl nach einer Flanke noch einmal die Kopfballchance bekam, den Ball aber zu zentral platzierte (36.). Nur eine Minute später zwang Marcus Thuram Handanovic mit einem Flachschuss erneut zu einer starken Parade (37.).
Mit dem Pausenpfiff erzielten die Gastgeber dann aber doch noch den 1:1-Ausgleich. Valentino Lazaro zog zur Grundlinie und flankte in die Mitte. Weil Thuram sich zum kurzen Pfosten orientierte und die Verteidiger mitzog, bekam Alassane Pléa im Rückraum viel Platz und konnte ungestört einköpfen (45.+1).
Nach der Pause beäugten sich beide Mannschaften zunächst. Die erste Chance der zweiten Hälfte hatte Thuram, der das Tor im Anschluss an eine Ecke unbedrängt verfehlte (51.). Danach nahm die Partie aber nochmal richtig Fahrt auf. Lukaku behauptete den Ball auf Höhe des Sechzehners im Laufduell gegen den eingewechselten Denis Zakaria. Mit robustem Körpereinsatz verschaffte sich der Belgier Platz und schloss mit einem Flachschuss ins lange Eck zum 2:1 ein (64.).
Und kurz darauf war es erneut Lukaku, der den Ball im Tor unterbrachte. Der eingewechselte Ex-Dortmunder Achraf Hakimi bekam einen Steilpass in den Lauf und legte quer. Zakaria kam gegen Lukaku zu spät, sodass der Stürmer unbedrängt zum 3:1 einschieben konnte (73.).
Doch Gladbach konterte umgehend. Nach einem Ballverlust von Alexis Sánchez im Aufbau schaltete Thuram schnell um und legte in den Lauf von Pléa, der eiskalt ins lange Eck abschloss und somit auf 2:3 verkürzte (75.). Auf der anderen Seite wiederum nutzte Sánchez einen Kontakt von Zakaria im Strafraum nicht, um einen Elfmeter herauszuholen (77.).
Stattdessen erzielte Gladbach den vermeintlichen Ausgleich. Pléa bekam nach einem Doppelpass mit Lainer den Ball zurück. Zwar traf der Franzose den Ball nicht richtig, doch irgendwie holperte die Kugel ins lange Eck (83.). Der Schiedsrichter entschied nach Ansicht der Videobilder auf Abseits, weil Breel Embolo im Blickfeld von Inter-Keeper Handanovic gestanden haben soll. Eine äußerst harte Entscheidung aus Gladbacher Sicht.
Gladbach rannte in den Schlussminuten noch einmal an, doch Inter brachte die Führung mit Härte und Cleverness ins Ziel. Somit wahrten die Mailänder die Chance auf das Weiterkommen. Gladbach muss im Gastspiel bei Real Madrid am Mittwoch in einer Woche mindestens einen Punkt holen, um sicher in die K.o.-Runde einzuziehen.
Die Stimmen:
Florian Neuhaus (Borussia Mönchengladbach): "Wir haben uns gut reingekämpft nach dem 1:0 für Inter. Inter hat sich dann zurückgezogen. Wir hatten dann die Kontrolle über das Spiel. Wieder geht Inter in Führung in einer Phase, in der ich das Gefühl hatte, wir sind ein bisschen dran. Inter macht dann das dritte. Das ist natürlich wahnsinnig bitter."
Christoph Kramer (Borussia Mönchengladbach): "Ich finde nicht, dass er (Breel Embolo, Anm. d. Red.) ganz krass in der Sicht des Torwarts steht. Er sieht den Ball ja. In der Sicht stehen drei Weiße (Inter-Spieler, Anm. d. Red.). Er hält ihn so oder so nicht. Es ist schwer zu sagen. Mit meiner Gladbach-Brille sage ich, es ist kein Abseits, weil er den Ball sehen kann und ihn so oder so nicht gehalten hätte. Wenn das Ding auf der anderen Seite fällt, bin ich wahrscheinlich der erste, der reklamiert. So ist das unfassbar schade."
Marco Rose (Trainer Borussia Mönchengladbach): "Wir sind enttäuscht. Ich glaube, dass wir nah dran waren und es uns verdient hätten. Ich muss sogar sagen, dass wir heute besser gespielt haben als in Mailand. Ich glaube schon, dass hintenraus an so einem Tag ein, zwei Entscheidungen, die 50:50 waren, gegen uns gelaufen sind und jetzt müssen wir das Ding in Madrid klarmachen. Erstmal glaube ich, dass man vor dem 2:1 durchaus ein Foul an Thuram geben kann. Ich glaube auch, dass die Abseitskonstellation von Breel (Embolo, Anm. d. Red.) nicht so ist, dass er den Torwart behindert oder er im Sichtfeld zwischen Ball und Tor steht. Dann ist es auch egal, ob er über den Ball springt. Er behindert ihn nicht. Also kann man das Tor geben."
Das fiel auf: Keine Antwort auf Lukaku
Schon vor der Partie sprach Gladbach-Trainer Marco Rose davon, dass man eine Lösung finden müsse, um Inters Zielspieler Lukaku in den Griff zu bekommen. Im Spiel war dann zunächst Jantschke als linker Innenverteidiger für den Belgier verantwortlich. Doch wie beispielsweise vor dem 1:0 konnte der bullige Stürmer viele Bälle behaupten und anschließend verteilen. Gleichzeitig bekamen die sehr offensiven Außenverteidiger Inters oft zu viel Platz. Auf diese Umstände reagierte Rose in der Pause und brachte Zakaria für Jantschke, was mit einer Umstellung auf eine Dreier- bzw. Fünferkette einherging. Der Schweizer, der nach langer Verletzungpause erst vergangene Woche sein Comeback gefeiert hatte, übernahm auf der ungewohnten Position als Innenverteidiger die schwere Aufgabe, Lukaku abzuschirmen. Zakaria gewann zwar etliche Zweikämpfe, ließ sich dann aber bei beiden Toren vom Stürmerstar abschütteln. Am Ende trug dies maßgeblich zum Sieg bei.
Der Tweet zum Spiel:
Gladbach-Fans haderten am Ende vor allem mit der Leistung des Schiedsrichters. Tatsächlich stand Embolo nicht im direkten Sichtfeld von Handanovic. Es war nicht die einzige harte Entscheidung gegen Gladbach. Dem Treffer zum 1:2 war bereits ein potentielles Foulspiel an Thuram vorausgegangen.
Die Statistik: 2008
Internazionale Mailand trägt seinen Namen nicht ohne Grund. Denn für das Toreschießen sind in der Regel nur selten Italiener verantwortlich. Das 1:0 durch Darmian war Inters erster Treffer seit November 2008, der von einem Italiener vorbereitet und auch erzielte wurde. Vor zwölf Jahren gelang dies zuletzt Marco Materazzi nach Vorlage von Mario Balotelli.
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Quelle: Perform
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