Bei der Neuauflage des Champions-League-Finals plagten den FC Bayern und Paris St. Germain einige Personalprobleme. Das sollte beide Teams aber nicht davon abhalten, mit viel Energie in dieses wichtige Spiel zu starten.
Schon in der zweiten Minute setzte Eric-Maxime Choupo-Moting einen Kopfball nach einer Ecke an die Oberkante der Latte. Doch mit dem direkten Gegenangriff erzielte PSG den Führungstreffer. Neymar bekam zu viel Platz zwischen den Ketten. Dann steckte der Brasilianer auf Kylian Mbappé durch, der aus halbrechter Position durch die Beine des etwas unglücklichen Manuel Neuers zum 1:0 einschoss (3.).
Die Bayern zeigten sich von dem Rückschlag unbeeindruckt und drängten auf den direkten Ausgleich. Der misslang aber, weil die Hausherren gleich eine Reihe guter Torchancen liegen ließen. Sowohl Thomas Müller (10.) als auch Leon Goretzka (19.) schlossen freistehend nach Flanken zu zentral ab, um Keylor Navas zu überwinden.
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Erster Titel futsch! PSG legt Fehlstart in die neue Saison hin
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Und so nutzte PSG die zweite gute Chance gleich zum nächsten Treffer. Nach einem Eckball rückte die Bayern-Abwehr nicht schnell genug raus. Neymar brachte den Ball aus dem Halbfeld wieder vor das Tor. Marquinhos startete im perfekten Moment und stand nicht im Abseits. Der Innenverteidiger hatte viel Zeit, um den Ball zu verarbeiten und an Neuer vorbei zum 2:0 ins Tor zu schieben (28.).
Gerade als die Bayern nicht mehr ganz so zielstrebig wirkten, fiel dann doch der Anschlusstreffer. Benjamin Pavard flankte aus halbrechter Position. In der Mitte stieg Choupo-Moting am höchsten und köpfte zum 1:2 aus Münchner Sicht ein (37.).
Auch zu Beginn der zweiten Hälfte traten die Münchner sehr engagiert auf, doch die erste gute Chance gehörte den Gästen. Mbappé dribbelte sich zunächst fest, doch die Münchner bekamen den Ball nicht geklärt. Neymar schnappte sich die Kugel, scheiterte aber aus spitzem Winkel an Neuer, ehe Alphonso Davies den Nachschuss von Mbappé auf der Linie klärte. (52.).
Dann gelang den Bayern aber der verdiente Ausgleich. Eine Freistoßflanke von Kimmich fand den freistehenden Müller, der per Kopf das 2:2 markierte (60.). Die Bayern spielten nun auf den Führungstreffer, doch stattdessen mussten sie den nächsten Rückschlag hinnehmen.
Bei einem Konter erhielt Mbappé zu viele Freiräume und schoss durch die Beine von Jérôme Boateng zum 3:2 ein (68.). Die Münchner blieben auch nach dem erneuten Dämpfer die bessere Mannschaft, spielten aktiv nach vorne, aber agierten oft zu ungenau im letzten Drittel.
Dennoch kamen die Gastgeber kurz vor Schluss noch zu ihren Chancen. Bei den Abschlüssen von David Alaba (86.) und Thomas Müller (87.) fehlten jedoch ein paar Zentimeter.
So konnten die Bayern die bittere Niederlage nicht mehr abwenden und PSG durfte sich über die geglückte Revanche für das verlorene CL-Finale freuen. Im Rückspiel müssen die Münchner nun mindestens mit 2:0 in Paris gewinnen.

Die Stimmen:

Hansi Flick (Trainer FC Bayern): "Wir können jetzt über Vieles reden. Natürlich hat der Gegner aus wenigen Chancen drei Tore gemacht und wir hatten viel Chance. Aber die Art und Weise, wie wir Fußball gespielt haben, das ist beeindruckend gewesen. Klar, hätten wir gerne ein anderes Ergebnis gehabt. Mit den Chancen, die wir hatten, hätten wir auch die drei Gegentore durchaus zu einem guten Ergebnis machen können. Leider war es vor dem Tor nicht so entschlossen. Aber trotzdem bin ich mit der Leistung der Mannschaft sehr zufrieden. Wenn man heute unser Spiel gesehen hat, dann kann man schon auch positiv nach Paris schauen und wir werden alles versuchen, um ins Halbfinale zu kommen."
Thomas Müller (FC Bayern): "Wir müssen deutlich mehr Tore machen. Natürlich kann man auch über Gegentore diskutieren. Aber wenn es 5:3 oder 6:3 ausgeht, dann kann sich anhand der Riesenchancen keiner beschweren. Aber so ist das jetzt. Jetzt müssen wir dem Rückstand hinterherlaufen. Wenn wir den Killerinstinkt an den Tag legen, der uns oft auszeichnet, hätten wir ein ganz anderes Spiel gesehen. Die Diskussion über die Gegentore brauchen wir nicht führen. Wir haben eine offensive Herangehensweise, deswegen schießen wir viele Tore, deswegen gewinnen wir sehr viele Spiele. Wir haben schon die Überzeugung, noch weiterkommen zu können."
Julian Draxler (Paris St. Germain): "Der Zeitpunkt, zu dem wir die Tore gemacht haben, war ideal. Klar, Bayern hatte mehr Spielanteile. Wir waren vorne sehr effektiv. Wir haben drei Tore gemacht, ohne viele Ballbesitzphasen zu haben. Es war schwer. Wir sind sehr viel hinterhergelaufen. Aber am Ende haben wir vorne die Qualität, um die drei Tore zu machen. Es war ein guter erster Schritt. Aber man hat heute die Qualität von Bayern gesehen. Es wird ein sehr, sehr hartes Rückspiel."
Kylian Mbappé (Paris St. Germain): "Es war ein schweres Spiel gegen das aktuell beste Team in Europa. Wir haben als Mannschaft gut gespielt. Aber es war erst das erste Spiel. Wir müssen mit Selbstvertrauen und wieder wie ein Team spielen."

Der Tweet zum Spiel:

Ob die Spieler nicht mehr an die winterlichen Temperaturen gewöhnt waren? Bei -1° Celsius und leichtem Schneefall schienen die Muskeln der Akteure nicht so richtig warm werden zu wollen. In der ersten Halbzeit mussten gleich drei Spieler angeschlagen vom Feld.

Das fiel auf: Effizienz bricht Bayern das Genick

"Leon Scoretzka, you know", war die scherzhafte Antwort von Thomas Müller auf die Frage, wie man den wochenlangen Ausfall von Tormaschine Robert Lewandowski (aka. "Lewangoalski") auffangen wolle. Doch wie schon das Leipzig-Spiel zeigte auch die Partie gegen Paris, dass sich ihr eiskalter Torjäger nicht Eins-zu-Eins ersetzen lässt. In Halbzeit eins ließen in Müller, Goretzka und Choupo-Moting gleich drei Offensivspieler gute Chancen liegen. Auf der Gegenseite präsentierte sich PSG mit perfekter Effizienz. Zwei Torschüsse in den ersten 45 Minuten führten zu zwei Toren, während die Bayern ganze 15 für ihren einzigen Treffer benötigten. Auch wenn Paris in der zweiten Hälfte erst den dritten Schuss zum nächsten Tor nutzen konnte, blieb das Bild das gleiche. Die Bayern rannten an, konnten ihre vielen Gelegenheiten aber nicht nutzen. So musste Hansi Flick die erste CL-Niederlage als Trainer einstecken.

Die Statistik: 14

Benjamin Pavard bestritt an diesem Abend sein 14. Spiel in der Champions League. In den vorherigen 13 war er immer als Sieger vom Platz gegangen – eine Quote, die so noch nie jemand erreicht hatte. Doch der Hauptstadtklub aus der Heimat des Franzosen schaffte es, seine Siegesserie zu beenden.
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