FC Bayern baut dank Kimmich Rekordserie aus

Der FC Bayern München hat in der Gruppe A der Champions League 2:1 (1:0) beim FC Lokomotive Moskau gewonnen und damit seine Rekordserie in der Königsklasse auf saisonübergreifend 13 Siege ausgebaut. Joshua Kimmich traf zum Endstand (79.). Zuvor hatte Leon Goretzka die Bayern in Führung geköpft (13.), Anton Mirantschuk jedoch für die gut mithaltenden Russen ausgeglichen (70.).

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Das letzte Champions-League-Spiel, dass die Bayern nicht gewonnen haben, liegt damit mittlerweile schon 20 Monate zurück (1:3 im Achtelfinal-Rückspiel der Saison 2018/19 gegen den FC Liverpool).
Um die Belastung vor den anstehenden Auswärtsspielen in der Liga in Köln (31.10.) und bei Erzrivale Borussia Dortmund (7.11.) sowie in der Königsklasse bei RB Salzburg in der kommenden Woche (3.11.) möglichst gering zu halten, ging es direkt nach der Partie mit Sondergenehmigung zurück nach München. An der Säbener Straße war für 3:15 Uhr noch ein Corona-Test geplant.
Zuvor hatten die Bayern ihre Pflicht mit einigem Glück erfüllt. Man wolle in Moskau "da weitermachen, wo wir gegen Atletico aufgehört haben", sagte Sportvorstand Hasan Salihamidzic vor dem Spiel bei "DAZN".
Nach dem Auftaktsieg in Gruppe A gegen Atlético Madrid (4:0) vor sechs Tagen ist der FC Bayern München am kommenden Mittwoch bei RB Salzburg (21:00 Uhr im Liveticker) zu Gast.

So lief das Spiel:

Die Münchner waren im ersten Durchgang spielbestimmend. Sie ließen den Ball gut laufen und kamen nach tollen Kombinationen aus aussichtsreichen Positionen zum Abschluss. So auch in der 13. Minute, als Corentin Tolisso aus halblinker Position in die rechte Strafraumhälfte chippte, wo Benjamin Pavard volley mit der Innenseite in die Mitte gab. Leon Goretzka lauerte und köpfte aus sechs Metern zum 1:0 ein.
Defensiv leistete sich der Titelverteidiger einige Unachtsamkeiten. Lokomotive Moskau, das in der heimischen Liga in zwölf Spielen lediglich 13 Mal netzte, schoss in der ersten Hälfte zweimal aufs gegnerische Tor - ebenso oft wie der FC Bayern, der zwar ein dickes Chancenplus hatte, acht seiner zehn Schüsse aber nicht auf den Kasten platzierte.
Zwar hatten die Bayern - wie bereits in der ersten Halbzeit - auch nach dem Seitenwechsel über 60 Prozent an Ballbesitz, doch ihre Lücken in der Defensive wurden noch größer. Die Russen spritzten einige Male in diese, verpassten den Ausgleich aber zunächst.
In der 57. hätte Joshua Kimmich auf 2:0 stellen können bzw. müssen. Joker Serge Gnabry legte in der rechten Strafraumhälfte quer auf Kimmich, der den Ball fünf Meter vor dem Gehäuse nicht optimal traf. Slobodan Rajković fälschte leicht ab, sodass Keeper Guilherme sicher zupackte.
Sieben Minuten später wurde Robert Lewandowski knapp innerhalb der Box gefoult. Der Unparteiische zeigte auf den Elfmeterpunkt, hatte anschließend allerdings Kontakt mit dem Video-Assistenten und nahm den Strafstoß aufgrund einer vorangegangen Abseitsposition zurück.
Es vergingen wieder nur wenige Minuten, als Kingsley Coman den zweiten Bayern-Treffer auf dem Schlappen hatte. Nach einem Doppelpass mit Kimmich zirkelte der französische Flügelflitzer aus etwa zwölf Metern hauchdünn rechts oben vorbei (69.).
Die Hausherren waren zweikampfstärker und kamen nach dem Seitenwechsel zehnmal zum Abschluss. Lok Moskau nutzte in der 70. Minute Freiräume in der Münchner Hintermannschaft und glich durchaus verdient aus. Zé Luís hatte auf der rechten Außenbahn viel Platz. Er drang in hohem Tempo in den Strafraum ein und legte quer auf Anton Mirantschuk, der aus sechs Metern zum 1:1 ins kurze Eck schoss.
Zé Luís drang in der Schlussviertelstunde erneut in hohem Tempo in den Sechzehner ein - diesmal von der linken Seite. Sein nachfolgender Schuss rauschte knapp am langen Pfosten vorbei (77.).
Ein Sahnetor von Kimmich sorgte für den relativ späten 2:1-Siegtreffer der Gäste. Der eingewechselte Javi Martínez passte in zentraler Mittelfeldposition vertikal zu Kimmich, der den Ball mit links annahm und mit rechts per Drehschuss aus etwa 21 Metern ins linke untere Eck schoss (79.).

Die Stimmen:

Hansi Flick (Trainer FC Bayern München): "Moskau hat es sehr gut gemacht. Sie haben sehr tief gestanden und immer mal wieder mit langen Bällen operiert. Also von daher haben sie uns schon das eine oder andere Mal wehgetan - weil wir unnötige Meter laufen mussten. Und ansonsten muss man auch sagen, war es verdient das 2:1, auch wenn es nicht ganz so klar war, wie wir es uns vorgenommen haben."
Marko Nikolić (Trainer Lokomotive Moskau): "Wir haben heute defensiv gut gespielt. Wir waren motiviert, diszipliniert und mutig. Außerdem haben die Fans eine tolle Atmosphäre im Stadion geschaffen. Das hat unsere Spieler noch weiter motiviert. Wir haben gut gespielt, aber uns stand die beste Mannschaft der Welt gegenüber. In ein paar Jahren werden wir gegen solche Teams noch besser bestehen können."
Joshua Kimmich (FC Bayern München): "Das war ein Arbeitssieg. War auf jeden Fall nicht unser bestes Spiel. Die haben es nicht schlecht gemacht, trotzdem müssen wir das Spiel dann früher entscheiden. Wir gehen früh in Führung, so ein bisschen aus dem Nichts eigentlich. Hatten dann in der zweiten Halbzeit, unter anderem durch mich, die Riesenchance aufs 2:0. Muss da das Spiel schon entscheiden. So wird’s nochmal spannend."
Manuel Neuer (Kapitän FC Bayern München): "Wir glauben immer an uns. Ich glaube, das hat man in den letzten Wochen und Monaten auch gesehen und gemerkt. Dieser Spirit ist in der Mannschaft - und wir können uns aber nicht darauf verlassen. Wir müssen immer wieder aufs Neue was dafür tun. Und es war nicht so einfach - das hat man gemerkt. Und solche Mannschaften sind auch nicht angenehm zu spielen."

Der Tweet zum Spiel:

Das fiel auf: Mini-Durststrecke für Lewandowski

RL9 befindet sich in einer herausragenden Form und ist aktuell wohl der beste Stürmer der Welt. In der Bundesliga knipste er bereits zehnmal, wofür er lediglich fünf Spiele benötigte. Der Pole darf sich berechtigte Hoffnungen auf den Titel des Weltfußballers machen. In der Vorsaison schoss er in der Champions League 15 Treffer - nur Cristiano Ronaldo netzte in der Historie dieses Wettbewerbs noch häufiger (16 Mal 2015/16, 17 Mal 2013/14). Doch Bayerns Tormaschine erlebt derzeit eine Mini-Durststrecke, denn Lewandowski traf weder beim 1:0-Finalerfolg über Paris Saint-Germain (2019/20) noch beim CL-Auftakt gegen Atlético Madrid (4:0). Und auch gegen die Moskauer brachte er den Ball nicht über die Torlinie. Das zuvor letzte Mal, als Lewy in der Königsklasse in drei aufeinanderfolgenden Partien nicht traf, lieg bereits knapp zweieinhalb Jahre zurück. Damals schaffte er es gar fünfmal in Folge nicht, sich in die Torschützenliste einzutragen.

Die Statistik: 14

Lässt man die Begegnungen beim Finalturnier in Lissabon (2019/20) außen vor, verlor der FC Bayern seit 14 Champions-League-Auswärtspartien nicht mehr. Eine längere ungeschlagene Serie hatten die Münchner in diesem Wettbewerb noch nie. Sie fuhren dabei elf Siege und drei Unentschieden ein. Die bis dato letzte Auswärtspleite war im September 2017. Damals setzte es ein 0:3 bei PSG - noch unter Carlo Ancelotti.
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EXTRA TIME - der Eurosport-Podcast:

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Müller traut Lewandowski 40 Bundesliga-Tore zu

Quelle: Perform

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