Vorjahresfinalist Paris St.-Germain zeigte sich im Hinspiel des Halbfinales der Champions League im heimischen Prinzenpark gegen Manchester City von Anfang an hochmotiviert. Bereits nach zwei Minuten verbuchten die Hausherren in Person von Superstar Neymar den ersten Torschuss, der Versuch des Brasilianers aus 14 Metern halblinker Position wurde allerdings von Gäste-Torwart Ederson entschärft.
Auch in der Folge blieb die Elf von Mauricio Pochettino druckvoll, während die Gäste aus England in der Anfangsphase häufig zu passiv agierten. So fiel der Führungstreffer für die Franzosen nicht unverdient. Bei einem mit Zug vors Tor geschlagenen Eckball von der rechten Seite von Ángel Di María stieg Kapitän Marquinhos am ersten Pfosten hoch und köpfte den Ball aus vier Metern zur Führung ins linke Toreck ein (15.).
Das Team von Pep Guardiola tat sich dagegen schwer, überhaupt einmal ins letzte Angriffsdrittel vorzudringen. Allein Bernardo Silva, im Anschluss an einen Steilpass von Ilkay Gündogan, tat mit seinem Schussversuch aus spitzem Winkel und kurzer Distanz etwas für die Torschussstatistik (21.).
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Die Angriffe der Hausherren wirkten hingegen zielstrebiger. Nach einer weiteren Ecke hatte Leandro Paredes das 2:0 auf dem Kopf, zielte aus fünf Metern allerdings knapp am linken Pfosten vorbei (28.). Wenig später wurde ein Schuss aus 14 Metern halblinker Position von Linksverteidiger Mitchel Bakker geblockt (31.).
Erst kurz vor dem Pausenpfiff hatte auch Manchester die erste wirklich gute Torgelegenheit. Nach einem Fehlpass im Aufbauspiel von PSG wurde Phil Foden im Strafraum der Gastgeber freigespielt. Sein Abschluss aus 14 Metern zentraler Position geriet allerdings zu unplatziert, sodass Keylor Navas den Ball zur Seite abwehren konnte (42.).
Mit Wiederanpfiff erhöhte Manchester City den Druck, presste nun höher und schnürte Paris in seiner Hälfte ein. Ein Fallrückzieherversuch von Kevin De Bruyne sah zwar ansprechend aus, verfehlte allerdings auch das Tor von Navas (61.).
Nur kurz darauf machte es der Belgier dann aber besser: Im Anschluss an einen kurz ausgeführten Eckball landete der Ball bei De Bruyne, der die Kugel – wohl eher als Vorlage gedacht – vom linken Strafraumeck aus in den Fünfmeterraum hob. Die Hereingabe erreichte zwar keinen Mitspieler, tippte allerdings noch einmal vor dem Tor auf, um sich dann ins rechte Toreck zu drehen – der Ausgleich (64.).
Ähnlich wie im ersten Durchgang bereits die Gäste, blieb nun PSG zu passiv und wurde prompt dafür bestraft. Nach einem Foul von Idrissa Gueye an Foden entschied Schiedsrichter Felix Brych auf Freistoß für Manchester City. Die Gelegenheit ließ sich Riyad Mahrez nicht nehmen und zirkelte den Ball aus 20 Metern zentraler Position durch die Pariser Mauer hindurch ins linke Toreck (71.) - Leandro Paredes und Presnel Kimpembé hatten eine Lücke gelassen.
In der Folge kam es sogar noch schlimmer für die Franzosen. Nach einer so übermotivierten wie unnötigen Grätsche in die Beine von Gündogan sah Gueye in der 77. Minute die Rote Karte – Paris musste die Schlussphase also auch noch in Unterzahl bestreiten.
Auch deshalb spielte in den letzten Minuten hauptsächlich Manchester City. Ein flacher Distanzschuss von Mahrez rauschte knapp am Tor von Navas vorbei (84.). PSG hingegen verlegte sich mit einem Mann weniger vor allem auf die Gefahrenabwehr und kam nicht mehr gefährlich vors Tor von Ederson. Glück hatte indes De Bruyne, dass der deutsche Schiedsrichter Felix Brych es nach einem Tritt auf den Fuß von Danilo bei Gelb beließ und auch der VAR nicht einschritt (86.).
So blieb es beim 2:1-Sieg für Pep Guardiola und sein Team, das sich dadurch eine sehr gute Ausgangsposition für das Rückspiel am kommenden Dienstag geschaffen hat.

Die Stimmen:

Pep Guardiola (Trainer Manchester City): "Das war ein gutes Ergebnis, aber wir hätten gerne noch ein Tor mehr geschossen, weil so im Rückspiel noch viel passieren kann. In der ersten Hälfte waren wir zu wenig aggressiv. Jetzt haben wir erst einmal ein wichtiges Spiel in der Premier League, dort wollen wir Meister werden. Das ist für uns wichtiger als die Champions League."
Marquinhos (Paris Saint-Germain): "Wir haben zwei wirklich dumme Tore kassiert. Wir werden Charakter beweisen müssen, wenn wir nicht dran glauben, müssen wir die Reise gar nicht erst antreten. Man braucht Kämpfermentalität, um in die nächste Runde zu kommen."
Kevin De Bruyne (Manchester City): "Es war ein Spiel mit zwei Halbzeiten. Die ersten zehn Minuten waren okay von uns, danach ist Paris besser ins Spiel gekommen. In der Halbzeit haben wir uns vorgenommen, langsamer und besser miteinander zu spielen und das haben wir dann gut gemacht. Wir sind zwei sehr gute Mannschaften mit unglaublicher Qualität - ich glaube, wir müssen es nächste Woche ähnlich gut machen."

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Der Tweet zum Spiel:

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In der ersten Halbzeit war Paris Manchester City in beinahe allen Belangen überlegen. So zeigte sich die Mannschaft von Mauricio Pochettino sehr lauffreudig, passsicher und zielstrebig und bei gegnerischem Ballbesitz im 4-4-2-System auch taktisch äußerst diszipliniert. Warum die Mannschaft im zweiten Durchgang allerdings all das, was sie zuvor ausgemacht hatte, vermissen ließ, muss sich Pochettino nun vorwerfen lassen. Die Franzosen waren in Halbzeit zwei viel zu passiv, überließen der Pass- und Ballbesitzmaschine Manchester City freiwillig den Ball und beschnitten sich so ihrer eigenen stärksten Waffe – dem Umschaltspiel.

Die Statistik: 1

Für Pep Guardiola war es das erste Spiel im Halbfinale der Champions League mit Manchester City – und nach dem Willen des Katalanen soll es nach dem Rückspiel kommende Woche auch endlich einmal ins Finale gehen. Dort stand Guardiola letztmals 2011 mit dem FC Barcelona.

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