Im viel zitierten Spiel um Platz eins in Gruppe C erwischte der BVB einen denkbar schlechten Start und geriet in der ausverkauften Johan Cruijff Arena bereits nach elf Minuten in Rückstand. Einen scharf getretenen Freistoß von Ajax-Kapitän Dušan Tadić verlängerte Dortmunds Spielführer Marco Reus unglücklich per Kopf in die lange Ecke (11.).
Die Gastgeber blieben gegen einen defensiv passiv agierenden BVB auf dem Gaspedal und legten wenig später das zweite Tor nach. Sebastian Haller behauptete den Ball am Strafraum stark gegen Mats Hummels und legte für Daley Blind ab. Dessen Schuss von der Strafraugrenze fand über den Innenpfosten den Weg zum 2:0 ins Netz (25.).
In der Folge spielte sich der niederländische Meister phasenweise in einer Rausch und hätte zur Halbzeit deutlich höher führen müssen. Steven Berghuis verzog aus 16 Metern nur knapp (29.), kurz darauf rettete Kobel stark gegen Haller (32.). In der 43. Minute war es erneut Kobel, der den BVB vor Schlimmerem bewahrte und einen Gravenberch-Freistoß noch an den Außenpfosten lenkte (43.).
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Bis auf einen zu zentralen Abschluss von Erling Haaland Sekunden vor dem Halbzeitpfiff (45.+1) versprühte der BVB in Durchgang eins kaum einmal Torgefahr und war mit dem 0:2 noch gut bedient.
Nach der Pause ging es direkt wieder Schlag auf Schlag: Ajax-Keeper Remko Pasveer lenkte einen Haaland-Abschluss mit den Fingerspitzen an die Latte (48.), auf der Gegenseite scheiterte Gravenberch aus kurzer Distanz an Kobels Fußabwehr (49.).
Wenig später konnte aber auch der BVB-Keeper den nächsten Ajax-Treffer nicht mehr verhindern. Der überragende Antony wurde vom eingewechselten Emre Can nur halbherzig attackiert und schlenzte das Spielgerät unhaltbar zum vorentscheidenden 3:0 in die lange Ecke (57.).
Ajax versprühte auch trotz der klaren Führung weiter große Spielfreude, sodass das Dortmunder Debakel immer weiter seinen Lauf nahm. Blind flankte von der Grundlinie unbedrängt in die Mitte, wo sich Haller im Rücken von Hummels löste und vor Can mühelos zum Endstand einköpfte (72.).
Das 0:4 bedeutet die höchste Champions-League-Niederlage in der Vereinsgeschichte des BVB. Für Dortmund, das wie Amsterdam die ersten beiden Spiele gewonnen hatte, geht es in der Gruppe C am 3. November mit dem Heimspiel gegen Ajax weiter. Weitere Gegner sind Sporting Lissabon und Besiktas Istanbul.
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Die Stimmen zum Spiel:

Marco Rose (Trainer Borussia Dortmund): "Wir haben gar nicht schlecht angefangen und bekommen dann das Standard-Gegentor. Als es 0:2 stand, war unsere Körpersprache, als ob es 0:4 steht, und wir sind raus aus der Party. Natürlich haben wir auch paar jungen Spieler dabei und wenn du 0:2 zurückliegst bist du nie zufrieden, aber Joshua Kimmich winkt nicht nur ab, sondern der wird richtig sauer und das ist vielleicht der Unterschied. Bei Bayern wäre dann Feuer unter Dach, aber es ist immer die Frage, wie man auf solche Situationen reagiert. Wir müssen sehr hart arbeiten, um besser zu werden und unsere Ziele zu erreichen. Wir haben heute zu viele einfache Fehler gemacht."
Erik ten Hag (Trainer Ajax Amsterdam): "Wir haben eine super Leistung gebracht und einen fantastischen Fußball gespielt. Es war ein offener Schlagabtausch, den wir gewonnen haben. Wir haben den Ball gut laufen lassen und es in Ballbesitz sehr gut gemacht."
Marco Reus (Borussia Dortmund): "Das erste Tor geht ganz klar auf meine Kappe, ich habe den Ball total falsch eingeschätzt. Nichtsdestotrotz hatten wir durch Erling ein, zwei gute Möglichkeiten. Ajax hat das gut ausgenutzt, wir haben das Spiel einfach zu offen gestaltet. Es ging zu viel hin und her und Ajax hat sich am Ende durchgesetzt, weil sie heute die bessere Mannschaft waren. So stand das nicht auf unserem Plan, dass wir hier so untergehen. Wir waren auch nicht aggressiv und sind nicht energisch in die Zweikämpfe gegangen."
Mats Hummels (Borussia Dortmund): "Es ist sehr einfach: Wir waren in allen Belangen die klar schlechtere Mannschaft und haben auch in der Höhe verdient verloren. Wenn ich die Konter und Räume sehe, die Ajax die ganze Zeit hatte, waren wir mit dem 0:4 sogar noch gut bedient. Wir hatten selbst drei Riesenchancen, um das Ergebnis erträglicher zu gestalten, die sind aber nicht reingegangen. Der Rest war einfach - Ajax war giftiger, galliger und wir waren weich."

Der Tweet zum Spiel: Pyro vor Anpfiff

Das fiel auf: BVB anfällig auf den Außenpositionen

Der BVB ließ sich vor allem auf den Außenpositionen ein ums andere Mal von Ajax düpieren. Insbesondere Nico Schulz sah sich gegen Rechtsaußen Antony und den immer wieder hoch aufgerückten Rechtsverteidiger Noussair Mazraoui des öfteren allein auf weiter Flur - Malen ließ seinen Hintermann auf der linken Dortmunder Seite defensiv aber auch immer wieder im Stich.
Zur Pause reagierte BVB-Coach Marco Rose und brachte Can für den phasenweise überforderten Schulz. Und auch der Arbeitstag von Malen dauerte nicht viel länger: Nach 53 Minuten war auch für den ehemaligen Ajax-Jugendspieler Schluss und die Runderneuerung der linken Dortmunder Seite komplett - es brachte nur nichts.

Die Statistik: 15

Ajax hat von seinen 18 Europapokal-Heimspielen gegen deutsche Klubs 15 gewonnen. Die einzige Niederlage setzte es im November 2012 - ein 1:4 gegen Borussia Dortmund.
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