Drei Dinge, die bei FC Salzburg - FC Bayern auffielen: Lerneffekt erst nach der Pause
Publiziert 17/02/2022 um 00:27 GMT+1 Uhr
Der FC Bayern München hat dank eines Last-Minute-Treffers von Kingsley Coman die zweite Niederlage in Folge gerade noch verhindert. In Salzburg ließen die Münchner 45 Minuten jede Reaktion auf die Bochum-Blamage vermissen, ehe sie zum Guardiola-Mantra zurückfanden. In der Defensive enttäuschte der Rekordmann erneut. Dafür überzeugte ein Ex-Bayer auf Seiten der Gastgeber.
Nur ein 1:1-Remis für den FC Bayern in der Champions League gegen RB Salzburg
Fotocredit: Getty Images
Der FC Bayern München hat trotz einer durchwachsenen Leistung gute Chancen auf den Einzug ins Viertelfinale der Champions League.
Beim 1:1 bei RB Salzburg lieferten die Münchner zwei komplett verschiedene Halbzeiten ab. Die Führung der Salzburger durch Junior Adamu (21.) glich Kingsley Coman in der 90. Minuten aus.
Das Rückspiel findet am 8. März in München statt.
Drei Dinge, die uns beim CL-Achtelfinale des FC Bayern bei RB Salzburg auffielen.
1.Kontrolle? Kontrolle!? Kontrolle!
Nach der Niederlage in Bochum wurde natürlich viel über mögliche Gründe diskutiert. Viererkette? Upamecano? Einstellung? Trainer Julian Nagelsmann machte vor allem die vielen einfachen sowie unnötigen Ballverluste für die Gegentore verantwortlich.
Es war also eine Annäherung an das alte Guardiola-Mantra der Kontrolle zu erwarten. Aber nix da. Die Bayern leisteten sich von Beginn an auf allen Positionen erneut zu viele Fehlpässe oder technische Fehler. Für eine Pressing- und Umschaltmannschaft wie Salzburg ein gefundenes Fressen. Und so entwickelte sich in der ersten Halbzeit ein wildes Hin und Her, das vor allem den Stärken der Salzburger entgegenkam, während die aktuellen Schwächen der Bayern in der Restverteidigung und Konterabsicherung deutlich sichtbar wurden.
Lange Ballbesitzphasen mit Verlagerungen und dem Freispielen der Außenspieler suchte man in den ersten 45 Minuten vergeblich. Dafür gab es viele hektische Phasen, schlecht ausgespielte Angriffsmöglichkeiten und reichlich Räume. Für eine erfahrene Mannschaft wie die der Bayern ein erstaunlich unreifer Auftritt.
Was Nagelsmann in der Pause von seiner Mannschaft forderte, war schon vor dem Post-Match-Interview klar: mehr Kontrolle und weniger Ballverluste. Und so kamen die Bayern auch aus der Kabine. Die Ballbesitz- und die Passquoten gingen nach oben und das Spiel verlagerte sich mehr und mehr in die Hälfte der Salzburger, aus der sie sich nur noch selten befreien konnten.
Die Bayern brachten dagegen vor allem Coman immer wieder in Eins-gegen-eins-Situationen, die er gegen Rasmus Kristensen regelmäßig gewann. Zwingende Torchancen hatten die Bayern trotzdem nur wenige, aber bis auf eine Ausnahme hielten sie die Salzburger weit vom eigenen Tor weg und verdienten sich auch den späten Ausgleich. Die zweite Halbzeit eignet sich daher als Blaupause für das Rückspiel – nur halt für 90 Minuten.
2. Lucas Hernandez: Der Rekordmann steckt im Tief
Als der FC Bayern Lucas Hernández im Sommer 2019 von Atlético Madrid verpflichtete, versprachen sich die Münchner eine neue Komponente in ihrer Defensive vom französischen Linksfuß. Und auch wenn er in der Anfangsphase seiner Zeit in München mit einer Verletzung zu kämpfen hatte, wurde schnell sichtbar, dass mit ihm eine neue Robustheit im Bayernspiel herrscht.
Hernández machte seinem Ruf als kompromissloser Zweikämpfer und harter Arbeiter aus der Schule von Atlético-Trainer Diego Simeone alle Ehre. Das schlug sich in seinen persönlichen Statistiken nieder und auch die Mannschaft profitierte vom Franzosen.
/origin-imgresizer.eurosport.com/2022/02/17/3319992.jpg)
Lucas Hernandez (r.) im Kampf um den Ball
Fotocredit: Getty Images
Mit Hernández in der Startelf verlor der FC Bayern fast zwei Jahre lang kein Spiel. Die erste Niederlage gab es am 7. April 2021 beim 2:3 im CL-Viertelfinale gegen Paris Sankt-Germain. Seitdem ist der Nimbus gebrochen und auch Hernández nicht mehr unumstritten.
Gerade nach den Abgängen von David Alaba und Jerome Boateng hatte man vom Rekordtransfer eine Führungsrolle erwartet und konstant gute Leistungen. Aktuell ist aber genau das Gegenteil der Fall. In Salzburg traf er wie schon in den vergangenen Wochen viele falsche Entscheidungen. Rückte raus, wenn er fallen sollte. Zog sich zurück, wenn er attackieren sollte. Und gegen den Speed der Salzburger Angreifer war er ohnehin anfällig. Ein Best-of dieser Mängel gab es vor dem 0:1 zu sehen.
Die defensive Anfälligkeit der Bayern liegt sicher nicht nur am Tief des 80-Millionen-Mannes, aber einen robusten Zweikämpfer, der Souveränität und Stabilität ausstrahlt, könnten die Münchner dieser Tage gut gebrauchen.
3. Adeyemi doch ein Kandidat für Bayern?
Der Hype um Karim Adeyemi vor der Partie war groß. Als Neunjähriger beim FC Bayern aussortiert, dann über den Umweg Unterhaching nach Salzburg gekommen und dort zum Nationalspieler aufgestiegen. Unter den Augen von Bundestrainer Hansi Flick zeigte er dann auch, dass er mit Druck offensichtlich umgehen kann.
Wie seine Kollegen ließ er sich nicht beeindrucken vom Drumherum eines Champions-League-Achtelfinals gegen den großen Nachbarn aus Deutschland. Die Salzburger schienen eher beflügelt von der großen Aufgabe und getragen von der Atmosphäre im vollen Stadion.
Von Beginn an brachte Adeyemi die Bayern mit seinem Tempo in Bedrängnis. Beim Treffer zum 1:0 setzten er und seine Kollegen "die Prinzipien unseres Trainers genau um", wie er hinterher sagte. Nach Ballgewinn ging es sofort tief. Adeyemi entwischte Hernandez, ging dann im Dribbling zur Mitte und spielte den Ball in die gefährliche Zone vors Tor, wo Adamu perfekt zur Führung einnetzte.
/origin-imgresizer.eurosport.com/2022/02/16/3319884.jpg)
Leroy Sané und Karim Adeyemi (r.) im Zweikampf.
Fotocredit: Getty Images
Dass Adeyemi auch in der K.o.-Phase der Champions League performte und seine Qualitäten gegen den FC Bayern auf den Platz brachte, dürfte die Spekulationen um seine Zukunft weiter anheizen.
Borussia Dortmund hält sich seit Wochen als wahrscheinlichstes Ziel des 20-Jährigen.
Aber vielleicht denken die Verantwortlichen des FC Bayern auch nochmal intensiver über einen Transfer nach. Es wäre nicht das erste Mal, dass ein Spieler nach einem guten Auftritt gegen die Münchner auch verpflichtet wird. Zumal Adeyemi ja schon einmal das Trikot der Bayern trug und in München geboren ist.
Das könnte Dich auch interessieren: Gegen starkes Inter: Eiskaltes Liverpool siegt dank Firmino und Salah
/origin-imgresizer.eurosport.com/2022/02/16/3319643-67873128-2560-1440.jpg)
Witsel über "spezielle" Vertragssituation beim BVB: "Wir werden sehen"
Quelle: Perform
Ähnliche Themen
Werbung
Werbung