Champions League - Manchester City und Real Madrid setzen dem Fußball ein Denkmal: Eine Ode statt Einöde
Manchester City und Real Madrid lieferten sich im Halbfinal-Hinspiel der Champions League am Dienstagabend ein Duell der Extraklasse (4:3), setzten König Fußball ein bezauberndes Denkmal. Weil taktische Korsetts abgelegt wurden und die zunehmende Verwissenschaftlichung des Sports für 90 Minuten in den Hintergrund rückte. Ein erfrischendes Feuerwerk gegen die Öde, eine Ode an die Königsklasse.
Manchester City setzte sich knapp gegen Real Madrid durch
Fotocredit: Getty Images
Die Attraktivität des Fußballs hat in den vergangenen Jahren sicherlich gelitten. Nicht bloß in Deutschland, wo seit zehn Jahren derselbe Klub die Meisterschaft gewinnt und ein Traditionsverein nach dem anderen in den Niederungen verschwindet – auch ganz generell.
Glattgebügelt, durchgetaktet, überladen. Ein Marketingtool, das zwar verkaufsfördernd ist, dafür aber kaum Eigenwerbung an der Basis betreibt.
Nun dienen Vereine wie Manchester City, das mit Öl-Milliarden aus Abu Dhabi künstlich ins oberste Regal gehievt wurde oder Real Madrid, dessen Präsident vor nicht allzu langer Zeit eine Super League der Superreichen etablieren wollte, nicht als prädestinierte Beispiele, um ein Loblied auf den Fußball zu singen.
Deren Spieler, freilich fürstlich vergütet und damit sinnbildlich dafür stehend, womit der moderne Fußball zu kämpfen hat, gaben am Dienstagabend aber allen Anlass dazu – weil sie für 90 Minuten die pure Schönheit des Spiels zutage förderten.
"Gib 22 Kindern den Ball und sag: 'Spielt Fußball'"
Das Duell der Citizens mit den Königlichen (4:3) hielt all das bereit, was den Sport so attraktiv macht. Tore, technische Feinheiten, Kampfgeist und Comebacks. Weltklassespieler entledigten sich der taktischen Korsetts, rissen die Mauern des Abwartens ein, vermittelten Freude.
"Amazon"-Experte Mario Gomez, der sich aufgrund des Spektakels bei seinem Arbeitgeber für den Job bedankte, fasste das Gesehene treffend zusammen: "Ich bin am Ende gelaufen und habe nur noch geklatscht. Gib 22 Kindern den Ball und sag: 'Spielt Fußball!' Wenn dann so etwas dabei herauskommt – genial."
Tatsächlich wirkte es so, als habe jemand einer Schar von – zugegebenermaßen – hochtalentierten Kindern eine Kugel zugeworfen und den Startschuss für ein gleichermaßen wildes wie anspruchsvolles Bolzplatz-Gekicke gegeben.
Guardiola und Ancelotti müssen leiden
Mit einer erfrischenden Unbekümmertheit wurde drauflos gespielt, Verteidigungsvorgaben pulverisiert, den Erziehungsberechtigten am Seitenrand, namentlich Pep Guardiola und Carlo Ancelotti, Schweißausbrüche beschert.
Ein Albtraum für Verfechter des Defensiv-Fußballs, ein Fest für Offensiv-Aficionados wie Gomez: "Es war ein absolutes Highlight. Deshalb liebe ich diesen Sport so sehr", frohlockte der ehemalige Torjäger.
Eine Ode statt Einöde. Ein Feuerwerk, das den bisweilen wolkigen Fußball-Himmel erhellte. Schlicht die Bestätigung dessen, was der Text der Königsklassen-Hymne verspricht: "Die Meister. Die Besten. Les grandes équipes. The Champions."
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"Werbung für den Fußball": Guardiola feiert Halbfinale
Quelle: Perform
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