Im Pariser Prinzenpark spielten beide Mannschaften von Beginn an offensiv nach vorne. Die erste gute Möglichkeit hatte gleich in der 3. Minute Leipzig. Christopher Nkunku bediente Konrad Laimer, der aus sechs Metern halbrechts und relativ spitzem Winkel an Paris-Keeper Keylor Navas scheiterte.
Auf der anderen Seite hatte Julian Draxler, der für den angeschlagenen Neymar in die Startaufstellung von PSG gerückt war, die erste Großchance für PSG, ballerte den Ball aber aus sieben Metern über das Tor (7.).
Leipzig zeigte sich dennoch unbeeindruckt und hatte in Person von André Silva die nächste Gelegenheit: Der Kopfball des Portugiesen nach Flanke von Angeliño wurde von Navas entschärft (8.).
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Dann aber ließ RB sich simpel auskontern. Während die Gäste noch einen Freistoß am Pariser Strafraum reklamierten, schickte Draxler Kylian Mbappé auf die Reise. Der Youngster setzte sich gegen Willi Orban durch und traf dann abgezockt gegen die Laufrichtung von Gulacsi aus 15 Metern Torentfernung ins linke untere Eck (10.).

André Silva trifft erst den Pfosten, dann ins Tor

In der Folge blieb die Mannschaft von Jesse Marsch am Drücker und hatte sogar die klareren Torchancen. Die beste verbuchte André Silva nach 27 Minuten: Der Portugiese traf mit einem feinen Drehschuss aus zwölf Metern nur den rechten Pfosten.
Nur kurz darauf machte es Silva besser. Bei einem stark vorgetragenen Angriff bediente Nkunku auf der linken Seite Angeliño, der im Strafraum viel Platz hatte und überlegt nach rechts quer spielte. Dort tauchte Silva auf und brachte den Ball aus vier Metern in den Maschen unter (29.).
Beinahe drehte RB noch vor dem Pausenpfiff die Partie, Nkunku verfehlte aber im Anschluss an einen Konter vom Strafraumrand knapp das Ziel (42.).
Auch im zweiten Durchgang zeigte sich RB Leipzig spielfreudig und drehte nach einer knappen Stunde das Spiel. Wieder hatte Angeliño auf der linken Seite viel Platz und flankte mustergültig in den Fünfmeterraum, wo Nordu Mukiele angerauscht kam und volley ins linke obere Toreck traf (57.).

Lionel Messi verwandelt umstrittenen Elfmeter

Die Freude hielt allerdings nicht allzu lang. Ein Fehler von Taylor Adams ermöglichte Mbappé auf der rechten Seite plötzlich viel Freiraum. Der Franzose legte im Strafraum quer zum mitgelaufenen Lionel Messi, der aus sechs Metern Torentfernung mithilfe des linken Pfostens zum Ausgleich einschob (67.). Der Treffer war umso ärgerlicher, als dass es der Bundesligist bis dahin geschafft hatte, die so hochgelobte Pariser Offensive weitgehend aus dem Spiel zu nehmen.
Tatsächlich sollte es aber noch dicker kommen für RB. Nach einem Rempler von Mohamed Simakan gegen Mbappé zeigte der italienische Unparteiische Marco Guida auf den Punkt - eine harte Entscheidung. Den Strafstoß verwandelte Messi ganz abgezockt per Lupfer in die Mitte (74.).
In der Schlussphase probierte Jesse Marsch noch einmal alles und brachte Emil Forsberg, Yussuf Poulsen und Benjamin Henrichs für Silva, Simakan und Angelino (83.).
Aber die Kräfte schwanden nun bei den Leipzigern, die sich nicht mehr gefährlich in Position bringen konnten. Stattdessen gab es einen weiteren Strafstoß für die Hausherren: Der eingewechselte Josko Gvardiol holte Ashraf Hakimi im Strafraum von den Beinen, nach Videobeweis entschied Schiedsrichter Guida auf Elfmeter. Dieses Mal durfte Mbappé ran, schoss den Ball aber in den Pariser Nachthimmel (90.+5).
Dennoch blieb es am Ende beim 3:2-Erfolg für PSG. RB Leipzig hat damit auch nach drei Spielen in der Gruppe A null Punkte, während PSG mit sieben Zählern die Tabellenführung vor Manchester City (sechs) verteidigte.

Die Stimmen:


Julian Draxler (Paris Saint-Germain): "Ich denke, Leipzig hat eine sehr gute Mannschaft. Sie haben uns durchaus Probleme bereitet. Am Ende haben wir den Platz, den wir vorne hatten gut ausgenutzt."
Kylian Mbappé (Paris Saint-Germain): "Es war ein gutes Spiel gegen eine starke Mannschaft. Wir sind froh, dass wir Gruppenerster sind."
André Silva (RB Leipzig): "Wir haben sehr viel gearbeitet, aber es war eine sehr bittere Niederlage. Vor dem Gegentor gab es ein Foul an mir. Wir haben die Niederlage heute nicht verdient."
Konrad Laimer (RB Leipzig): "Wir waren vielleicht in der einen oder anderen Situation zu jung, zu wild, zu naiv. Aber eigentlich können wir sehr stolz sein auf die Leistung über 90 Minuten hier in Paris. Fußball ist manchmal halt auch nicht gerecht. Wir haben die eine oder andere Chance nicht genutzt, sie hingegen sind vor dem Tor eiskalt. Da sieht man eben auch die individuelle Klasse. Wir haben heute gezeigt, dass wir auf höchstem Niveau in Europa mitspielen können."
Jesse Marsch (Trainer RB Leipzig): "Wir haben gut gespielt. Wir hatten oft Spielkontrolle und mit der Führung in der zweiten Halbzeit so ziemlich alles im Griff. Dann machen wir sehr, sehr schwere Fehler. Ich weiß nicht, warum wir es in so einem Moment dem Gegner so einfach machen. Schade, aber wir müssen auch über die positiven Dinge reden. Jetzt stehen wir aber mit dem Rücken zur Wand in der Gruppe. Wir haben einfach zu viele Fehler gemacht."

Der Tweet zum Spiel:

Messis Panenka sorgte für die Entscheidung.

Das fiel auf: Die individuelle Klasse entscheidet

18 zu zwölf Torschüsse, zahlreiche Balleroberungen und einige Hochkaräter – dennoch ging RB Leipzig am Ende wieder mit leeren Händen nach Hause. Lange Zeit sah es so aus, als könnte der Bundesligist dem Pariser Starensemble und Titelkandidaten Paroli bieten. Dann aber leitete ein individueller Fehler der Leipziger den Sieg für PSG ein; während Paris aus wenigen Möglichkeiten das Maximale herausholte. Vielleicht ist es am Ende dann auch die Abgezocktheit, die Leipzig fehlte, Paris am Ende aber souverän ausspielte. So oder so war es eine sehr ärgerliche Niederlage.

Die Statistik: 34

Bereits zum 34. Mal hat Lionel Messi nun mehrfach in der Champions League getroffen.
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