FC Bayern gegen Barcelona: Lucas Hernández greift im Zweikampf mit Niklas Süle an

Zum ersten Mal scheint der Weg für Lucas Hernández beim FC Bayern frei zu sein. Hierarchisch steht derzeit zumindest kein Innenverteidiger vor dem Franzosen, der beim Topspiel in Leipzig (4:1) zusammen mit Dayot Upamecano ein bärenstarkes Comeback gab. Im Zweikampf mit Niklas Süle könnte Hernández zudem langfristig die Nase vorn haben - aus einem Grund, der eigentlich keiner sein dürfte.

Lucas Hernández

Fotocredit: Getty Images

Lucas Hernández dürfte im Hinblick auf den Champions-League-Auftakt beim FC Barcelona (ab 21:00 Uhr im Liveticker) frohen Mutes sein. Nicht nur konnte der Franzose beim 4:1 in Leipzig, seinem Comeback nach einem im Sommer erlittenen Meniskuseinriss, restlos überzeugen. Auch sein Trainer Julian Nagelsmann machte in der Pressekonferenz am Montag nicht den Eindruck, als würde er zum Königsklassenstart groß die Rotationsmaschine anwerfen.
"Wir haben das noch nicht fix entschieden. Leistungsbezogen gibt es jedoch keinen Grund zu wechseln", verkündete der 34-Jährige räumte aber ein: "Wir müssen sehen, ob die Spieler, die lange verletzt sind, gleich wieder Vollgas geben können. Das werden wir abwarten."
Im Grunde also gute Nachrichten für Hernández, auch wenn zwei Einsätze innerhalb von drei Tagen noch zu früh kommen könnten. Seit nunmehr zwei Jahren wartet der Weltmeister von 2018 in München auf den Durchbruch. Häufige Verletzungen und daraus resultierende Fitnessdefizite verhinderten diesen bislang ebenso wie die naturgemäß große Konkurrenz beim FC Bayern.
Diese hat sich durch die Abgänge von Jérôme Boateng und David Alaba im vergangenen Sommer allerdings etwas gelegt - Hernández ist in der Abwehr-Hierarchie nach oben gerückt.
Der Franzose befindet sich im Zweikampf mit Niklas Süle um den Platz neben dem gesetzten Dayot Upamecano - Nagelsmann hat hier die Qual der Wahl. Süle ist einer der Gewinner der frühen Saisonphase und pocht auf weitere Einsätze. Gegen Hernández könnte er aber langfristig das Nachsehen haben.

Hernández oder Süle? Linksfuß oder Rechtsfuß?

Hernández ist Nagelsmanns einziger Linksfuß in der Innenverteidigung und dadurch prädestiniert für die linke Innenverteidigerposition. Vorgänger Hansi Flick war zu seiner Zeit immer besonders wichtig, dass ein Linksfuß zusammen mit einem Rechtsfuß den Abwehrverbund bildete.
Nagelsmann wollte daraus kein großes Thema machen und verwies auf die unterschiedlichen Arten, das Spiel aufzubauen. Es komme auf den Gegner an, ob er von außen oder von innen angreife. Dies würde dann beeinflussen, ob das Spiel "longline oder diagonal" aufgebaut werde.
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Anthony Modeste (Mitte) im Zweikampf mit Niklas Süle (r.) und Joshua Kimmich

Fotocredit: Getty Images

Zudem habe er als Trainer haben "den Anspruch, dass ich die Spieler so ausbilde, dass sie Spielsituationen mit links und rechts lösen können. Das sollte auch der Anspruch des FC Bayern sein".
Hernández Linksfüßigkeit dürfe laut Nagelsmann also eigentlich gar kein Pluspunkt für den Franzosen sein. Sie ist es aber, solange Süle noch Schwächen mit dem linken Fuß hat.

Fitness spricht für Süle

Doch es gibt auch gute Argumente für einen Einsatz Süles im Camp Nou. Der deutsche Nationalspieler ist ausgeruht, kam gegen Leipzig erst in der 75. Minute für Benjamin Pavard ins Spiel und verteidigte in der Schlussphase hinten rechts.
Hernández spielte hingegen durch, was nach gerade auskurierter Verletzung Körner gekostet hat. Aufgrund der Verletzungshistorie des Rekordtransfers, der Im Sommer 2018 für rund 80 Millionen Euro von Atlético Madrid zum FC Bayern kam, könnte Nagelsmann Hernández eine Pause verordnen und ihn so im Wochenrhythmus in der Bundesliga nach und nach aufbauen.
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Lucas Hernández vom FC Bayern bei seinem Comeback in Leipzig

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Wie es auch kommen mag, der Konkurrenzkampf in Bayerns Abwehrreihe läuft auf Hochtouren - Ausgang komplett offen. "Es gibt keinen, der deutlich über den anderen schwebt", sagt Nagelsmann, was besonders für Hernández gute Nachrichten sind.
Denn bisher war dieser stets damit beschäftigt, Fitnessrückstände aufzuholen und sich gegen die eingespielte Konkurrenz um Spielzeit zu bewerben.
Doch diese Zeit könnte nun vorbei sein - wenn er denn langfristig fit bleibt.
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Quelle: Perform

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