FC Liverpool - Luis Díaz begeistert Fans, Klopp und Experten: Kolumbianer macht Reds-Kader perfekt

Der FC Liverpool wurde in den letzten drei Jahren Englischer Meister und Champions-League-Sieger. In dieser Saison greifen die Reds nach dem Maximum: das "Quadruple" ist möglich. Viele Experten sehen in Winterneuzugang Luis Díaz den Spieler, der Liverpool noch ein bisschen besser macht. Selbst Jürgen Klopp muss sich hin und wieder kneifen, wenn er seinem Kolumbianer beim Fußballspielen zuschaut.

Luis Díaz spielt seit Ende Januar beim FC Liverpool

Fotocredit: Getty Images

Eine Stunde lang war das Merseyside-Derby zwischen dem FC Liverpool und dem FC Everton eine zähe Angelegenheit.
Everton nahm dem Stadtrivalen mit einer ultra-defensiven Ausrichtung die Lust am spielen und bei den Fans von Manchester City keimte bereits Hoffnung auf, dass dem Meisterschafts-Konkurrenten der Skyblues auf der Jagd nach dem Premier-League-Titel doch noch die Luft ausgeht.
"Wir haben in der ersten Halbzeit nicht gerade gut gespielt", bilanzierte Liverpool-Trainer Jürgen Klopp hinterher.
Nach 60 Minuten wurde es dem Coach der Reds zu bunt. Neue Impulse mussten her. Klopp schickte Divock Origi und Luis Diáz aufs Feld für Naby Keita und Sadio Mané.

Luis Díaz verzückt die Fans mit Neymar-Aktion

Díaz benötigte lediglich zwei Minuten, um das ungeduldige und leicht missmutige Publikum an der Anfield Road in Ekstase zu versetzen.
Einen Diagonalball auf die linke Seite nahm er so spektakulär an, dass den Fans in den ersten Reihen direkt hinter ihm noch der Atem stockte, als er mit dem Ball am Fuß längst zum Sprint in den Strafraum ansetzte.
Díaz hatte seinen rechten Fuß hinter dem linken Bein gekreuzt und den Ball mit rechts abtropfen lassen. Eine Aktion, die im Netz als "Neymar-like" abgefeiert wurde. Bei dem Versuch, einen Ball aus der Luft so zu kontrollieren, würden sich die meisten Profis die Beine brechen.

FC Liverpool bezahlte 45 Millionen Euro für Luis Díaz

Es sind Aktionen wie diese, die Luis Fernando Díaz Marulanda so unwiderstehlich machen - und den FC Liverpool noch ein Stück besser. Nicht wenige Experten sehen im Kolumbianer das passende Mosaikstück, dass die Reds komplett macht.
"Das Carabao-Cup-Finale war das erste Mal, dass ich den Jungen live gesehen habe. Er spielt auf der linken Seite, und ich sehe das aus der Perspektive eines Rechtsverteidigers, also denke ich, dass ich ein sehr gutes Auge dafür habe, was mir gefallen hätte und was nicht. Und ich dachte: 'Oh, mein Gott, was ist das für ein Spieler?' Seine Hartnäckigkeit, sein Können, sein Tempo, sein Kampf, sein Geist - alles", frohlockte der sonst so kritische Gary Neville bei "Sky Sports".
Díaz kam im Winterschlussverkauf für 45 Millionen Euro vom FC Porto auf die Insel. Ursprünglich war der Transfer erst für kommenden Sommer geplant, doch weil andere Klubs ebenfalls ihrer Fühler ausstreckten, schlug Liverpool zu.
45 Millionen Euro für einen 25-jährigen Angreifer aus der portugiesischen Liga? Nicht gerade ein Schnäppchen, schon gar nicht nach zwei Jahren Corona bedingter finanzieller Engpässe auch bei den europäischen Großkopftern-Klubs.

Luis Díaz macht Druck auf Sadio Mané

Doch Díaz brauchte quasi null Eingewöhnungszeit, um zu demonstrieren, dass die Ablösesumme gerechtfertigt ist. Der Kolumbianer eroberte die Herzen der Liverpool-Fans im Sturm dank seiner Tricks, seiner Schnelligkeit, aber auch seiner Effizienz (sechs Tore und drei Vorlagen in 19 Pflichtspielen).
"Er ist der erste, der Sadio Mané in den letzten vier oder fünf Jahren auf seiner Position wirklich unter Druck gesetzt hat", sagte TV-Experte und Liverpool-Legende Jamie Carragher gegenüber "CBS Sports". "Mané ist jetzt zeitweise Mittelstürmer, weil Luis auf links so gut ist. Er ist eine Offenbarung, seit er hier ist. Ich habe das Gefühl, dass er Liverpool verändert hat. Die Leute schauen sich jetzt den Kader an und sagen: 'Wow, die haben jetzt wirklich eine tolle Mannschaft."
Selbst sein in öffentlichen Äußerungen über einzelne Spieler so zurückhaltender Trainer kommt es aus dem Schwärmen nicht heraus. "Er kann nicht aufhören zu lachen im Training. Es ist verrückt. Er genießt es so sehr. Ich bin mir nicht sicher, ob ich sowas jemals gesehen habe", sagte Klopp.
Und weil Díaz eben so viel Freude ausstrahlt, wird er von Klopp auch nicht mit taktischen Vorgaben überfrachtet. Das Feintuning kann noch warten, Díaz soll sich bei eigenem Ballbesitz austoben und bei der Arbeit gegen den Ball das Pressing mitankurbeln.

Jürgen Klopp setzt Luis Díaz immer wieder mal auf die Bank

Zudem bekommt er von Klopp auch immer wieder schöpferische Pausen. In den Achtelfinalpartien der Champions League gegen Inter Mailand spielte er nur 38 Minuten und in zwei der letzten drei Premier-League-Spiele kam er erst in der zweiten Halbzeit von der Bank.
Gegen Everton war seine Einwechslung der Gamechanger. Neben seiner "Neymaresquen" Ballannahme bereitete er das 2:0 durch Origi (85.) mit einem Seitfallzieher vor. Eher unfreiwillig, da dieser als Aufsetzer Origi vor die Flinte flog.
Es läuft so brillant für Díaz in Liverpool, dass man ihm selbst bei dieser Zufallsaktion Absicht attestieren könnte.
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Quelle: Perform

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