Nach kurzem Abtasten fand Inter Mailand besser ins Spiel und hatte bis zur Halbzeit zahlreiche gute Gelegenheiten, um in Führung zu gehen. Die erste vergab Edin Džeko, der aus kurzer Distanz an Thibaut Courtois scheiterte (9.). Nur eine Minute später vergab Milan Škriniar nach einer Ecke nur knapp (10.).
Von Real Madrid kam offensiv weiter nichts, doch die Nerazzurri verwerteten weiter nicht ihre Gelegenheiten. Diesmal scheiterte Lautaro Martínez per Kopf, Courtois mit gutem Stellungsspiel, doch den Kopfball hätte der Argentinier besser platzieren können (19.).
Nach einer halben Stunde kamen die Königlichen etwas besser in die Partie und hatten prompt ihre erste gute Chance nach einer Ecke. Éder Militão köpfte nur knapp am rechten Pfosten vorbei (36.). Das war es dann aber auch schon wieder mit den Offensivbemühungen der Spanier. Inter vergab die nächste Doppelchance. Martínez und Marcelo Brozović fehlte etwas die Präzession (37.)
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Die letzte Chance vor der Pause vergab erneut Džeko, doch Courtois konnte den Dropkick des Bosniers problemlos entschärfen.
Nach dem Seitenwechsel präsentierte sich Madrid mit einer verbesserten Körpersprache, doch den ersten Hochkaräter hatten wieder die Norditaliener. Nach einer Ecke stieg Džeko am Fünfer am höchsten, doch Courtois parierte den tückischen Aufsetzer aus kurzer Distanz glänzend (54.).
Real war auch danach über weite Strecken der zweiten Hälfte die tonangebende Mannschaft, kam aber kaum zu nennenswerten Gelegenheiten. Eine der Besseren vergab noch Daniel Carvajal (57.). Der italienische Meister warf sich in der Folge defensiv in jeden Ball und nahm dem eigenen Torhüter schon einen Großteil der Arbeit ab.
Als am Ende alles nach torloser Punkteteilung aussah, erzwangen zwei Youngsters noch den Lucky Punch. Der eingewechselte Eduardo Camavinga bediente gefühlvoll den ebenfalls von der Bank gekommenen Rodrygo, der aus kurzer Distanz eiskalt vollendete (89.).
Inter Mailand fand keine Antwort und belohnte sich nicht für eine weitestgehend ansprechende Vorstellung. Real Madrid hingegen bewies einmal mehr seine Kaltschnäuzigkeit und gewann zum siebten Mal in Folge auf italienischem Boden.

Die Stimmen:

Thibaut Courtois (Real Madrid): "Wir haben ein tolles Ergebnis gegen einen starken Gegner erzielt. Meine Paraden waren entscheidend, aber das wird von mir bei Real Madrid erwartet."
Rodrygo (Real Madrid): "Ich bin sehr glücklich, das war ein tolles Ergebnis, das ganze Team hat sich sehr angestrengt. Ich denke, dass ich jedes Mal, wenn ich in der Champions League gespielt habe, gut gespielt und etwas Gutes geleistet habe. Ich bin glücklich, ich liebe es, in der Champions League zu spielen und Tore zu schießen. Wir wussten, dass es hier ein schweres Spiel werden würde. In der ersten Halbzeit haben sie besser gespielt, in der zweiten haben wir das Spiel etwas mehr kontrolliert. Es ist sehr wichtig, hier zu gewinnen, aber alle Spiele werden sehr, sehr schwer sein."
Carlo Ancelotti (Trainer Real Madrid): "Es ist ein sehr wichtiger Sieg, sehr schwierig, sehr kompliziert. Eine komplette Leistung, auch wenn ich Fehler gesehen habe. Die Mannschaft hatte eine gute Einstellung. Die Defensive war nicht schlecht. In der ersten Halbzeit war der Block ziemlich schwach, aber das macht nichts, man muss verteidigen, dann hat man mehr Chancen zum Kontern. Aber in der ersten Halbzeit haben wir nicht gut genug gekontert."
Marcelo Brozovic (Inter Mailand): "Die individuelle Auszeichnung (Spieler des Spiels, Anm. d. Red.) zählt wenig, wenn man am Ende verliert. Uns hat nur eine Sache gefehlt: ein Tor."
Simone Inzaghi (Trainer Inter Mailand): "Ich wäre auch mit einem Unentschieden unzufrieden gewesen, aber die Leistung war gut. Es war etwas Besonderes, die Fans zurück zu haben."
Edin Dzeko (Inter Mailand): "Von der Leistung her ist es ein Spiel, das wir nicht hätten verlieren dürfen. Das ist schade."

Der Tweet zum Spiel:

Scheint wohl auch in der Karriere nach der Karriere von Roberto Carlos ganz gut zu laufen.

Das fiel auf: Madrider Defensivprobleme

Real Madrids Defensive präsentierte sich alles andere als sattelfest und hatte Glück, dass Inter Mailand zahlreiche Hochkaräter ausließ. Die Probleme sind in dieser Saison nicht neu. In der heimischen Liga kassierte Real bereits sechs Gegentreffer in vier Einsätzen. Die Abwehr muss sich ohne den langjährigen Anführer Sergio Ramos wohl erst noch finden.

Die Statistik: 14

Real Madrid hat allein in der ersten Halbzeit 14 Abschlüsse von Inter Mailand zugelassen (drei davon kamen auf das Tor). Mehr Versuche ließen die Madrilenen in der Champions League zuletzt im November 2013 bei Juventus Turin zu - damals waren es 15.
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