BVB erobert Sevilla: Dortmund schießt auswärts vier Tore und feiert wichtigen Sieg in der Champions League
Publiziert 05/10/2022 um 22:55 GMT+2 Uhr
Borussia Dortmund hat sich nach der 2:3-Pleite in Köln zurückgemeldet. In der Champions Leaugue gewann der BVB 4:1 (3:0) beim FC Sevilla. Raphaël Guerreiro (6.), Jude Bellingham (41.) und Karim Adeyemi (43.) sorgten für eine klare Führung. Sevilla verkürzte durch Youssef En-Nesyri (51.), doch Julian Brandt machte den Deckel drauf (75.). Sevilla-Coach Julen Lopetegui wurde nach dem Spiel entlassen.
Lockerer 4:1-Sieg? BVB-Coach Terzic widerspricht vehement
Quelle: Perform
Gegen Sevilla gelang Borussia Dortmund ein Traumstart. Gerade einmal fünf Minuten waren gespielt, als Jude Bellingham mit einem schlauen Seitenwechsel Raphaël Guerreiro in Szene setzte. Der Linksaußen zog in den Sechzehner ein und traf aus 15 Metern halblinker Position sehenswert ins lange Eck (6.).
Sevilla war nun gefordert und hatte nur wenige Minuten später die große Möglichkeit zum Ausgleich. Joan Jordán hob den Ball in den Lauf von Youssef En-Nesyri, der freistehend vor dem Dortmunder Tor gleich zweimal am stark reagierenden Alexander Meyer scheiterte (10.).
Der BVB ließ Sevilla gewähren und verlegte sich aufs Umschaltspiel. Bei einem dieser Konter liefen gleich drei Dortmunder auf den Strafraum der Hausherren zu, allerdings foulte En-Nesyri den ballführenden Özcan und sah für die Notbremse glatt Rot (21.). Wenig später nahm Schiedsrichter Maurizio Mariani die Karte allerdings wieder zurück, der VAR ahndete stattdessen ein Foul von Karim Adeyemi bei der Balleroberung.
Nach einer halben Stunde hatte der Youssoufa Moukoko nach einem schnellen Angriff über Bellingham und Adeyemi dann das 2:0 auf dem Fuß, wurde aber aus acht Metern geblockt (33.). Wenig später vergab Sevilla seinerseits beste Möglichkeiten: Zunächst scheiterte En-Nesyri nach Flanke von Suso per Kopf an einer weiteren guten Parade von Meyer, bei der anschließenden Ecke spitzelte José Carmona eine Direktabnahme knapp drüber (37.).
In diese starke Phase der Hausherren hinein schlug der BVB dann aber doppelt zu. Erst ließ Bellingham nach Zuspiel von Guerreiro Nemanja Gudelj locker stehen und schob aus vier Metern halblinks ins lange Eck ein (41.). Nur kurz darauf erhöhte Karim Adeyemi auf 3:0 – er nutzte den Abstauber nach einem abgewehrten Moukoko-Schuss aus elf Metern eiskalt aus (43.).
Kurz nach Wiederanpfiff musste der BVB einen Dämpfer einstecken: Nach Ecke von der linken Seite stieg En-Nesyri höher als Nico Schlotterbeck und traf per Kopf ins linke untere Eck zum 1:3 (51.).
Nur wenig später verpasste Alex Telles nach Vorarbeit von Erik Lamela den Anschlusstreffer (56.). Für Dortmund verpasst hingegen Moukoko gleich zweimal das vierte Tor (52., 60.).
In der Folge flachte die Partie ein wenig ab. Erst eine Viertelstunde vor Schluss sorgte Julian Brandt dann für die Entscheidung. Nach feiner Flanke von Moukoko traf der Nationalspieler aus acht Metern per Kopf ins rechte Eck (75.).
Der Widerstand der Spanier war nun gebrochen. Zwar hatte En-Nesyri kurz vor dem Abpfiff noch einmal eine ordentliche Kopfballchance, sein Versuch wurde aber von Niklas Süle geblockt (86.).
So feierte der BVB einen verdienten Erfolg beim FC Sevilla und bleibt somit erster Verfolger von Manchester City in der Gruppe G.
Die Stimmen zum Spiel:
Edin Terzic (Trainer Borussia Dortmund): "Was heute positiv war, dass uns das Gegentor heute nicht zurückgeworfen hat. Natürlich gab es dann Chancen, aber das muss man auch akzeptieren gegen eine Mannschaft, die hier mit dem Rücken zur Wand steht. Danach hatten wir noch einige gute Möglichkeiten, wo wir noch das ein oder andere Tor hätten machen können. Es ist nicht alles gut gewesen, aber es ging darum, heute fünf Punkte Vorsprung auf Sevilla zu holen und das ist uns gelungen. Die große Frage war einfach, können wir es wiederholen? Die ganze Welt hat sich die Frage gestellt und wir haben es heute gezeigt."
Jude Bellingham (Borussia Dortmund): "Das war die Reaktion, die wir zeigen wollten. Der Unterschied war definitiv, dass wir in der ersten Halbzeit schon einiges klar gemacht haben. Da kannst du in der zweiten Halbzeit noch deutlich ruhiger spielen. Großes Lob an unsere Defensive heute und an Alex Meyer, sie haben es heute großartig gemacht."
Julian Brandt (Borussia Dortmund): "Ich habe mir mein Tor gerade nochmal angeguckt, ich stand auch ganz schön blank. Da hatte ich auch Druck, den reinzumachen. Das Positive heute ist erstmal das Ergebnis. Wir haben sehr viel Negatives angesprochen in den letzten Tagen, aber ich glaube, wir müssen den Schwung jetzt auch mal mitnehmen in die nächsten Tage. Sicherlich war die zweite Halbzeit nicht so gut wie die erste. Aber wir spielen immerhin auswärts in Sevilla. Deswegen Hut ab an die Mannschaft, drei Tage nach so einem beschissenen Ergebnis in Köln."
Ivan Rakitic (FC Sevilla): "Das ist natürlich sehr schmerzhaft. Ich glaube, es hat einfach heute den Unterschied ausgemacht in der Champions League. Wenn du vorne die Chancen nicht machst, kriegst du sie hinten rein. Wir müssen versuchen, unseren Kopf frei zu bekommen und wieder aufzustehen. Wir haben viele Sachen auch gut gemacht."
Der Tweet zum Spiel:
Beim FC Sevilla musste Trainer Julen Lopetegui kurz nach der Partie seinen Hut nehmen. Den Fans war das wohl direkt klar, sie bedachten den 56-Jährigen trotz der bitteren Niederlage mit viel Applaus.
Das fiel auf: Verdrängt Moukoko Modeste?
Nach zuletzt heftiger Kritik an Anthony Modeste, gerade nach der 2:3-Niederlage gegen seinen Ex-Klub Köln, ließ Edin Terzic den Stürmer gegen den FC Sevilla zunächst auf der Bank. Stattdessen durfte Youngster Youssoufa Moukoko von Beginn an ran und machte seine Sache gut. Moukoko sorgte mit seinen Tempoläufen immer wieder für Gefahr im Strafraum von Sevilla, wich aber genauso auch hin und wieder auf die Außenbahnen aus. So bereitete er den Treffer von Julian Brandt zum 4:1 vor. Grund genug für Dortmunds Chef-Trainer Moukoko auch gegen den FC Bayern den Vorzug zu lassen?
Die Statistik: 3
Jude Bellingham ist erst der zweite Teenager, der an den ersten drei Champions-League-Spieltagen jeweils getroffen hat. Der andere ist, natürlich, Erling Haaland.
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Quelle: Perform
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