BVB zittert sich gegen FC Chelsea zum Sieg im Achtelfinal-Hinspiel der Champions League - Adeyemi mit Traumtor

Borussia Dortmund hat das Achtelfinal-Hinspiel der Champions League gegen den FC Chelsea 1:0 (0:0) gewonnen und damit die Tür zum Viertelfinale einen Spalt geöffnet. Matchwinner war Karim Adeyemi, der in der 63. Minute sein Traumsolo über 50 Meter vergoldete. In der zweiten Hälfte hatte der BVB aber auch viele brenzlige Situationen im eigenen Strafraum zu überstehen.

Karim Adeyemi und Sebastien Haller

Fotocredit: Imago

Beide Mannschaften überbrückten möglichst schnell das Mittelfeld und schalteten nach Balleroberung schnell um. So ging es schon in der Anfangsphase häufig hin und her, allerdings ohne die ganz großen Tormöglichkeiten. Die vermeintliche Führung der Gäste wurde nach einem absichtlichen Handspiel von Thiago Silva im Anschluss an einen Freistoß von Reece James zurecht abgepfiffen, der Brasilianer sah zudem Gelb für diese Aktion (17.).
Den ersten gefährlichen Abschluss verbuchten die Dortmunder durch Sébastien Haller, dessen Abschluss aus spitzem Winkel am Außennetz landete (28.).
Nur kurz darauf näherte sich dann aber auch der FC Chelsea erstmals an. Nach einer Hereingabe von Hakim Ziyech schoss Joao Félix ein knappes Stück rechts am Tor vorbei (32.). Auf der anderen Seite rauschte Karim Adeyemis Abschluss nach einem kurz ausgespielten Eckball nur knapp über das Tor von Kepa (34.).
Kurz vor der Pause wurde es dann nochmal brenzlig für die Hausherren. Nach einem schnellen Gegenstoß fand Kai Havertz den mitgelaufenen Félix, der aus acht Metern halblinks den Dortmunder Querbalken traf (38.). Aber auch der BVB kam nochmal vors Tor: Wolfs Schlenzer von der Strafraumkante drehte sich links am Tor vorbei (43.).
Im zweiten Durchgang kamen die Gäste besser aus den Kabinen. Zunächst musste Gregor Kobel bei einem Freistoß aus 18 Metern von James eingreifen (55.). Einige Minuten später konnte sich der BVB-Torhüter noch einmal richtig auszeichnen. Seine Parade gegen einen Dropkick-Versuch aus halbrechter Position von James war durchaus sehenswert (62.).
Dortmund hingegen hatte durch Julian Brandts Flachschuss von der Strafraumgrenze die nächste Möglichkeit (57.). Besser aber machte es Adeyemi kurz darauf: Nach einer abgewehrten Ecke der Gäste startete der Youngster nach Zuspiel von Raphaël Guerreiro durch. Und wie: Adeyemi nahm Weltmeister Enzo Fernández Meter um Meter ab, umkurvte im Strafraum Torhüter Kepa und schob aus vier Metern halblinks ein (63.).
Chelsea war nun gefordert und hatte in Person von Kalidou Koulibaly die ganz große Chance zum Ausgleich. Seinen Schuss aus zwölf Metern parierte Kobel zwar, der Ball trudelte dennoch in Richtung Tor. Dann aber kam Emre Can angerauscht und kratzte die Kugel noch von der Linie (78.).
Die Gäste warfen nun aber alles nach vorne. Dortmund hielt dagegen, konnte sich dabei aber auch einmal mehr auf den starken Rückhalt seines Torhüters verlassen. So entschärfte Kobel nicht nur gegen Félix (84.), sondern auch kurz vor dem Schlusspfiff gegen einen Schlenzer von Fernández, den er sehenswert aus dem rechten Winkel fischte (90.+5).
So aber blieb es beim knappen 1:0-Erfolg für den Bundesligisten, der sich so eine gute Ausgangssituation für das Rückspiel am 07. März in London erspielte.

Die Stimmen:

Karim Adeyemi (Borussia Dortmund): "Man hat gesehen, dass jeder für jeden kämpft. Wir haben gesehen, dass absolut hier was geht und deshalb haben wir auch verdient gewonnen. Der Sieg war sehr wichtig. Mit den Fans war es unglaublich, heute zu spielen. Wir haben versucht, Chelsea heute ein schwieriges Spiel zu geben und so haben wir uns eine gute Situation für das Rückspiel geschaffen."
Zu seinem Tor: "Ich habe mir gedacht, ich muss irgendwann mal den Ball vorbeilegen. Das war wirklich das einzige, was ich in dieser Situation gedacht habe."
Edin Terzic (Trainer Borussia Dortmund): "Das ist erstmal gut, dass wir das Spiel gewinnen konnten. Am Ende war dann natürlich auch ein bisschen Glück dabei. Man muss schon sagen, dass sie am Ende sehr viel Druck ausgeübt haben und wir nicht mehr ganz so sauber weg verteidigen konnten. Sie haben schon auch eine unglaubliche Qualität da vorne, wenn man sieht, wie Joao Félix da vorne aufdreht. Aber natürlich, Gregor ist in einer herausragenden Form und wir wissen: Wenn es mal eng ist, dann können wir uns auf ihn verlassen."
Zu Marco Reus: "Es tut brutal leid. Aber es geht nicht nur um Marco, wir hatten auch andere Jungs in diesem Spiel, die nicht eingewechselt wurden. Er muss es respektieren, aber nicht akzeptieren. Er muss weiter arbeiten und sich anbieten."
Graham Potter (Trainer FC Chelsea): "Unsere Leistung war gut. Die Mannschaft spielt immer besser zusammen, vor allem gegen ein Team mit einem solchen Lauf wie Dortmund. Wir wussten, dass es schwer wird hier vor der Kulisse. Aber wir haben noch eine Chance an der Stamford Bridge."
Emre Can (Borussia Dortmund): "Schwieriges Spiel. Am Ende, muss ich ehrlich sagen, war es ein glücklicher Sieg. Was wir heute gemacht haben, war, dass wir als Mannschaft gekämpft haben. In der Vergangenheit gab es Spiele, wo wir als Mannschaft auseinander gegangen sind und nicht so gekämpft haben. Untereinander reden wir extrem viel in der Mannschaft. Egal, was ist, es kann immer sein, dass wir nicht gut spielen, dass wir verlieren, aber was wir immer können, ist miteinander zu reden. Ich glaube, am Ende zahlt sich ehrliche, harte Arbeit immer aus."

Der Tweet zum Spiel:

Die Dortmund-Fans sind sich einig: Gregor Kobel hat den Sieg gegen Chelsea festgehalten.

Das fiel auf: Adeyemi läuft allen davon

Es war die Szene des Spiels: Nach einer Ecke für den FC Chelsea konterte Borussia Dortmund in Person von Karim Adeyemi mustergültig. Der Angreifer, der mit zuletzt zwei Treffern auch in der Bundesliga immer besser in Fahrt kam, startete in der eigenen Hälfte und durchquerte beinahe das gesamte Spielfeld – uneinholbar für Gegenspieler Fernández, der gerade erst für 150 Millionen Pfund in die englische Hauptstadt gewechselt war. Den Argentinier – immerhin erst vor zwei Monaten zum Weltmeister mit Argentinien gekürt – ließ der Nationalspieler in dieser Szene ganz alt aussehen.

Die Statistik: 10

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Quelle: Perform

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