Drei Dinge, die bei FC Bayern gegen Viktoria Pilsen auffielen: Leroy Sané sorgt für Aufsehen
Der FC Bayern hat gegen völlig überforderte Pilsener keinerlei Probleme – und siegt am Ende 5:0 (3:0). Das Warmschießen im Vorfeld des Bundesliga-Spitzenspiels in Dortmund (Samstag, 18:30 Uhr) war vor allem für einige Spieler aus der zweiten Reihe Balsam und hatte aufrund des schwachen Gegners eher bedingte Aussagekraft. In der Offensive stachen drei Spieler heraus. Drei Dinge, die auffielen.
Lob für Schlüsselspieler Sané: "Kann das extra i-Tüpfelchen geben"
Quelle: Perform
Die Länderspielpause hat dem FC Bayern offensichtlich richtig gutgetan. Nachdem am Freitagabend bereits Bayer Leverkusen vom kriselnden Rekordmeister zerlegt worden war, kam wenige Tage später auch Viktoria Pilsen in München unter die Räder.
5:0 hieß es nach 90 einseitigen Minuten aus Sicht der Hausherren, für die Tore zeichneten Leroy Sané (7., 50.), Serge Gnabry (13.), Sadio Mané (21.) und der eingewechselte Eric Maxim Choupo-Moting (59.) verantwortlich. Mit dem Kantersieg tütete der FCB nebenher noch einen neuen Champions-League-Rekord ein.
Es war das 31. Gruppenspiel in Serie ohne Niederlage, dies schaffte in der Königsklasse bis dato kein anderer Verein (Real Madrid stand zwischen 2012 und 2017 bei 30 Partien).
Das Abwenden des Negativtrends, der sich unlängst in vier sieglosen Bundesligaspielen widergespiegelt hatte, kommt für den FCB zum richtigen Zeitpunkt, steht doch am Wochenende das Spitzenspiel bei Borussia Dortmund an (Samstag, 18:30 Uhr im Liveticker).
Leon Goretzka wollte das neuerliche Schützenfest berechtigterweise nicht überinterpretieren, dafür durften beim souveränen Warmschießen fürs Top-Duell ein paar Reservisten Selbstvertrauen tanken. Darüber hinaus stachen in der spielfreudigen Offensive vor allem drei Akteure heraus.
1.) Ein Kantersieg mit bedingter Aussagekraft
Es war sicherlich der Gesamtsituation dienlich, dass die zuletzt so häufig gescholtenen Münchner gegen Pilsen ein sattes Ausrufezeichen setzten. Das Team von Trainer Julian Nagelsmann zeigte sich so dominant, kreativ und torfreudig wie selten in der jüngeren Vergangenheit.
Doch zur Wahrheit gehörte an diesem Dienstagabend auch, dass der Kontrahent aus der Bierstadt jegliche Tauglichkeit für die Königsklasse vermissen ließ. In der Offensive ohne Biss, in der Defensive kopf- und zugriffslos, lud Pilsen den deutschen Serienmeister zum munteren Toreschießen ein.
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Nagelsmann verrät: So analysiere ich den BVB in der Königsklasse
Quelle: Perform
Dass die Bayern, trotz der zwischenzeitlichen Schwächephase, in der Lage sind, derartige Unzulänglichkeiten auszunutzen, dürfte nicht allzu überraschend gewesen sein. Dementsprechend war die Aussagekraft des Ganzen eher geringer Natur.
Das stellte auch Mittelfeldmann Leon Goretzka im Anschluss im Gespräch mit "DAZN" fest. "Normalerweise sollte uns niemand kitzeln müssen", sagte er mit Blick auf die Kritik, mit der sich sowohl Trainer als auch Spieler in den vergangene Wochen immer wieder konfrontiert sahen.
Man dürfe die beiden souveränen Siege nicht zu sehr hochjubeln. "Die beiden Gegner haben uns auch machen lassen, was wir machen wollten. Wir sollten das also nicht zu hoch hängen", so der ehemalige Schalker, der dennoch eine kleine Kampfansage in Richtung Dortmund sendete.
Der BVB dürfe eine "hochmotivierte Bayern-Mannschaft" erwarten.
2.) Balsam für die Reservisten-Seele
Nach acht Bundesliga-Spieltagen wartet Neuzugang Ryan Gravenberch noch auf seinen ersten Startelfeinsatz im deutschen Oberhaus, nur im DFB-Pokal durfte er in Runde eins bisher von Beginn an ran.
Das änderte sich gegen Pilsen, Gravenberch ersetzte den an Corona erkrankten Joshua Kimmich neben Goretzka auf der Doppelsechs – und verwies damit Marcel Sabitzer auf die Bank. Eine echte Bewährungsprobe war die Partie letztlich zwar nicht, dennoch ließ der Niederländer seine Fähigkeiten ein ums andere Mal durchblitzen.
"Ryan hat nicht so viel Rhythmus, das ist nicht so leicht, reinzukommen", sagte Nagelsmann bei "DAZN", stellte dem Youngster aber ein positives Arbeitszeugnis aus. "Er hat es gut gemacht und hatte ein gutes Positionsspiel. Normalerweise spielt er ja etwas offensiver", erklärte der 35-Jährige.
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FC Bayern - Viktoria Pilsen
Fotocredit: Getty Images
Neben Gravenberch sammelten weitere Akteure, die normalerweise ein Reservisten-Dasein fristen, wertvolle Spielminuten. Noussair Mazraoui beackerte die rechte Abwehrseite über die volle Distanz und deutete dabei – auch, weil der Gegner ihn ließ - seine Fähigkeiten im Spiel nach vorne an.
Der Marokkaner, der wie Gravenberch im Sommer aus Amsterdam in die bayrische Landeshauptstadt gewechselt war, habe am Anfang laut seines Trainers ein "paar Probleme" gehabt, mittlerweile aber deutlich mehr Selbstvertrauen getankt. "Mit ihm bin ich sehr zufrieden", lobte Nagelsmann.
Josip Stanisic mischte gemeinsam wie Dauer-Bankdrücker Choupo-Moting immerhin eine Halbzeit lang mit, Top-Talent Mathys Tel wurde von Nagelsmann mit 30 Minuten bedacht. Vor allem aus Choupo-Motings Sicht war der Abend in der Allianz Arena ein gelungener – der Angreifer erzielte sein erstes Pflichtspieltor in dieser Saison.
3.) Drei Offensivkräfte stechen heraus
Ein Trio, das schon gegen Leverkusen positiv aufgefallen war, lieferte auch im Aufeinandertreffen mit den Tschechen in beeindruckender Manier ab: Jamal Musiala, Leroy Sané und Neuzugang Sadio Mané, der aufgrund seiner zwischenzeitlichen Torflaute mit reichlich Gegenwind zu kämpfen hatte.
Sané sorgte mit zwei technisch höchst anspruchsvollen Treffern für Aufsehen, Mané feierte sein Tor-Debüt in der Champions League und Musiala, der gegen Pilsen zwar nicht auf der Anzeigetafel auftauchte, wirbelte einmal mehr die gegnerische Defensive durcheinander.
"Wir haben gut gespielt und uns eine Menge Chancen erarbeitet", sagte Mané im Nachgang. Er ergänzte: "Die vergangenen Wochen war schwierig, deshalb war es wichtig, eine Reaktion zu zeigen. Nach der Länderspielpause haben wir das getan, ich hoffe, dass es bis zum Ende der Saison so weitergeht."
Auf den wiedererstarkten Sané angesprochen, geriet Bayern-Sportvorstand Hasan Salihamidzic ins Schwärmen: "Ich glaube, er weiß, was wir und die Zuschauer von ihm verlangen – und an ihm lieben: Wenn er mit verteidigt und nach vorne seine Stärken ausspielt, kann er einer der besten Spieler überhaupt werden."
Gegen Dortmund gilt es für die Münchner, der mutmaßlichen Wende weiteren Nachdruck zu verleihen.
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