Sieg des FC Bayern München gegen Bayer Leverkusen nur "ein erster Schritt" aus der Krise

Der FC Bayern hat sich nach vier sieglosen Spielen in Serie beim 4:0 gegen Bayer Leverkusen eindrucksvoll zurückgemeldet. In blinde Euphorie verfällt man an der Säbener Straße jedoch nicht. Vorstandsboss Oliver Kahn mahnte trotz der überzeugenden Leistung zur Vorsicht und auch der umjubelte Spieler des Spiels Jamal Musiala wollte das Ende der Krise nicht herbeireden.

Der FC Bayern verfällt trotz des Kantersieges gegen Bayer Leverkusen nicht in blinde Euphorie

Fotocredit: Getty Images

Julian Nagelsmann erlaubte sich nach dem erlösenden Ende seiner schwarzen Serie eine kleine Nachlässigkeit. Mit sieben Minuten Verspätung schlenderte der Coach von Bayern München am Samstagmorgen völlig entspannt auf den Trainingsplatz, wo seine Reservisten längst zugange waren. Die Stimmung war bestens - bei den mehreren Hundert Fans genau so wie bei Nagelsmann und den Bossen.
Der Gala-Abend gegen das Krisen-Gerede beim 4:0 (3:0) gegen ein bedauernswert schwaches Bayer Leverkusen war "ein erster Schritt in die richtige Richtung", meinte Vorstandschef Oliver Kahn. Er betonte jedoch, man sei "gut beraten, das nicht zu hoch zu hängen". Nun gelte es, "diese Einstellung Spiel für Spiel an den Tag zu legen. Dann bin ich sehr optimistisch."
Matchwinner Jamal Musiala sprach nach vier sieglosen Ligaspielen von einem "guten Zeichen". Doch "ob die Krise vorbei ist, können wir noch nicht sagen", bekannte er. Darüber geben erst die nächsten Duelle Aufschluss. Am Dienstag wartet in der Champions League Außenseiter Pilsen, die nächsten Bundesliga-Gegner heißen Dortmund und Freiburg, danach geht's im Pokal zu Bayern-Schreck Augsburg.
"Ein gutes Spiel heißt nicht, dass jetzt alles vorbei ist", betonte Musiala, "wir müssen weiter dranbleiben, die gleiche Energie, den gleichen Hunger mitbringen." Der 19-Jährige selbst hatte gegen Bayer die Richtung vorgegeben. Er legte die Treffer von Leroy Sane (3.) und Sorgenkind Sadio Mané (39.) auf, dazwischen traf er nach feinem Doppelpass mit Thomas Müller, der das 4:0 erzielte (84.), selbst (17.).

Nagelsmann mit Stars zufrieden

"Er ist ein Schlüsselspieler", lobte Kapitän Manuel Neuer, Kahn meinte: "Er bereitet uns im Moment viel Freude." Vor allem das gute Zusammenspiel mit Nebenmann Müller im Offensivzentrum macht Hoffnung. "Sein Fußball-IQ ist richtig hoch", sagte Musiala über den Routinier, "er versteht Sachen, die ich nicht mal sehe." Er versuche mitzuhalten, ergänzte er bescheiden, "aber da geht's immer noch besser."
Nagelsmann war grundsätzlich mit seinen Stars zufrieden, sprach von einer "guten Reaktion". Was sich geändert hat? "Anders war, dass wir die Torchancen besser genutzt haben, das ist sehr einfach zu analysieren." Im Coaching habe er "nichts anders gemacht", seinem Stil blieb er treu.
Taugt Leverkusen also als Mutmacher? Ja, meinte Neuer: "Wir haben auf ein positives Signal gewartet, um auch für uns persönlich zu wissen, dass wir es drauf haben. Das haben wir gebraucht."
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Quelle: Perform

"Befreiender Moment" für Mané

Das galt in besonderem Maße für den über Wochen glücklosen Mané und sein erlösendes erstes Ligator seit dem 3. Spieltag. "Man leidet ja mit ihm mit", sagte Kahn, "er ist so ein großartiger Typ, arbeitet enorm viel."
Mané schlenderte entspannt mit einem Lächeln aus der Arena, das Handy am Ohr. Nagelsmann sprach von einem "befreienden Moment" für den sensiblen Senegalesen, doch "ob es ein Knotenplatzer war, zeigen die nächsten Spiele".
Das gilt für den gesamten FC Bayern. "Wir haben immer noch Schritte zu gehen", betonte Nagelsmann, "und viel Potenzial, das wir noch nicht auf den Platz bringen."
(SID)
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