Drei Dinge, die bei PSG gegen den FC Bayern München auffielen: Upamecano und de Ligt sind Weltklasse

Der FC Bayern hat die erste Hürde auf dem Weg ins Viertelfinale der Champions League mit Bravour genommen. Bei Paris Saint-Germain zeigten die Münchner, dass sie in großen Spielen einfach abliefern können, auch weil sich zwei Verteidiger mittlerweile auf Weltklasse-Niveau bewegen. Bei PSG schafft das derzeit nur ein Spieler: Kylian Mbappé ist so viel besser als der Rest. Drei Dinge, die auffielen.

Effizienz in Paris: Nagelsmann zufrieden mit Chancenverwertung

Quelle: Perform

2020 schoss Kingsley Coman den FC Bayern München im Finale gegen Paris Saint-Germain zum Champions-League-Titel.
Am Dienstagabend schlug der Franzose erneut gegen seinen Ex-Klub zu. Comans Siegtor (53.) ebnet dem FC Bayern den Weg Richtung Viertelfinale.
"Natürlich steht die Tür zum Weiterkommen nun ein bisschen weiter offen als vorher. Aber das Rückspiel in München wird auf keinen Fall ein Spaziergang", sagte Torhüter Yann Sommer bei "Amazon Prime".
Im ersten Duell zweier Anwärter auf den Champions-League-Titel gingen die Münchner als verdienter Sieger vom Platz.
Drei Dinge, die uns im Pariser Prinzenpark auffielen.

1.) Der FC Bayern erfüllt den Auftrag von ganz oben

Endlich Champions League, endlich Paris. Auf dem FC Bayern lag enormer Druck, erst recht nach dem müden 3:0 gegen Bochum und der anschließenden Kritik von Nagelsmann. Vorstandsboss Oliver Kahn forderte direkt vor dem Spiel eine entsprechende Reaktion der Mannschaft. "Es geht heute darum, zu explodieren. Alles abzurufen, was da ist. Ich erwarte, dass die Jungs alles auspacken, was sie drin haben", sagte Kahn bei "Amazon Prime".
Nach 94 Minuten Königsklassen-K.o.-Phasen-Fußball steht fest: Mission erfüllt. In der ersten Halbzeit hatten die Bayern die totale Spielkontrolle mit einer Torschussbilanz von 10:1 und einem Ballbesitz von knapp 60 Prozent.
"Wir haben sehr gut begonnen und hatten auch sonst immer wieder gute Phasen", sagte Eric Maxime Choupo-Moting. Einziges Manko bis zur Pause: Tiefe und Power im letzten Drittel. "Die Bayern sind überlegen, spielen aber vorne gefällig und nicht gefährlich", sagte TV-Experte Mario Gomez in der Halbzeit.
Die Räume zwischen den beiden Viererketten von PSG wurden gut besetzt, allerdings kamen die Bälle nicht dorthin. Joao Cancelo schlug auf der rechten Seite einige Flanken ohne Abnehmer, anstatt Leroy Sané oder Jamal Musiala kurz anzuspielen. Sané quittierte dies des öfteren mit abfälligen Gesten.
"Wir können sicher noch geradliniger Richtung Tor spielen. Ich hatte das Gefühl, wir waren etwas überrascht, dass wir so viel den Ball hatten", sagte Nagelsmann.
Cancelo blieb nach der Pause in der Kabine, für ihn kam Alphonso Davies. Kingsley Coman wechselte auf die rechte Seite. Dieser Schachzug von Nagelsmann zahlte sich in der 53. Minute aus. Auf Vorlage von Davies erzielte Coman den Führungstreffer, PSG-Torhüter Gianluigi Donnarumma machte dabei keine glückliche Figur.
Die Bayern waren danach dem zweiten Tor lange Zeit näher als PSG dem Ausgleich. Am Ende wurde es aber doch noch eng, "weil wir in der Schlussphase weder hohen Druck kreiert noch wirklich tief gestanden haben", wie Nagelsmann analysierte.
Doch es ist dem FC Bayern (mal wieder) in einem großen Spiel gelungen, zu liefern.
picture

Kingsley Coman traf wie im Finale 2020 gegen PSG, verzichtete aber aus Respekt vor seinem Ex-Klub auf ausgelassenen Jubel

Fotocredit: Getty Images

2.) Bayern hat (endlich) wieder Weltklasse-Verteidiger

Die Dreierkette mit Benjamin Pavard, Dayot Upamecano und Matthijs de Ligt verlieh dem FC Bayern zuletzt mehr defensive Stabilität. Nagelsmann blieb seiner Grundordnung mit drei Innenverteidigern daher auch gegen das Pariser Starensemble treu.
Der Plan ging voll auf. Joshua Kimmich und Leon Goretzka besetzten die Mitte vor der Dreierkette, wodurch Neymar und Messi aus PSG-Sicht viel zu selten in den Genuss kamen, mit Tempo auf die Dreierkette zuzulaufen.
Upamecano kümmerte sich als zentraler Verteidiger überwiegend um Neymar und legte den Brasilianer an die Kette, während de Ligt durch exzellentes Timing beim Herausrücken einige Balleroberungen gelangen.
Nach der Hereinnahme von Kylian Mbappé stellte Nagelsmann erneut um und beorderte Upamecano auf links in der Annahme, der Franzose könne noch am ehesten das Tempo seines Landsmanns mitgehen. Upamecano erledigte auch diesen Job mit Bravour, wenngleich Mbappé am Ende ein, zwei Mal durchkam.
"Wir haben in der Defensive einmal mehr extrem viel wegverteidigt. Es ist ein Geschenk für einen Torwart, wenn die Vorderleute so viel wegverteidigen", sagte Yann Sommer bei "Amazon Prime".
Mit de Ligt und Upamecano hat der FC Bayern wieder zwei Verteidiger auf allerhöchstem Niveau.
picture

Nagelsmann lässt keine Zweifel zu: Bayern hat PSG lahmgelegt

Quelle: Perform

3.) Es gibt ein PSG ohne - und eins mit Mbappé

Er spielt, er spielt nicht, er spielt, er spielt nicht... Das Gänseblümchenzupfen um den möglichen Einsatz von Kylian Mbappé führte zu einem kleinen verbalen Fernduell zwischen Nagelsmann und seinem Gegenüber Christophe Galtier.
Mbappé stand zwar nicht in der Startelf, doch seine bloße Präsenz versetzte die Pariser Fans in Ekstase. In der 57. Minute wurde Mbappé eingewechselt und hauchte einer scheintoten PSG-Elf neues Leben ein. "Man sieht, was für eine Energie ins Stadion kommt, wenn Mbappé eingewechselt wird und wie er das Spiel verändert", sagte Nagelsmann.
Jeder Ballkontakt des 24-Jährigen wurde frenetisch bejubelt und sehr bald bekamen die Bayern zu spüren, dass PSG mit Mbappé eine völlig andere Mannschaft ist. "Es ist unfassbar, was mit Paris passiert, wenn er dabei ist", staunte "Amazon Prime"-Co-Kommentator Benedikt Höwedes.
Lässt man Mbappé nur minimal zu viel Raum für seine Tempoläufe über den linken Flügel, ist das nicht zu verteidigen. Fast schon logisch, dass das einzige Pariser Tor (82.) dann auch auf sein Konto ging. Letztlich war ein bisschen Bayern-Dusel dabei, dass Vorlagengeber Nuno Mendes beim Zuspiel von Neymar mit einer Fußspitze im Abseits stand.
"Mit ihm hat Paris eben den Speed vorne. Dann ist es immer ein Ritt auf der Rasierklinge", sagte Nagelsmann. Paris hat Mbappé, Messi und Neymar - doch derzeit ist der Franzose seinen Superstar-Kollegen meilenweit voraus.
Im Rückspiel am 8. März muss Paris Saint-Germain von Beginn an ein anderes Gesicht zeigen, um noch eine Chance aufs Weiterkommen zu haben. Dass da noch was gehen kann, steht außer Zweifel. Bei PSG spielt schließlich Kylian Mbappé.
Das könnte Dich auch interessieren: Ein Abstauber reicht - Milan schlägt Tottenham
picture

Kroos-Entscheidung steht: Ancelotti äußert klare Tendenz

Quelle: Perform

Mehr als 3 Mio. Sportfans nutzen bereits die App
Bleiben Sie auf dem Laufenden mit den aktuellsten News und Live-Ergebnissen
Download
Diesen Artikel teilen
Werbung
Werbung