Drei Dinge, die bei Real Madrid - FC Liverpool auffielen: Jürgen Klopp ohne Konzept

Real Madrid hat den FC Liverpool souverän und abgezockt 1:0 (0:0) bezwungen und zieht ins Viertelfinale der Champions League ein. Beeindruckend war dabei die Mentalität der Mannschaft von Trainer Carlo Ancelotti. Bei den Reds hat Coach Jürgen Klopp dagegen einige Probleme. Viel Zeit, sie zu lösen und die Saison zu einem guten Ende zu führen, bleibt ihm nicht mehr. Drei Dinge, die uns auffielen.

Klopp nach Aus knallhart: "Richtiges Team in der nächsten Runde"

Quelle: Perform

Das Fußballwunder blieb aus, für Jürgen Klopp und den FC Liverpool ist die Champions League schon nach dem Achtelfinale beendet. Der englische Vizemeister mit dem deutschen Teammanager verabschiedete sich mit einer 0:1-Niederlage bei Real Madrid aus der Königsklasse.
Nach der 2:5-Heimpleite im Hinspiel waren die Chancen schon auf ein Minimum gesunken. Karim Benzema erzielte das einzige Tor im Santiago Bernabeu (78.).
Wann der Titelträger von 2005 und 2019 in die Champions League zurückkehrt, ist offen. Denn nach durchwachsener Saison und dem peinlichen 0:1 beim Abstiegskandidaten AFC Bournemouth liegen die Reds in der heimischen Premier League aktuell sechs Punkte hinter Rang vier, der zur Teilnahme an der Königsklasse berechtigt, zurück.
Drei Dinge, die uns im Santiago Bernabéu auffielen.

1. Der Titel führt nur über Real

Sie mussten nicht hoch springen nach dem klaren Sieg im Hinspiel gegen Liverpool - und es wirkte phasenweise tatsächlich so, als seien die "Königlichen" am Mittwoch nicht mal ins Schwitzen gekommen. Dennoch - und das ist das eigentlich Furchterregende für jeden kommenden Gegner - sie hatten Liverpool jederzeit im Griff. Real ruhte sich definitiv nicht aus, spielte diszipliniert, erspielte sich reihenweise Möglichkeiten. 18:9 Torchancen standen am Ende in der Bilanz. Benzema hätte gut und gerne drei Treffer statt nur ein Tor erzielen können. Die Chancenverwertung war der einzige Kritikpunkt an diesem Abend.
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Karim Benzema (Real Madrid-Liverpool)

Fotocredit: Getty Images

Der Rest war beeindruckend stark. Luka Modric und Toni Kroos macht im zentralen Mittelfeld weiterhin keiner etwas vor. Beide sind nach wie vor gut für gefährliche Pässe in die Nahtstelle der Verteidigung. Durch ihre Dynamik gehören Vinicius Jr. und Federico Valverde indes zu den weltbesten Flügelspielern. Hinten ist Antonio Rüdiger endgültig der legitime Nachfolger von Sergio Ramos, was Kompromisslosigkeit in den Zweikämpfen angeht. Youngster Eduardo Camavinga wird ebenfalls immer stärker. Der Kern des Teams ist schlicht souverän und abgezockt. Die "Alten" ziehen die Jungen hoch, die Mannschaft erscheint unheimlich kompakt.
Real war das klar bessere Team und zog verdient ins Viertelfinale ein. "Es war das Spiel, das wir wollten. Und wir haben geliefert", resümierte Trainer Carlo Ancelotti zufrieden. In der Runde der letzten Acht brauchen er und seine Männer sich vor niemandem zu fürchten. Viertelfinale: Bayern droht Manchester City oder Real Madrid, Real redet ein gehöriges Wort mit.

2. "Clueless" Klopp hat kein Konzept

Insgeheim hat jeder neutrale Fußball-Fan doch gehofft: Liverpool, Klopp, Emotion - da geht doch etwas, egal dass das Hinspiel mit 2:5 verloren wurde. Wo die Reds sind, da brennt die Luft. Im Bernabéu war Klopps "Army" allerdings nur ein laues Lüftchen. Einen "Versuch" hatte Klopp angekündigt. Der ist kläglich gescheitert.
Was bei Liverpool alles nicht zu sehen war: Ein klares Konzept, Überzeugung, Führungsspieler, tolle Standards, ein Aufbäumen, Positionsspiel, Kreativität. Klopp? Clueless. Das überraschte dann doch auch trotz aller Sorgen, die Liverpool mit sich herumträgt. Klopps Fazit fiel entsprechend nüchtern aus: "Wir hätten eine spezielle Performance gebraucht, die haben wir zusammen nicht hinbekommen. Das richtige Team ist weiter gekommen. Es ist nicht das, was wir wollten. Aber so sind Knockout-Spiele."
Sechs Offensive hatte Klopp in die Startelf beordert, doch Torgefahr gab es nicht. Mo Salah wurde konsequent aus dem Spiel gedoppelt, Trent Alexander-Arnold irrlichterte über das ganze Feld, die Pässe waren durchweg unpräzise, das Verhalten des LFC grenzte an Apathie. Flanken ins Nichts wechselten sich mit Querpässen ab. Obwohl sie es hätten machen müssen, gab es kein schnelles Spiel nach vorne. Taktisch ging rein gar nichts und scheinbar hatte Klopp seine Spieler auch emotional nicht genug kitzeln können. Ein Zeichen, dass er und seine Art sich nach vielen Erfolgen an der Anfield Road tatsächlich abgenutzt haben? Sein Vertrag läuft bis 2026. Seine Ziele bleiben groß, sind aber in Gefahr, wenn die erneute Qualifikation für die Champions League verpasst wird.
Wahrscheinlich ist jetzt einfach nicht mehr drin gewesen gegen dieses Real. Klopp ist jedenfalls schon länger bewusst: "Das wird nicht die Saison in den Geschichtsbüchern, auf die die Leute immer wieder und wieder schauen wollen. Darüber wird es keine großen Filme geben." Ein bisschen mehr Spannung hätten sich viele bei dieser Paarung dennoch gewünscht.

3. Milner zeigt, wo und was sich ändern muss

James Milner wurde in Liverpool zum Helden. Seit 2015 ist der Mittelfeld-Motor bei den Reds. Er steigerte sich von Saison zu Saison, bestach durch Leader-Qualitäten und Entschlossenheit. In dieser spielte der 37-Jährige allerdings kaum noch eine Rolle. Sicher wichtig in der Kabine, aber auf dem Feld nur Ergänzungsspieler. Fußballerisch ist Milner in die Jahre gekommen - nun führte kein Weg an ihm vorbei.
Dass Milner im entscheidenden Rückspiel gegen Real von Beginn an ranmusste, sagt einerseits viel über die derzeit personell angespannte Lage beim LFC aus. Andererseits wird so offensichtlich, wo mit Blick auf die Zukunft dringender Handlungsbedarf besteht. Milner und Liverpool - sie sind aktuell nicht das höchste Level auf internationalem Parkett. Und wenn die Nummer 7 im Liverpool-Trikot als Hoffnungsträger für eine historische Aufholjagd herhalten muss, nun ja. Dass sie ausblieb, war dann auch keine wirkliche Überraschung mehr.
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James Milner vom FC Liverpool

Fotocredit: Getty Images

Die Transfer-Planungen für die kommende Saison laufen immerhin bereits, Klopp hat angekündigt, dass neue Top-Leute kommen sollen - vor allem im Mittelfeld-Zentrum. Die Gerüchte um Jude Bellingham halten sich hartnäckig. "Es ist völlig klar, dass wir im Sommer etwas machen müssen. Im Moment müssen wir da einfach durch", hatte Klopp zuletzt erwähnt.
Jetzt gilt es zunächst für ihn, seine "Reds" für die erneute Qualifikation für die Champions League einzuschwören. Dafür müssen sie mindestens Vierter werden. Und nur wenn das gelingt, bleibt der Verein für Stars richtig attraktiv. Dieses Ziel zu erreichen, wäre für Klopp fast schon so viel Wert wie ein echter Titel in dieser durchwachsenen Saison.
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Klopp bedient: "Schauen, wie tief die Narben sind"

Quelle: Perform

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