Erling Haaland erzielt Fünferpack in der Champions League gegen RB Leipzig: City mit viel VAR-Glück
Publiziert 14/03/2023 um 22:51 GMT+1 Uhr
Erling Haaland hat Manchester City im Alleingang ins Viertelfinale der Champions League geschossen. Der Norweger erzielte beim 7:0 (3:0) gegen RB Leipzig fünf Tore (22.,/Elfm., 24., 45.+2, 53., 57.). Haaland ist nach Lionel Messi und Luiz Adriano der dritte Spieler, dem ein Fünferpack in der Königsklasse gelang. Leipzig hatte allerdings großes Pech bei mehreren Schiedsrichterentscheidungen.
Erling Haaland
Fotocredit: Getty Images
Im ersten Durchgang dominierte die Mannschaft von Pep Guardiola nach Belieben. Ilkay Gündogan (3.) und Erling Haaland (11.) brachten RB Leipzig schon in der Anfangsphase in Bedrängnis, auch Jack Grealish scheiterte mit einem Abschluss an Schlussmann Janis Blaswich (16.).
Der Bundesligist kam kaum ins vor der Partie ausgelobte Gegenpressing, in der Defensive machte sich Leipzig das Leben zudem mit individuellen Fehlern schwer. Aus einem solchen von Torhüter Blaswich resultierte dann auch die dritte Ecke für Manchester City – und die sollte schwere Folgen haben. Benjamin Henrichs wurde von Rodri von hinten angeköpft, touchierte das Spielgerät dabei wohl leicht mit dem abgespreizten Arm. Nach Einschalten des Video-Assistent entschied Schiedsrichter Slavko Vincic auf Strafstoß – eine streitbare Entscheidung. Erling Haaland war das allerdings egal. Er trat an und verwandelte eiskalt ins rechte untere Eck (22.).
Leipzig war nun von der Rolle. Nur eine Minute und 17 Sekunden später klingelte es erneut: Der starke Kevin De Bruyne knallte die Kugel aus 22 Metern an den Querbalken, Haaland reagierte am schnellsten und köpfte den Abpraller aus neun Metern zentraler Position in die Maschen (24.).
Noch vor der Halbzeit schnürte der ehemalige BVB-Stürmer dann sogar noch seinen Hattrick. Nach Ecke von Grealish köpfte Rúben Dias den Ball aufs Tor. Blaswich parierte, der Ball rollte allerdings die Torlinie entlang. Haidaras Rettungsversuch blockte der Norweger aus kürzester Distanz über die Linie – das 3:0 (45.+2).
Die Hoffnung auf ein Comeback des Bundesligisten im zweiten Durchgang wurden nach nicht einmal fünf Minuten im Keim erstickt. Dann nämlich bediente Grealish Gündogan, der vom Strafraumrand maßgenau ins lange Eck vollendete (49.).
Und es wurde noch bitterer für RB. Eine weitere Ecke brachte das 5:0 durch Haaland, der zunächst an Blaswich scheiterte, den Nachschuss aber im Tor unterbrachte (54.). Nur drei Minuten später – wieder nach einem Eckball – staubte Haaland erneut nach einer Parade von Blaswich ab (57.). Es war der fünfte Treffer für den Stürmer, der seinen historischen Abend abrundete.
Mit der 6:0-Führung im Rücken ließen es die "Sky Blues" mindestens einen Gang ruhiger angehen. RB Leipzig gelang an diesem Abend dennoch nichts mehr. So durfte der überragende Kevin De Bruyne seinen Gala-Abend mit einem Traumtor krönen: Aus 20 Metern Torentfernung zirkelte der Belgier die Kugel ins rechte Eck (90.+2).
Nach Borussia Dortmund scheidet also der nächste Bundesligist im Achtelfinale der Champions League aus. Manchester City und Pep Guardiola hingegen untermauerten ihre Ansprüche auf den Henkelpott eindrucksvoll.
Die Stimmen:
Emil Forsberg (RB Leipzig): "Wir haben 7:0 verloren. Es hört sich nicht gut. Ich will auch nicht hier stehen und irgendwelche Ausreden suchen. Es tut weh. Sie haben es überragend gemacht. Wir waren nicht da, wir hatten keine Chance. Ich habe die Situation vor dem Elfmeter nicht gesehen, aber was ich gehört habe, ist, dass Benny (Henrichs, Anm. d. Red.) nicht mal den Ball gesehen hat. Aber wie schon gesagt, ich will keine Ausreden suchen, wir haben noch sechs Tore bekommen. Es tut mir leid für die Fans, die mitgekommen sind."
Benjamin Henrichs (RB Leipzig): "Ich glaube, dass wir mehr oder weniger aufgefressen wurden, da draußen. 7:0 habe ich in meiner Karriere noch nicht verloren, das tut brutal weh. Das ist ein extrem bitterer Abend für uns, keiner ist happy damit. Ich habe mit dem Schiri nach dem Spiel nochmal geredet und er meinte, der Videobeweis hat es entschieden, er hat es selbst gar nicht richtig gesehen, auch nicht auf dem Video. Der VAR hat entschieden. Dann habe ich gehört, dass es vor dem 2:0 auch ein Foul war von Haaland. Dazu das Foul von Ederson an Laimer. Das sind Szenen, das ist brutal. Dennoch haben wir 7:0 verloren, da müssen wir uns auch selbst in die Pflicht nehmen. Haaland ist physisch sehr stark. Er ist enorm schwer, zu verteidigen."
Erling Haaland (Manchester City): "Es ist eine große Nacht. Erstmal bin ich extrem stolz, in diesem Wettbewerb zu spielen. Ich liebe es. 7:0 gewinnen ist großartig. Meine Superkraft ist Toreschießen. Soll ich ehrlich sein? Bei den meisten Toren heute habe ich nicht nachgedacht. Ich habe einfach versucht, den Ball über die Linie zu bringen. Es geht auch darum, im Kopf schnell zu sein und den Ball dahin zu schießen, wo der Torhüter nicht steht."
Marco Rose (Trainer RB Leipzig): "Für heute war das natürlich eine Nummer zu groß für uns, das muss man attestieren. Ich nehme mich da mit in die Verantwortung. Heute waren zwei Punkte ausschlaggebend. Punkt eins: Zweikampfverhalten bei Standard-Situationen und das, was so drum herum passiert. Und Punkt zwei: Gar keine Ideen mit Ballbesitz und da nehme ich mich in die Verantwortung, da habe ich anscheinend nicht genug mitgegeben. Es ist überhaupt kein Zeitpunkt, Ausreden zu finden. City war heute überragend. Auch ohne die zwei Tore (denen Fehlentscheidungen vorausgingen, Anm. d. Red.) hätten wir heute Probleme bekommen."
Der Tweet zum Spiel:
Auch Mats Hummels äußerte seine Meinung zum Hand-Elfmeter für Manchester City.
Das fiel auf: Umstrittene Schiedsrichter-Entscheidungen
Dass Manchester City über 90 Minuten die bessere Mannschaft war, daran wollte auch nach dem Spiel niemand zweifeln. Dass die Schiedsrichter-Entscheidungen die Partie dennoch auf ihre Art negativ beeinflussten, blieb unbestritten. Schon die Entscheidung für den Hand-Elfmeter für Manchester City war fragwürdig. Benjamin Henrichs hatte das Spielgerät schließlich maximal leicht touchiert, von Absicht konnte sowieso keine Rede sein. Die Leipzig-Verantwortlichen waren berechtigterweise verärgert. Auch Mats Hummels von Borussia Dortmund schaltete sich direkt in die Diskussion ein (s. oben). Nur Sekunden später, unmittelbar vor dem zweiten Treffer, übersah der Unparteiische ein Foul von Haaland an Torhüter Blaswich. Hinzu kam – allerdings weitaus weniger spielentscheidend – das nicht geahndete Foul von Citys Torhüter Ederson an Konrad Laimer, das mindestens einen Freistoß für RB hätte nach sich ziehen müssen. (33.). Alles in allem ein unglücklicher Auftritt des Gespanns rund um Slavko Vincic.
Die Statistik: 77
Gerade einmal 77 Sekunden lagen zwischen den ersten beiden Treffern von Erling Haaland – es war der schnellste Doppelpack in der Geschichte der Champions League.
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Quelle: Perform
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