FC Bayern: Serge Gnabry sucht seine Form - Trainer Julian Nagelsmann deutet Kopfproblem an

Bei Serge Gnabry stottert der Motor. Der Nationalspieler stand bisher zwar in jedem Pflichtspiel des FC Bayern München auf dem Feld, in die Startelf schaffte er es aber nur vier von elf Mal. Julian Nagelsmann bekräftigt, dass er viel vom 27-Jährigen hält, formuliert aber auch klare Erwartungen. Dabei lässt der Trainer durchblicken, mit welchen Problemen Gnabry seiner Meinung nach zu kämpfen hat.

Nagelsmann macht Gnabry Mut: "Muss vor mir keine Angst haben"

Quelle: Perform

Der Jubel war groß, als Serge Gnabry im Rahmen der Team-Präsentation kurz vor Saisonstart in der Allianz Arena endlich für Klarheit sorgte und damit eine monatelange Hängepartie beendete.
Die Rückseite seines Trikots war mit vier Ziffern bedruckt: 2026 prangte vielsagend und für alle Fans im Stadion gut sichtbar auf dem Jersey.
Der deutsche Nationalspieler verlängerte seinen 2023 auslaufenden Vertrag nach zähen Verhandlungen um drei Jahre - gute Nachrichten. Vor allem, weil kurz zuvor der Abgang von Robert Lewandowski zum FC Barcelona publik gemacht wurde.
"Es ist etwas Besonderes, weil ich hier mit meinen Freunden auf höchstem Level zusammenspielen kann", hieß es in der Vereinsmitteilung zur Verlängerung. Gnabry wolle wie 2020 alles mit dem FC Bayern gewinnen, denn: "Der Hunger geht nicht weg."

Serge Gnabry: Hunger bleibt, Form schwankt

Weg aber war nach einigen Wochen die Selbstverständlichkeit im Spiel des gebürtigen Stuttgarters. Zum Auftakt gegen Frankfurt (6:1) steuerte er noch einen Treffer und einen Assist bei, am 3. Spieltag, beim 7:0 in Bochum, kam er auf dieselbe Ausbeute. Ab dann war jedoch Ebbe.
Auffällig: Gnabry schaffte es in acht Bundesligaspielen nur drei Mal in die Startelf (zuletzt beim 2:2 gegen Stuttgart) und spielt im Schnitt nur 38 Minuten pro Spiel. Ungewöhnlich, machte er in der vergangenen Saison noch 25 der 34 Ligaspiele von Beginn an (mit im Schnitt 68 Minuten pro Spiel).
Nagelsmann setzt in der laufenden Spielzeit jedoch vermehrt auf andere Waffen. Shootingstar Jamal Musiala ist im Moment nicht aus der Startelf wegzudenken, ebenso ist Thomas Müller auf der Zehn gesetzt. Die Position im Sturmzentrum gehört bislang zu großen Teilen Sadio Mané, auf den Außen wirbelt nicht selten Leroy Sané - und bald wird auch der genesene Kingsley Coman wieder um Einsatzminuten buhlen.
Die Konkurrenzsituation beim FC Bayern ist nicht neu für Gnabry. Neu ist jedoch eine vermeintliche Verkopftheit, die Nagelsmann auf der Pressekonferenz vor dem Champions-League-Heimspiel gegen Viktoria Pilsen (ab 18:45 Uhr im Liveticker) durchblicken ließ.

Nagelsmann lässt Gnabrys Verunsicherung durchblicken

Nagelsmann verriet, dass Gnabry gute Chancen auf einen Startelfeinsatz habe und forderte gleichsam: "Ich habe einfach nur die Erwartung, dass er sich nicht zu viele Gedanken macht auf dem Feld und immer eine Aktion nach der anderen angeht, keine Aktionen vermischt."
Gnabry solle "einfach mal frei von der Seele" weg spielen und "nicht zu viel nachdenken", führte Nagelsmann aus.
"Ich habe schon oft betont, dass ich sehr gut mit ihm klarkomme, dass wir einen guten Draht zueinander haben, auf sportlicher Ebene sowieso. Er muss keine Angst haben, dass wenn die Leistung nicht stimmt, dass er rasiert wird, sondern hat volles Vertrauen", so der Bayern-Trainer.
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Quelle: Perform

Offene Worte, die eine gewisse Verunsicherung des Spielers, aber auch den vermeintlich einfachen Weg aus dem Formtief erkennen lassen.

Gnabry wird Chancen bekommen

Die gute Nachricht ist: In den kommenden Wochen bis zum WM-Start gibt es eigentlich nur noch englische Wochen. Gnabry wird daher, sofern er gesund bleibt, reichlich Spielzeit bekommen.
Allein schon aus Gründen der Belastungssteuerung. Das Vertrauen seines Trainers hat er ohnehin.
"Ich glaube, ich bin schon ein Trainer, der ihm sehr viel Vertrauen geschenkt hat. Schon immer. In Hoffenheim schon und jetzt auch", betonte Nagelsmann, der Gnabry als Spielertyp so beschreibt: "Er hat eine große Gabe, beide Füße zu benutzen. Er hat eine sehr gute Gabe, das Spiel zu beschleunigen durch sein Kombinationsspiel, ähnlich wie Leroy (Sané, Anm. d. Red.) das macht."

Thema Beständigkeit: Vorteil Gnabry

Gnabry sei nicht der Typ "Eins-gegen-eins-Dribbler" wie Kingsley Coman, habe ein anderes Profil.
Weniger wertvoll ist das jedoch nicht. In drei seiner bisherigen vier Saisons in München war er hinter Lewandowski bester Torschütze, traf bislang in jeder Spielzeit zweistellig und überzeugte im Gegensatz zu Spielern wie Coman und Sané vor allem durch seine Beständigkeit.
Eine Eigenschaft, die er seinen Konkurrenten durchaus voraus hat.
Diese in Zukunft wieder zu erlangen, muss das kurzfristige Ziel des Nationalspielers sein. Geht es nach seinem Trainer, muss er dafür lediglich den Kopf ausschalten.
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Quelle: Perform

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