FC Bayern startet mit 2:0-Auswärtssieg bei Inter Mailand in CL-Saison 2022/23 -Leroy Sané gefeierter Matchwinner

Der FC Bayern hat nach zwei Remis in die Erfolgsspur zurückgefunden. Den Hauptanteil am 2:0-Sieg bei Inter Mailand trug Leroy Sané mit zwei genialen Aktionen. Auch Marcel Sabitzer zeigte erneut seinen neuen Wert für die Mannschaft. Es bleiben aber auch nach dem ersten Statement auf europäischer Bühne Fragezeichen: Fehlt ein Torjäger a la Lewandowski? Und reicht diese Defensive für den großen Wurf.

Leroy Sané

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Der FC Bayern München ist erfolgreich in die Champions-League-Saison 2022/23 gestartet. Das Team von Trainer Julian Nagelsmann gewann in San Siro mit 2:0 (1:0).
Leroy Sané war der Mann des Abends. Er erzielte den ersten Treffer selbst (25.) und zwang Inters Danilo d’Ambrosio nach fantastischer Kombination zum zweiten Bayern-Treffer per Eigentor (66.).
Schon kommenden Dienstag empfangen die Münchner am 2. Spieltag den FC Barcelona in der Allianz Arena.
Drei Dinge, die uns beim CL-Auftakt des FC Bayern bei Inter Mailand auffielen.

1.) Vom Sorgenkind zum Unterschiedsspieler

Leroy Sané und Marcel Sabitzer gehörten Ende vergangener Saison zu den Sorgenkindern beim FC Bayern. Beim Österreicher Sabitzer gingen viele Beobachter nach nur einem Jahr schon wieder von einem Abschied aus, immerhin stand sein Landsmann Konrad Laimer bei RB Leipzig schon vorm Sprung nach München.
Aber aktuell hat sich Sabitzer festgespielt und bringt der Münchner Mannschaft ein Element, das ihr defensiv auch sehr gut tut. Mit seiner guten Antizipationsfähigkeit und seiner Aggressivität gewinnt er viele Bälle und erstickt so mögliche Konter der Gegner schon im Keim. Auch in Mailand brachte er diese Qualitäten auf den Platz.
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Leroy Sané

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Davon profitiert auch Joshua Kimmich, der sich mehr um den Spielaufbau kümmern kann. Wie das im Idealfall aussieht, zeigte sich vor dem 1:0 durch Sané, als Kimmich einen perfekten langen Ball in den Lauf des Angreifers spielte und der in dieser Szene einmal mehr seine außergewöhnliche Klasse zeigte. Dieses Zuspiel so zu kontrollieren und trotzdem das Tempo hochzuhalten, um am Torhüter vorbeizukommen, war herausragend. Er bestätigte allein mit diesem Tor, was sein Trainer schon vor einigen Wochen sagte: "Wenn er 100 Prozent Bock hat, ist er einer der besten Spieler in Europa."
Wer noch eine Kostprobe von Sanés Können benötigte, bekam dann eine weitere Vorführung beim zweiten Treffer, als er einen doppelten Doppelpass mit Kingsley Coman spielte, den selbst die "Erfinder" dieser Aktion Franz Beckenbauer und Gerd Müller nicht besser hinbekommen hätten. Dem überforderten Inter-Verteidiger d’Ambrosio blieb nur noch der Ball ins eigene Netz.
Dazu zeigte Sané auch großes Engagement in den von Nagelsmann gern als "talentfreie Aktionen" bezeichneten Spielmomenten. Also besonders in der Arbeit gegen Ball. Insgesamt ein Spiel als Bewerbungsschreiben für weitere Startelfeinsätze in den wichtigen Spielen.

2.) Bayern souverän, aber nicht komplett stabil

Zu Null bei Inter Mailand gewonnen und auch nur neun Torschüsse zugelassen: Die Statistik nach dieser Partie liest sich aus defensiver Sicht der Bayern nicht schlecht. Über 90 Minuten waren die Münchner auch klar die bessere Mannschaft. Die Bayern zeigten, dass sie zur absoluten Elite Europas gehören, während Inter aktuell mindestens eine Stufe darunter anzusiedeln ist.
Trotzdem offenbarten auch die Italiener die eine oder andere Schwäche in der Münchner Defensive. Vor allem in der ersten Hälfte ließen die Bayern die Räume oft zu groß werden, die Abstände der Mannschaftsteile passten nicht und das Team fiel in fünf Offensive und fünf Defensive auseinander.
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Edin Dzeko (l.) im Zweikampf mit Matthijs de Ligt

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Das sah auch Trainer Julian Nagelsmann so, der zwar zu Recht eine „ganz gute Kontrolle” und ein deutliches Plus an Chancen erkannte, aber auch monierte: "Wir haben uns zu weit auseinander ziehen lassen und da kommt Inter ganz gut ins zocken, auch wenn es nicht richtig gefährlich wurde." Dass nicht mehr gefährliche Inter-Abschlüsse zustande kamen, lag auch daran, dass die Italiener den letzten Pass oft nicht sauber spielten.
Auch in der zweiten Hälfte boten sich Inter gute Möglichkeiten, vor allem weil sich die Bayern einige Leichtsinnsfehler leisteten (Davies, Hernández) und auch bei Standards nicht immer konsequent verteidigten.
Was aber in dieser Partie schon sichtbar wurde: Neuzugang Matthijs de Ligt kann die gewünschte Autorität im Zentrum werden.

3.) Die Lewandowski-Debatte wird bleiben

Es mag paradox klingen, schließlich haben die Bayern ihre schwere Auftaktaufgabe auswärts im San Siro bei Inter verdient gewonnen und dabei auch zwei Tore geschossen. Dennoch wird man aktuell das Gefühl nicht los, als würde ein echter Abschlussspieler das Toreschießen etwas einfacher machen.
Zumal mit Serge Gnabry der zweitbeste Torschütze der vergangenen Jahre hinter Robert Lewandowski aktuell meist von der Bank kommt. Bei Sadio Mané ist die Leichtigkeit der ersten Wochen vorerst verschwunden und es wird immer deutlicher, dass er die Position des Mittelstürmers zwar beherrscht, aber vermutlich nicht Tore am Fließband liefern wird wie Lewandowski oder Erling Haaland.
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Sadio Mané

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Wenn bei Thomas Müller wie in Mailand trotz guter Abschlussmöglichkeiten das Schussglück ausbleibt, dann werden die Bayern auch weiterhin mit der nervenden Debatte umgehen müssen, ob ihnen nicht ein echter Knipser fehlt.
Wie laut diese Debatte dann auch wirklich geführt wird, wird sich vermutlich auch am kommenden Dienstag im direkten Duell entscheiden. Aus Münchner Sicht will man sich aber lieber nicht vorstellen, dass Barça diese Partie gewinnt und Lewandowski womöglich noch das entscheidende Tor schießt.
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