Juventus Turin versinkt im Chaos: Wie es bei der Alten Dame nach der Blamage in Haifa weitergeht

Was ist bloß mit Italiens einstigem Dauer-Dominator los? Juventus blamierte sich am Dienstag erneut und verlor 0:2 bei Maccabi Haifa. Das Aus in der Champions League ist damit kaum noch abzuwenden, in der Liga laufen die Bianconeri der Musik ebenfalls hinterher. Zeit für einen Trainerwechsel, sollte man meinen. Doch Coach Massimiliano Allegri erhält Rückendeckung - und ergreift kuriose Maßnahmen.

Juventus enttäuschte in Haifa auf ganzer Linie

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Die einschlägigen Gazzetten am Stiefel sind bekanntermaßen nicht zimperlich, wenn es darum geht, auf Blamagen italienischer Teams zu reagieren.
Am Dienstagabend war es wieder soweit, die hiesigen Zeitungen gaben einmal mehr einen eindrucksvollen Beweis ihrer Haudrauf-Mentalität ab: "Juve an der Klagemauer", schrieb die "Gazzetta dello Sport" in Anspielung auf die 0:2-Niederlage in Israel, obwohl der desolate Auftritt der Bianconeri nicht in Jerusalem, sondern in der 150 Kilometer entfernten Hafenstadt Haifa stattgefunden hatte.
Der "Corriere della Sera" kommentierte: "Juventus ist nicht mehr da, es fehlt ihnen an Qualität und Spirit", "Corriere dello Sport" sah "Juve im Chaos" und ergänzte: "Wenn die Mannschaft so weitermacht, tritt sie 125 Jahre Klubgeschichte mit Füßen. Eine Mannschaft ohne Identität und Selbstbewusstsein kann sich nicht Juve nennen."
"La Repubblica" schimpfte: "Juve wirkt wie eine ausgestorbene Kreatur, wie eines dieser wunderschönen Tiere, die es einfach nicht mehr gibt."

Juventus droht das Europa-Aus

Gepfefferte Zeilen, Sätze, die aber nicht sonderlich überraschend kamen, immerhin war die Pleite bei Maccabi nicht die erste Peinlichkeit in der noch einigermaßen jungen Saison. In der Champions League stehen mittlerweile nach vier Partien drei Niederlagen zu Buche, Juve rangiert mit drei Punkten auf Platz drei, während die Konkurrenten Benfica und Paris Saint-Germain (beide acht) jeweils auf fünf Zähler enteilt sind.
Bei zwei ausstehenden Spielen gegen die beiden Top-Teams ist ein Weiterkommen der Italiener kaum noch möglich, Juventus droht erstmals seit neun Jahren das Vorrunden-Aus in der Königsklasse. Nicht nur das, selbst ein Überwintern in der Europa League ist alles andere als gesichert. Maccabi hat nach dem Sieg ebenfalls drei Punkte auf dem Konto und somit realistische Chancen auf den dritten Platz.
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Juventus droht nun das Champions-League-Aus

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Wenn es doch bloß die Champions League wäre, die den Turinern Sorgen bereitet. Doch auch in der heimischen Serie A läuft es für den einstigen Dauer-Dominator, der zwischen 2012 und 2020 neunmal in Folge italienischer Meister wurde, alles andere als rund. Nach neun Spieltagen belegt der Traditionsverein aus dem Piemont Rang acht.

Alte Dame geht am Krückstock

Am vergangenen Wochenende setzte es ein 0:2 beim amtierenden Meister AC Mailand. Das Vorhaben, nach zwei Jahren ohne Scudetto endlich wieder ganz oben anzugreifen, scheint zum Scheitern verurteilt, die Alte Dame geht am Krückstock. Tabellenführer Napoli fuhr bereits zehn Punkte mehr als der Rekord-Champion ein.
Und das, obwohl im Sommer vergangenen Jahres mit Trainer Massimiliano Allegri ein ehemaliger Erfolgsgarant (fünf Meisterschaften, Anm. d. Red.) zurückgeholt wurde. Aufgrund der aktuellen Krise ist der 55-Jährige nur wenige Monate nach seinem zweiten Juve-Engagement angezählt, zuletzt machten Gerüchte um eine mögliche Verpflichtung von Thomas Tuchel die Runde. Der Deutsche war unlängst vom FC Chelsea vor die Tür gesetzt worden.

Juve-Boss stärkt Allegri den Rücken

Doch Juventus-Boss Andrea Agnelli denkt trotz der Talfahrt offenbar gar nicht daran, Allegri zu schassen. "Er ist der Trainer und das wird er bleiben. Nicht ich entscheide, ob jemand weichen muss oder ob eine Entscheidung für die Führung des Teams getroffen werden muss - es liegt am Trainer", betonte Agnelli.
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Massimiliano Allegri von Juventus Turin

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Er gehe davon aus, dass Allegri, dessen Vertrag bis 2025 gültig ist, "mindestens bis zum Ende der Saison" bleiben wird. "Wenn die Dinge gut laufen, sprechen wir über positive Chemie, aber heute ist es negative Chemie. Heute Abend schäme ich mich und bin wütend", so Agnelli weiter. Er schob nach: "Wir müssen uns bei den Fans entschuldigen."
Unlängst hatten diese ihren Unmut in Form von Pfiffen geäußert, Allegri will dennoch weitermachen. "Die Herausforderung, wenn es schwierig wird, ist umso schöner", sagte er im Anschluss an das Duell mit Maccabi. "Wir müssen mit Mut, Lust und großer Leidenschaft aus dieser Situation herauskommen."

Allegri ergreift kuriose Maßnahme

Um die Mammutaufgabe zu bewältigen, ergreift der Übungsleiter nun eine kuriose Maßnahme: Allegri schickte seine Spieler in eine Art Straftrainingslager. Bis zum Samstag, wenn das Derby gegen den FC Turin ansteht, dürfen die Profis das Trainingsgelände Continassa nicht verlassen.
"Wir haben uns dazu entschlossen, uns bis zum Spiel gegen Torino zurückzuziehen", erklärte Allegri und ergänzte: "Denn ich finde, dass diese erste Halbzeit inakzeptabel für alle war. Es braucht Respekt vor dem Verein und den Fans. Wir werden ab morgen aufladen. Wir müssen als Team auftreten und gegen Torino neu starten."
Ein Neustart ist dringend vonnöten. Die Tifosi sehnen die Comebacks der beiden Langzeitverletzten Paul Pogba und Federico Chiesa herbei. Zudem ruhen die Hoffnungen auf Torjäger Dusan Vlahovic, der - wie die gesamte Mannschaft - dieser Tage auf Formsuche ist.
Sollte auch das Stadtderby gegen Torino in einem Desaster enden, dürfte die Luft für Allegri jedenfalls dünner werden, es wird aus Agnellis Sicht schwierig, sich weiter in Entschuldigungen zu flüchten. Das Aufbegehren der Fans und der mediale Gegenwind für das einstige Aushängeschild des italienischen Fußballs ist schon jetzt enorm.
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Terzic über BVB-Auftritt: "War kein gutes Spiel von beiden Seiten"

Quelle: Perform

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