Champions League: Pep Guardiola sorgt bei Unentschieden in Leipzig für Kuriosum - Ilkay Gündogan überrascht

Manchester City hat den erhofften Sieg im Achtelfinal-Hinspiel bei RB Leipzig verpasst (1:1). Für eine noch größere Überraschung sorgte jedoch Teammanager Pep Guardiola, der gänzlich auf einen Wechsel verzichtete. Und das, obwohl sein Team in der zweiten Hälfte deutlich nachließ. Es ist nicht das erste Mal, dass ein Experiment des Spaniers in der Champions League nach hinten losgeht.

Guardiola verrät: Darin sind deutsche Teams besser als wir

Quelle: Perform

Es war die alles überstrahlende Frage am Mittwochabend in Leipzig: Warum ließ Pep Guardiola seine erste Elf die kompletten 90 Minuten des Achtelfinal-Hinspiels bei RB durchspielen?
Und das, obwohl seine Mannschaft in den zweiten 45 Minuten sichtlich nachließ und nach einem dominanten Auftritt in der ersten Hälfte in der 70. Minute das 1:1 (1:0) kassierte.
"Nur weil ich die Möglichkeit habe zu wechseln, muss ich das nicht tun", kanzelte der Teammanager dementsprechende Fragen der Journalisten auf der Pressekonferenz ab: "Ich bin der Manager und so gut darin zu entscheiden, was ich tun muss und was nicht."
Zur Einordnung: Es war das erste Mal seit 2018, dass ein Team in der Champions League überhaupt keinen Wechsel vornahm.

Guardiola-Entscheidung überrascht auch Gündogan

Faktisch bleibt jedoch festzuhalten: Zum Erfolg führte das in diesem Fall nicht. Hatte Guardiolas Team in der ersten Hälfte noch starke 74 Prozent Ballbesitz, schmolz dieser in den zweiten 45 Minuten auf 49 Prozent dahin. ManCity ließ merklich nach.
Guardiola sah das nicht ganz so. "Ich bin mit dem ganzen Spiel zufrieden, nicht nur mit der ersten Hälfte", sagte im Interview mit "BT Sport". Vielmehr erklärte er die wechselnden Kräfteverhältnisse in der zweiten Spielhälfte mit deutlich besseren Leipzigern.
"Was erwarten Sie? Spielen wir hier ein Freundschaftsspiel? Wie viele Spiele hast du von RB Leipzig gesehen? Wie viele Spiele?", wurde er auf Nachfrage des Reporters deutlich: "Die Leute erwarten, dass wir hier 5:0 gewinnen - das ist nicht die Realität."
Dass Guardiola trotz sich veränderndem Spielverlauf nicht korrigierend eingriff, sorgte jedoch auch bei seinen Spielern für Stirnrunzeln. Ilkay Gündogan sei "ein bisschen überrascht" gewesen, gab er im Anschluss an die Partie im Interview mit "DAZN" zu, ordnete aber ein: "Unser Trainer ist bekannt dafür, dass er eher einen Wechsel weniger macht, wenn das Spiel eng ist. Ich glaube, er wollte den Spielfluss in den letzten 15 bis 20 Minuten nicht mehr beeinflussen, dementsprechend galt es für uns, das zu akzeptieren."
Weltstars wie Phil Foden und Argentiniens WM-Held Julián Álvarez versauerten 90 Minuten auf der Bank.
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Pep Guardiola (l.) und Erling Haaland

Fotocredit: Getty Images

Guardiola ist bekannt für Experimente

Es war nicht das erste Mal, dass Guardiola in einem K.o.-Spiel mit einer überraschenden Entscheidung verblüffte, die sich im Nachgang als die falsche entpuppte.
Bekannte Beispiele: Die 0:4-Pleite mit dem FC Bayern München im Halbfinal-Rückspiel 2014, als Guardiola - offenbar auf Druck der Spieler - auf Toni Kroos und Bastian Schweinsteiger auf der Doppelsechs setzte, anstatt drei Mittelfeldspieler aufzustellen. Die Folge: Real konterte die Münchner gnadenlos aus. Guardiola selbst sprach später von einem "Riesenfehler" des Trainers.
Auch das Aus im Champions-League-Viertelfinale 2020 muss sich der Übungsleiter ankreiden lassen. Gegen Außenseiter Olympique Lyon stellte Guardiola überraschend in der Verteidigung auf Dreierkette um und beraubte so sein Team der eigenen Stärken. Manchester City verlor 1:3.

Manchester City hat es in der eigenen Hand

Guardiola hatte bereits vor dem Spiel in Leipzig aufhorchen lassen. "Ich habe das Gefühl, dass ich unabhängig davon, was wir (mit Manchester City, Anm. d. Red.) in den vergangenen Jahren erreicht haben, versage. Nichts wird je genug sein", so der Spanier, dem seit seinem Amtsantritt in Manchester 2016 der große Wurf in der Königsklasse verwehrt blieb. 2021 scheiterte der 52-Jährige mit den Skyblues im Finale am FC Chelsea.
So weit ist es in diesem Jahr freilich noch nicht. Manchester hat es im Rückspiel vor heimischer Kulisse in der eigenen Hand. "Im zweiten Spiel mache ich vielleicht etwas komplett Verrücktes und spiele mit neun Stürmern", meinte Guardiola sarkastisch.
So weit wird es wohl nicht kommen. Dass der 52-Jährige erneut die ein oder andere Überraschung aus dem Hut zaubert, ist jedoch alles andere als abwegig.
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Guardiola hadert mit Erwartungen: Habe das Gefühl zu scheitern

Quelle: Perform

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