Union Berlin in der Champions League: Mit Demut und Bescheidenheit treu bleiben

Union Berlin hat sich erstmalig für die Champions League qualifiziert - vier Jahre nach dem Aufstieg in die Bundesliga. Eine rasante Entwicklung, die für "Eisernen" aber kein Grund für Überheblichkeit ist. Auch in der Königsklasse will das Team von Trainer Urs Fischer weiterhin auf Albewährtes setzen: Demut und Bescheidenheit.

Urs Fischer will mit viel Regeneration zum Erfolg

Fotocredit: SID

Urs Fischer folgte auch beim Feiern seinem Schweizer Pragmatismus. Wegen terminlicher Verpflichtungen hielt sich der Trainer von Union Berlin bei der großen Party anlässlich des Einzugs in die Champions League bewusst zurück. "Ich gedenke auch noch, mich mit dem dem Auto in den Urlaub zu bewegen. Deshalb ging es bei mir wirklich nicht lange", sagte Fischer am Sonntagvormittag.
Ruhig, professionell, abgeklärt und immer mit Bodenhaftung: Fischer blieb sich im Moment des größten Erfolgs treu - und lebte damit einmal mehr die Denkweise des gesamten Klubs vor.
Köpenick spielt Königsklasse, Union fordert Teams wie Real Madrid oder Paris St. Germain, Millionen-Einnahmen sind garantiert. "Ich bin von großer Dankbarkeit erfüllt", sagte Klub-Boss Dirk Zingler. Nur: Die eigene Identität steht nicht zum Verkauf. Der eingeschlagene Weg soll beibehalten werden. Demut und Bescheidenheit bleiben das oberste Gebot.
Das gilt zum Beispiel auf dem Transfermarkt. Geschäftsführer Oliver Ruhnert ermöglichen die Champions-League-Gelder einen ungeahnten finanziellen Spielraum. Die Strahlkraft des Wettbewerbs macht Union zu einer europaweit interessanten Adresse für namhafte Neuzugänge.

Union Berlin: Weiterhin Fokus auf die Bundesliga

Unions Erfolg basiert jedoch vor allem auf dem Kollektiv. Der Star ist die Mannschaft. Wer kommt, muss sich eingliedern, sich integrieren, "sich mit uns identifizieren", sagte Fischer: "Es muss ein Spieler sein, bei dem die Bundesliga an erster Stelle steht und nicht die sechs Champions-League-Spiele in der Gruppenphase. Das Kerngeschäft bleibt die Bundesliga."
Spiele im deutschen Oberhaus seien vier Jahre nach dem Aufstieg schließlich noch immer etwas Besonderes, sagte auch Präsident Zingler: "Auch in der nächsten Saison werden wir mit dem Ziel starten, die Klasse zu halten."
Vom im Saisonverlauf belächelten Credo der "40-Punkte-Marke" rückt Union nicht ab. 40 Punkte zu erreichen, "ist eine Herausforderung. Davon darfst du nicht abkommen, auch wenn du jetzt Champions League spielst", sagte Fischer.
62 Punkte waren es am Ende der Spielzeit 2022/23 - Vereinsrekord. Sieben Wochen war man Tabellenführer. Kein Heimspiel ging verloren. Der Erfolg gibt Union recht. Gründe, das Erfolgsrezept zu verändern, gibt es nicht.

Union Berlin: Von den Besten lernen

Die Champions League versteht Union deshalb vor allem als Chance. Sie sei der "am besten organisierte Wettbewerb in Europa", sagte Zingler. Man werde von den Besten lernen und "wieder einen Schritt nach vorne" machen. Der Nachwuchs, die Organisation, die Mannschaft: Union Berlin will in allen Bereichen an der Königsklasse wachsen.
Wo die Traumspiele stattfinden, ist derweil noch offen. Eine Entscheidung durch die UEFA, ob im Stadion An der Alten Försterei gespielt werden kann, ist nicht vor Ende Juni zu erwarten. "Wenn es irgendwie geht, spielen wir in der Alten Försterei", stellte Zingler klar. Ansonsten werde man ins Olympiastadion ausweichen.
(SID)
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