Aleksandar Pavlovic startet beim FC Bayern München durch: Auf den Spuren von Thomas Müller

Jahrelang war der Output des Nachwuchsleistungszentrums des FC Bayern München überschaubar. Neben Frans Krätzig drängt nun mit Aleksandar Pavlovic ein zweites vielversprechendes Eigengewächs in die erste Mannschaft, der im Klassiker gegen Borussia Dortmund bereits eindrucksvoll seine Spuren hinterlassen hat. Sein berühmter "Lehrmeister" traut dem 19-Jährigen eine steile Karriere zu.

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Quelle: Perform

Aleksandar Pavlovic hatte den richtigen Riecher. Er stand nah bei Felix Nmecha, als Niklas Süle den Ball von der rechten Seite in die Mitte auf seinen BVB-Kollegen spielen wollte. Pavlovic war den entscheidenden Schritt schneller, klaute die Kugel und steckte sie im Fallen auf den startenden Harry Kane durch.
Nebenbei entkam er noch der Grätsche von Mats Hummels und tunnelte den Nationalspieler als Bonbon. Balleroberung und Torvorlage in Vollendung und das im Klasiker vor über 80.000 Zuschauern in Dortmund. Das geniale Finale einer verheißungsvollen Woche für Pavlovic.
Beim 8:0 gegen Darmstadt feierte der 19-Jährige sein Bundesligadebüt, unterzeichnete drei Tage später seinen ersten Profivertrag beim FC Bayern und durfte gegen den BVB eine halbe Stunde zeigen, was er drauf hat.
"Davon habe ich geträumt, seit ich klein war. Ich bin beim FC Bayern aufgewachsen und sehr glücklich", teilte "Aleks" via Presseaussendung der Münchner nach seiner Vertragsunterschrift mit.

Tuchel nennt Pavlovic "Alternative" für die Sechserposition

Mit sieben Jahren kam der gebürtige Münchner aus Fürstenfeldbruck zu den Bayern und durchlief sämtliche U-Mannschaften. In der vergangenen Saison avancierte Pavlovic zum Stammspieler in der U19 und sammelte erste Minuten in der zweiten Mannschaft.
Im Sommer nahm ihn Proficoach Thomas Tuchel mit auf die Asien-Tour, wo Pavlovic in den Testspielen gegen renommierte Gegner auch regelmäßig zum Einsatz kam und da laut Tuchel "immer sehr, sehr gut gespielt hat".
Warum er bis Ende Oktober auf sein Pflichtspieldebüt warten musste, lag an einer hartnäckigen Erkrankung. "Er hatte eine schwere Grippe, die ihn für mehrere Wochen ausgeknockt hat, sonst hätte er schon viel mehr Einsätze bekommen", verriet Tuchel am Dienstag vor dem Champions-League-Spiel gegen Galatasaray Istanbul (Mi., 21:00 Uhr im Liveticker).
Pavlovic sei ein "schlauer, strategischer Spieler, der Selbstvertrauen aus seiner Qualität zieht", sagte Tuchel. "Was er macht, macht er in vollem Bewusstsein. Er ist extrem fleißig, ein netter Kerl, kommt jeden Tag mit positiver Energie." Auf die Frage eines Journalisten, ob Pavlovic in absehbarer Zeit als Alternative auf der Sechserposition infrage kommen könnte, antwortete der Coach: "Er ist schon eine Alternative."
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Aleksandar Pavlovic ist der "Ziehsohn" von Thomas Müller

Im zentralen Mittelfeld hat Tuchel viel ausprobiert, die perfekte Symbiose aus einem defensiv und einem offensiv orientierten Spieler aber noch nicht gefunden. In Dortmund überzeugte das Duo Konrad Laimer/Leon Goretzka, Pavlovic fügte sich nach seiner Einwechslung in der 60. Minute nahtlos ein.
Goretzka hatte viel "Spaß zu sehen, wie Aleks alles aufsaugt. Er ist extrem positiv und bodenständig. Heute ist er super reingekommen. Man hat gar nicht gespürt, dass er nervös ist oder irgendwas, er hat ja sogar noch ein Tor vorbereitet. Top - so wünscht man sich das."
Seit er bei den Profis mitmischen darf, hat Pavlovic einen prominenten "Lehrmeister" an seiner Seite, der einen ähnlichen Weg gegangen ist: Thomas Müller. Der 35-Jährige hat Pavlovic unter seine Fittiche genommen und schwärmt von ihm.
"Wir verstehen uns gut. Ich bin mit dem Jungen viel zusammen - beim Warmmachen und bei den Spielersatz-Trainings. Da spiele ich immer gerne mit Aleks zusammen, weil ich weiß, dass offensiv etwas geht. Er kann arbeiten und hat immer den Blick nach oben. Er spielt Fußball, so wie ich es kenne, lässt sich nicht unterkriegen und hat den Mumm in den Knochen", sagte Müller nach dem Dortmund-Spiel.

Pavlovic Müllers Nachfolger? Die Fans dürfen träumen

Wie schnell Pavlovics Stern in München aufgeht, lässt sich nicht vorhersagen. Fest steht aber, dass er viel mitbringt, um sich langfristig in der ersten Mannschaft durchsetzen zu können. Der Verein setzt große Hoffnungen in Pavlovic, nicht nur sportlich.
"Als echter Münchner hat er es in die erste Mannschaft des FC Bayern geschafft - unsere Fans träumen davon, dass solche Geschichten Realität werden, und uns im Klub geht es genauso. Auch sein Weg soll Vorbild sein für unsere Talente", sagte Vorstandsboss Jan-Christian Dreesen.
Die Zeit des aktuellen Publikumslieblings (Müller) läuft allmählich ab, die seines potentiellen Nachfolgers (Pavlovic) beginnt gerade. In dieser Hinsicht hat Pavlovic die erste große Lücke beim FC Bayern bereits geschlossen.
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