Drei Dinge, die beim FC Bayern München gegen Manchester United auffielen: Das Tuchel-Team bleibt ein Rätsel

Der FC Bayern München spielt sich gegen Manchester United phasenweise in einen Rausch, lässt die Red Devils aber aus dem Klammergriff immer wieder frei. Thomas Tuchel kann seiner Wundertüte dennoch Positives abgewinnen im Vergleich zur letzten Saison. Ein Rückkehrer hebt Bayerns Offensivspiel auf eine höhere Ebene, während Einzelkönner ManUnited am Leben erhalten. Drei Dinge, die auffielen.

Musiala analysiert: "Gibt Dinge, die wir verbessern können"

Quelle: Perform

Das wilde 4:3 gegen Manchester United war der 20.(!) Auftaktsieg des FC Bayern München in der Champions League in Folge.
Nach einer starken Anfangsphase der Gäste schlug Leroy Sané zu (28.), United-Torhüter Andre Onana sah dabei gar nicht gut aus.
Nach dem 2:0 von Serge Gnabry (32.) verkürzte Rasmus Hojlund (49.), ehe Harry Kane einen Handelfmeter zu seinem ersten Champions-League-Tor für den FC Bayern verwandelte (53.).
Als es scheinbar nur noch um die Höhe des Bayern-Sieges ging, stocherte Casemiro den Ball zum 3:2 ins Tor (88.). Mathys Tel stellte mit seinem Treffer (90.+2) seine Jokerqualitäten erneut unter Beweis, Casemiro (90.+5) setzte den Schlusspunkt unter ein denkwürdiges Spiel.
Drei Dinge, die uns beim Spektakel in München auffielen:

1.) Die Bayern bleiben ein Rätsel

Erst Bayer Leverkusen, dann Manchester United - rund um den Oktoberfest-Start hatten die Münchner zwei dicke Fische im Teich. Zwei Topspiele, zwei Spektakel. Es fielen elf Tore, es gab allerhand Geniales und allerhand Vogelwildes zu beobachten.
Wie schon gegen Leverkusen hatten die Bayern gegen die Red Devils irre gute Phasen, in denen sie den Gegner klar beherrschten und mit Tempo, Spielwitz und Zielstrebigkeit zu jeder Menge Torchancen kamen.
Die Münchner erwischten im Gegensatz zum Leverkusen-Spiel keinen guten Start. Bruno Fernandes stand Bayerns Schaltzentrale Joshua Kimmich permanent auf den Füßen. United zwang die Gastgeber durch aggressives Pressing zu einer Reihe von Fehlpässen im Aufbau.
Nach etwa 15 Minuten konnten sich die Bayern befreien und waren bis zum Spielende die tonangebende Mannschaft. Das große Manko: Sie hatten United mehrfach im Schwitzkasten, ließen die Red Devils aber immer wieder frei.
"Wir tun uns schwer damit, glatt durch ein Spiel zu kommen. Es ist schon paradox: Ich fand unsere zweite Halbzeit deutlich besser als die erste und die zweite haben wir am Ende verloren, die erste gewonnen. Der Sieg ist wichtig für das Selbstvertrauen und die Weiterentwicklung, aber es gibt schon noch Dinge, die wir besser machen müssen", analysierte Trainer Thomas Tuchel bei "DAZN".
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Harry Kane klatscht mit United-Kapitan Bruno Fernandes ab

Fotocredit: Getty Images

Das Gefälle innerhalb eines Spiels bleibt eklatant: Hier geniale Aktionen und tolle Tore, dort unnötige Ballverluste, Kontrollverlust und Passivität beim Verteidigen des eigenen Tores.
"Wir machen ab und zu Harakiri-Pässe ins Mittelfeld. Wir agieren manchmal zu unschlau und verlieren die Bälle zu leicht, obwohl wir keinen Stress haben. Dadurch wird der Gegner wieder starkgemacht", sagte ein etwas ratloser Konrad Laimer.
Tuchel sieht im ständigen Auf und Ab dennoch einen wesentlichen Unterschied zur Rückrunde der letzten Saison. "Wir haben immer wieder Phasen, die nicht so gut sind. Die hören dann aber immer wieder auf. Das war vergangene Saison anders. Wir fallen nicht in uns zusammen oder geben ganze Spiele aus der Hand. Die Reaktionen waren heute sehr gut. Nach dem 2:1 und dem 3:2 jedes Mal ein Tor nachzulegen, war sehr wichtig."

2.) Mit Jamal Musiala offensiv eine Klasse besser

Der 20-Jährige feierte sein Startelfcomeback nach überstandener Muskelverletzung und hievte das Offensivspiel der Bayern umgehend auf ein höheres Niveau. Sobald sich eine Lücke auftat, stürmte Musiala mit dem Ball am Fuß los und war nicht mehr aufzuhalten. Seine Tempodribblings aus der Tiefe sind absolute Weltklasse, so wie vor dem 2:0, das er auch noch persönlich für Gnabry auflegte.
Musiala brachte 95,2 Prozent seiner Zuspiele zu den Kollegen, angesichts seiner Risikobereitschaft im Passspiel und den oft engen Räumen ein überragender Wert. Zudem gewann er zwei Drittel seiner Zweikämpfe und schloss alle fünf Dribblings erfolgreich ab.
Leroy Sané ist momentan in Sahneform, doch Musiala (Eurosport-Note 1) macht in der Bayern-Offensive Dinge, die kein anderer draufhat. Tuchel, der Musiala den Vorzug vor Thomas Müller gab, weil er viele tiefe Tempoläufe erwartete und damit Recht behielt, fordert von seinem Juwel jedoch situativ mehr Ruhe und eine schlauere Entscheidungsfindung.
"Sein nächster Schritt ist es in Phasen, in denen es nötig ist, einfach zu spielen und nicht jedes Mal ins Dribbling zu gehen und die Entscheidung in schnellen Drehungen zu suchen. Das kommt mit Spielerfahrung und Spielverständnis", sagte Tuchel. "Wir wissen, dass er ganz besondere Drehungen hat und die Beschleunigung im Halbfeld. Wenn er jetzt noch ab und zu ganz klar spielt mit einem sauberen ersten Kontakt, mit sauberen ein bis zwei Kontakten, dann geht's noch weiter."
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Tuchel erzählt: So war's auf der Tribüne

Quelle: Perform

3.) Vom (einst) großen Manchester United bleibt wenig übrig

Drei Tore in einem Champions-League-Auswärtsspiel bei den "German Giants" - das kann sich sehen lassen. Die nackte "3" in den Büchern ist aber auch das einzig Positive, was Manchester United aus München mitnehmen kann.
Das Team von Trainer Erik ten Hag ist keine funktionierende Mannschaft, sondern lebt von Einzelkönnern wie Casemiro oder Bruno Fernandes. Individuell hat United immer noch hohe Qualität. Casemiro und Fernandes haben die Erfahrung und die Fähigkeit, Nachlässigkeiten des Gegners zu bestrafen.
Doch im Grunde war Manchester dem FC Bayern nicht gewachsen, das Ergebnis ist sehr schmeichelhaft. "Uniteds miserabler Saisonstart zeigt vier Niederlagen in den ersten sechs Spielen. Wenn sie nicht schon vorher in der Krise waren, dann sind sie es jetzt ganz sicher. Die Probleme häufen sich für ten Hag schneller, als er sie im Moment lösen kann", schrieb die "Daily Mail" und schickte die pikante Frage hinterher: "Wie schlimm kann das noch werden?"
In der letzten Saison war United nicht in der Champions League vertreten. Bei ihrer Rückkehr mussten die Red Devils feststellen: Mit den besten Teams Europas können wir nicht mithalten.
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Tel vor Durchbruch bei Bayern - Sonderlob von Tuchel

Quelle: SID

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