Drei Dinge, die bei FC Kopenhagen – FC Bayern auffielen: Mathys Tel kaschiert die FCB-Probleme

Der FC Bayern bleibt beim FC Kopenhagen zum 36. Mal hintereinander in einem Champions-League-Gruppenspiel ungeschlagen. 2:1 hieß es am Ende aus Sicht der Münchner, die die Fortsetzung ihrer Super-Serie einem Geniesteich von Jamal Musiala und dem nächsten Joker-Tor von Top-Talent Mathys Tel verdankten. Dennoch: In Dänemark wurden auch etliche Probleme offengelegt. Drei Dinge, die auffielen.

Tuchel nach Zittersieg voll des Lobes: "Sensationell"

Quelle: Perform

Letztlich waren die Herren in Schwarz-Lila mit einem blauen Auge davongekommen. Erneut.
Wie bereits am vergangenen Samstag in Leipzig bedurfte es eines Hallo-Wach-Effekts, ehe der FC Bayern beim FC Kopenhagen in die Spur fand. Nach einer ereignisarmen ersten Halbzeit brachte Lukas Lerager den Außenseiter überraschend in Führung (56.) – und die Münchner somit verspätet auf Touren.
Jamal Musiala erzielte nach einer herausragenden Einzelleistung den Ausgleich (67.), Mathys Tel veredelte eine Vorlage von Thomas Müller kurz vor Schluss zum entscheidenden 2:1 (83.). Dass der deutsche Rekordmeister am Ende drei Zähler anstelle eines Punktes mit in die bayrische Landeshauptstadt entführte, war allerdings auch Sven Ulreich geschuldet.
Trotz des Ausbaus der Super-Serie auf nunmehr 36 ungeschlagene Champions-League-Gruppenspiele in Serie – die FCB-Probleme wurden in der dänischen Hauptstadt abermals schonungslos offenbart.
Drei Dinge, die bei FC Kopenhagen – FC Bayern auffielen.

1.) Tel kaschiert Probleme

Tel wusste ganz genau, bei wem er sich zu bedanken hatte. Nachdem der junge Franzose den Ball unter die Latte geschweißt hatte, lief er zu Teamkollege Müller, der die Kugel mundgerecht serviert hatte.
Der siegbringende Treffer war bereits das zweite Tor in dieser noch jungen Königsklassen-Saison, vor zwei Wochen hatte Tel gegen Manchester United das wichtige 4:2 erzielt. Für seine beiden Tore benötigte der 18-Jährige gerade einmal 14 Minuten. Sprich: Tel, der in der Bundesliga im Durchschnitt alle 42 Minuten netzt, benötigt in der Champions League sieben Minuten pro Tor.
So weit die statistische Momentaufnahme. Zahlen, die den Youngster selbstverständlich in den medialen Fokus rücken. "Ihm ist egal, ob er auf dem Flügel oder auf der Neun spielt, er ist immer da", schwärmte Trainer Thomas Tuchel im Nachgang an den Erfolg in Kopenhagen bei "Prime Video".
Der Coach ergänzte: "Der Junge trainiert sensationell gut und hat die richtige Eintstellung. Er ist 18 Jahre und macht das absolut Beste aus seiner Rolle."
picture

Mathys Tel vom FC Bayern

Fotocredit: Getty Images

Bei all den nachvollziehbaren Lobeshymnen rückten die offensichtlichen Unzulänglichkeiten in den Hintergrund: Zum wiederholten Male wirkte das Spiel der Bayern zu statisch, es mangelte an Kreativität und Bewegung.
Gegen die vielbeinige, dicht gestaffelte Abwehr des dänischen Meisters erspielten sich die Münchner in den ersten 60 Minuten kaum nennenswerte Tormöglichkeiten. Der Leidtragende der Ideenlosigkeit: Harry Kane. Der Superstar fand zu keinem Zeitpunkt Bindung, nach 90 Minuten standen gerade einmal 22 Ballaktionen zu Buche. Einen Schuss aufs gegnerische Tor brachte der Engländer nicht zustande.
Ein Umstand, den "Prime"-Experte Matthias Sammer schon in der Halbzeit ausgemacht hatte. Der ehemalige Profi forderte von Kane mehr Beweglichkeit ein.
Aber es haperte nicht nur in der Offensive, auch in der Rückwärtsbewegung gaben die Bayern kein allzu gutes Bild ab. Zu hoch standen die zentralen Mittelfeldspieler Joshua Kimmich und Konrad Laimer, zwischen den Ketten ließ die Hintermannschaft den Dänen viel Luft zum Atmen. In der Entstehung des 0:1 erfolgte kein Zugriff, zudem herrschte im Strafraum trotz Überzahl Konfusion. Sattelfest sind die Bayern zu diesem Saison-Zeitpunkt noch nicht.

2.) Joker bringen die Wende

Tuchel hatte eigentlich genug gesehen. Kurz nachdem seine Mannschaft ins Hintertreffen geraten war, wollte der Übungsleiter einen Dreifach-Wechsel vornehmen. Müller, Tel und Eric Maxim Choupo-Moting standen an der Seitenlinie bereit, um die Wende einzuleiten.
Doch dazu kam es erst einmal nicht. Glücklicherweise aus Bayern-Sicht. Denn während das Trio auf seinen Einsatz wartete, hielt Wechselkandidat Musiala die Kopenhagen-Abwehr zum Narren und markierte den wichtigen Ausgleich.
picture

Tuchel schwärmt von Müller: "Hat darauf gebrannt"

Quelle: Perform

Grund genug für Tuchel, die Hereinnahme der drei Edel-Reservisten zu verschieben. Müller nahm es später mit Humor: "Der Linienrichter hat die Situation verpasst, uns einzuwechseln, er war mit seiner Tafel wohl zu langsam. Prompt hat Jamal das Tor gemacht", erklärte der Ur-Bayer mit einem breiten Grinsen bei "Prime Video".
Müllers gute Laune kam nicht von ungefähr, immerhin hatte er – trotz verspäteter Einwechslung – erheblichen Anteil am Sieg. Der Routinier profitierte von einem Stellungsfehler seines Gegenspielers Valdemar Lund, räumte Birger Meling aus dem Weg und behielt dann noch die Übersicht für den besser postierten Tel.
"Das Tor hat Thomas Müller super vorbereitet, das geht natürlich nur mit der Erfahrung und Kaltschnäuzigkeit", sagte Tuchel, der neben Müller und Tel aber auch Leon Goretzka lobte, der statt Choupo-Moting gemeinsam mit den beiden Offensivkräften in der 77. Minute hereingekommen war. "Die Energie von allen dreien, die reingekommen sind, war absolut top. Das war schon entscheidend, wir haben danach unsere beste Phase gehabt."
Die Zahlen sprachen jedenfalls Bände. Müller lieferte während seines Kurzeinsatzes satte drei Torschussvorlagen, insgesamt schossen er (1), Tel (2) und Goretzka (1) viermal selbst aufs Tor.

3.) Gigantischer Ulreich taucht zum Sieg

Beim 2:2 in Leipzig hatte der Vertreter von Manuel Neuer noch kapital gepatzt und insgesamt reichlich Nervosität versprüht, gegen Kopenhagen avancierte Ulreich zum Helden.
In der fünften Minute der Nachspielzeit fälschte Choupo-Moting einen Kopfball gefährlich gegen Ulreichs Laufrichtung ab, doch der Keeper nutzte jeden seiner 192 Zentimeter und lenkte die Kugel in beeindruckender Manier noch am Tor vorbei.
picture

Sven Ulreich rettet den FC Bayern in Kopenhagen mit einer Glanzparade

Fotocredit: Imago

"Es ist natürlich immer schön, wenn man in der letzten Minute noch einmal einen Ball bekommt, den man halten kann", sagte er nach der Partie: "Ich freue mich, dass es mir gelungen ist, den noch um den Pfosten zu lenken."
Kimmich setzte zu einer echten Eloge auf den Ersatz-Torhüter an: "Wie er den in der letzten Sekunde rausholt, ist gigantisch. Wie er generell in Abwesenheit von Manu (Neuer, d. Red.) spielt, ist unglaublich gut. Er strahlt Ruhe aus und hält super. Das zeichnet ihn am meisten aus."
Das könnte Dich auch interessieren: Kimmich feiert Ulreich nach Monsterparade: "Gigantisch"
picture

Tuchel über Kane: Erst durchgehangen, dann "reingebissen"

Quelle: Perform

Mehr als 3 Mio. Sportfans nutzen bereits die App
Bleiben Sie auf dem Laufenden mit den aktuellsten News und Live-Ergebnissen
Download
Diesen Artikel teilen
Werbung
Werbung