Drei Dinge, die bei PSG gegen den BVB auffielen: Kaninchen vor der Schlange - Terzic-Taktik hält nicht Stand
VonThomas Gaber
Publiziert 20/09/2023 um 00:42 GMT+2 Uhr
Borussia Dortmund hat den Start in die Champions League vergeigt. Trainer Edin Terzic hatte seine Mannschaft in Paris mit personellen Veränderungen und defensiver Ausrichtung ins Duell mit Kylian Mbappé und Co. geschickt. Dieser Plan ging nach hinten los, weil seine Spieler vor den PSG-Stars kuschten. Unterdessen wächst bei Paris ein neuer Superstar heran. Drei Dinge, die auffielen.
Terzic enttäuscht nach PSG: "Zu großen Respekt gehabt"
Quelle: Perform
Nach dem holprigen Start in die Bundesliga ist Borussia Dortmund auch der Auftakt in die Königsklasse misslungen.
Kylian Mbappé (49./Handelfmeter) und Achraf Hakimi (58.) erzielten die Treffer für Paris Saint-Germain beim 2:0 gegen den BVB.
In der schweren Gruppe F steht Dortmund damit bereits vor dem zweiten Gruppenspiel gegen die AC Milan am 4. Oktober unter Druck.
Drei Dinge, die uns in Paris auffielen:
1.) Dortmund wie das Kaninchen vor der Schlange
Terzic hatte sich Besonderes einfallen lassen: Dreierkette hinten, kein Stoßstürmer vorne, stattdessen Donyell Malen und Karim Adeyemi als Duo in der letzten Reihe. "Das ist bedingt an den Stärken, die wir mitbringen, aber auch an denen, die der Gegner mitbringt. Wir können mit dieser Formation auf alles reagieren", begründete Terzic seine Aufstellung.
In Wahrheit bildete der BVB einen Fünfer-Abwehrblock, Marius Wolf und Julian Ryerson reihten sich bei Ballbesitz PSG hinten ein. Mit Marcel Sabitzer und Emre Can installierte Terzic zusätzlich zwei Abräumer.
In der ersten Halbzeit verbarrikadierten sich die Gäste bisweilen in der eigenen Hälfte mit Malen und Adeyemi 30 Meter vor Torhüter Gregor Kobel. Entlastung gab es kaum, zudem agierte Dortmund oft zu passiv, wenn die PSG-Welle auf sie zukam.
"Wir können es nett formulieren - der Respekt war zu groß", sagte Terzic bei "Amazon". "Wir waren einfach nicht mutig genug, haben viel zu schnell die Bälle verloren. Wir wollten sie in Zweikämpfe verwickeln, das ist uns alles nicht gelungen in der ersten Halbzeit."
"Das wird so nicht mehr lange gut gehen", unkte "Amazon"-Experte Matthias Sammer in der Halbzeit. "Dortmund verliert viel zu schnell den Ball und ist nicht aggressiv genug."
Vier Minuten nach der Pause war es dann so weit, auch wenn Mbappés Treffer aus BVB-Sicht äußerst unglücklich war. Nach Hakimis Tor zum 2:0 war die Partie quasi durch. Offensiv kam von Dortmund abgesehen von einem Pfostenschuss des eingewechselten Jamie Bynoe-Gittens, bis zum Ende recht wenig.
Das Ergebnis von Terzics defensiver Ausrichtung: Der BVB verhielt sich wie das Kaninchen vor der Schlange. Dabei hatte OGC Nizza letzten Freitag beim 3:2-Sieg im Prinzenpark gezeigt, dass PSG durchaus verwundbar ist.
Zudem blieb der BVB Terzics Ankündigung, "auf alles reagieren" zu können, schuldig.
2.) Handelfmeter oder nicht? Ein ewiges Desaster
Es passiert jeden Spieltag in jeder Liga, in jedem Wettbewerb. Spieler bekommen den Ball im Strafraum an die Hand. Absichtlich? Unabsichtlich? Wer will das plausibel entscheiden, wenn es nicht mal im Reglement klar festgelegt wird?
Am Dienstag gab es den nächsten unsäglichen Fall: Kylian Mbappé ballerte aufs Tor, Niklas Süle versuchte zu blocken und verlor dabei leicht die Balance. Sein rechter Arm hielt den Schuss auf, Schiedsrichter Jesús Gil Manzano zeigte sofort auf den Punkt und sah keine Veranlassung, sich die Bilder noch mal anzuschauen.
"Auf dem Feld habe ich gesehen, dass Niki den Ball mit der Hand spielt, aber er fällt. Er muss sich irgendwo abstützen. Das habe ich dem Schiedsrichter mehrfach gesagt und ihn gebeten, es sich selbst anzuschauen. Das hat er leider nicht gemacht", sagte BVB-Kapitän Emre Can.
"Das ist eine spielentscheidende Szene und eine totale Fehlentscheidung, keine Kann-Situation. Es ist eine natürliche Körperbewegung", schimpfte Sammer. "Amazon"-Schiedsrichter-Experte Wolfgang Stark pflichtete bei: "Das ist kein strafbares Handspiel. Geht die Hand zum Ball, ist eine Absicht dahinter? Das ist in der Szene nicht der Fall. Für mich ist das ein ganz normaler Bewegungsablauf. Wo soll der Spieler den Arm hinnehmen?"
Spielern, Trainer und Experten waren sich einig: Paris war die bessere Mannschaft und hat verdient gewonnen. Doch wieder einmal wurde ein Spiel auf höchster europäischer Ebene durch einen äußerst umstrittenen Elfmeter vorentschieden. Es ist und bleibt ein Desaster.
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Der BVB in Rage: Schiedsrichter Manzano gibt Elfmeter für Paris
Fotocredit: Getty Images
3.) Warren Zaïre-Emery - the next Superstar
350 Millionen Euro hat PSG in diesem Transfersommer ausgegeben, darunter 95 Millionen für Randal Kolo Muani und 60 Millionen für Manuel Ugarte. Trainer Luis Enrique hat auch ohne Lionel Messi, Neymar und Sergio Ramos eine Mega-Truppe zusammen.
Einer aus dem Starensemble hat den Verein keinen Cent Ablöse gekostet: Warren Zaïre-Emery. Der defensive Mittelfeldspieler stammt aus der eigenen Jugend und kam bereits in der letzten Saison als 16-Jähriger regelmäßig zum Einsatz in der ersten Mannschaft.
Enrique hat das Supertalent als Nachfolger von Marco Verratti auserkoren. Mit 17 ist Zaïre-Emery Stammspieler im Dreier-Mittelfeld mit Ugarte und Vitinha.
Gegen Dortmund zeigte er ein vor allem in der ersten Halbzeit überragendes Spiel. Zaïre-Emery eroberte einige Bälle im Zentrum und war auch in der Offensive sehr präsent. Ballbehandlung, Tempo, Übersicht - Zaïre-Emerys Stil ist eine Augenweide.
Er spielt so, als wäre er schon ewig dabei und zeigt keinerlei Anzeichen von Lampenfieber auf der großen Bühne. Warren Zaïre-Emery hat alles, um eine Weltkarriere hinzulegen.
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Terzic zu strittigem Handelfmeter: "Keine klare Regelung"
Quelle: Perform
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