Einzelkritik FC Bayern bei Manchester United: Quartett rehabilitiert sich - Leroy Sané glücklos
Der FC Bayern bleibt in der Gruppenphase der Champions League das Maß aller Dinge. Der deutsche Rekordmeister bezwang Manchester United im Old Trafford souverän 1:0 (0:0) und baute seine irrwitzige Ungeschlagen-Serie in der Gruppenphase auf 40 Partien aus - nach der Schmach von Frankfurt genau das richtige für die geschundene FCB-Seele. Vor allem ein Quartett rehabilitierte sich. Die Einzelkritik.
Tuchel hat Mitleid mit Manchester und ten Hag
Quelle: UEFA
40 Gruppenspiele in Folge ohne Niederlage - der FC Bayern baute seine beeindruckende Serie am Mittwochabend gegen Manchester United aus.
1:0 hieß es am Ende aus Sicht der Bayern gegen den völlig ideenlosen englischen Rekordmeister, Kingsley Coman besorgte nach Vorlage von England-Heimkehrer Harry Kane den entscheidenden Treffer (71.) und besiegelte somit das endgültige Europapokal-Aus der Red Devils (Tabelle).
Nach der blamablen Vorstellung am vergangenen Samstag in der Bundesliga bei Eintracht Frankfurt (1:5) war die Mannschaft von Trainer Thomas Tuchel, die längst als Gruppensieger feststand, um Wiedergutmachung bemüht. Neben Coman und Kane rehabilitierten sich besonders zwei Abwehrspieler.
Leroy Sané blieb hingegen glücklos.
Die Bayern-Stars in der Einzelkritik
Manuel Neuer: Bayerns Kapitän war in seinem 700. Pflichtspiel auf Vereinsebene (498 für den FCB) gegen die erschreckend schwache United-Offensive kaum gefordert. Lediglich einen Ball musste Neuer parieren - das tat er. Luke Shaws Fernschuss aus 20 Metern lenkte der Routinier souverän mit beiden Fäusten über die Latte (24.).
Note: 3
Noussair Mazraoui (bis 46. Minute): Im Vergleich zum schwachen Auftritt in Frankfurt deutlich verbessert. Gegenspieler Alejandro Garnacho wollte Mazraoui ein ums andere Mal vorführen, der Youngster blieb aber immer wieder mit plumpen Tricks an dem Marokkaner hängen. Nach vorne fand Mazraoui hingegen nur bedingt statt. Auswechslung zur Pause nicht leistungsbedingt.
Note: 3
Dayot Upamecano: Stand nach dem 1:5 in Frankfurt ganz besonders in der Kritik. Upamecano war merklich um Wiedergutmachung bemüht - und sollte Trainer Tuchel nicht enttäuschen. Upamecano gewann alle fünf direkten Duelle und reduzierte seine Fehler im Aufbauspiel. Zur Wahrheit gehört allerdings auch, dass United kaum harmloser hätte sein können.
Note: 2,5
Min-Jae Kim: Auch Kim erlebte in der Main-Metropole einen rabenschwarzen Tag, auch er wurde im Nachgang scharf kritisiert. Doch der stets ausgeglichen wirkende Südkoreaner ließ sich im Old Trafford nichts anmerken. Spielte seinen Stiefel souverän herunter und erstickte jede zarte Offensivbemühung der Gastgeber im Keim.
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Min-Jae Kim (l.) und Dayot Upamecano
Fotocredit: Getty Images
Note: 2,5
Alphonso Davies: Verlängern oder gehen? Bayern oder Real? Dem Vernehmen nach sind die Bosse aufgrund Davies' stagnierender Entwicklung unzufrieden mit dem Kanadier. Im Old Trafford betrieb Davies nur bedingt Eigenwerbung. Hinten hatte er mit dem schwachen Antony nicht viel zu stemmen, in der Offensive leistete er sich jedoch etliche Ballverluste (15).
Note: 3,5
Joshua Kimmich: Wurde vor dem Spiel von Matthias Sammer wegen der ständigen Kritik an seiner Person in Schutz genommen - diesmal dürften die Nörgler einigermaßen ruhig bleiben. Auch, weil Kimmich weder negativ noch positiv sonderlich herausstach. Kurz nach der Pause leistete er sich einen eklatanten Ballverlust am eigenen Strafraum (53.), der jedoch ungestraft blieb. Seinen einzigen Abschluss setzte der Nationalspieler aus 25 Metern in den Oberrang (62.).
Note: 3,5
Leon Goretzka: Viel unterwegs und ungemein giftig im Spiel gegen den Ball. Ansonsten unauffällig - bis er den vorvorletzten Pass vor dem 1:0 spielte und sich in der Nachspielzeit im eigenen Strafraum mit Jonny Evans in die Haare bekam.
Note: 3
Leroy Sané (bis 90.): Sané war anzusehen, dass er das Debakel vom Samstag unbedingt vergessen machen wollte. Vor allem im ersten Durchgang war Bayerns Nummer zehn an jeder Offensivaktion beteiligt. Allzu glücklich agierte er allerdings nicht. Zunächst dribbelte sich Sané durch die halbe United-Abwehr, traf dann aber mit einem Abspiel die falsche Entscheidung (26.), eine punktgenaue Coman-Flanke setzte er freistehend mit der Wade weit vorbei (30.). Nach dem Seitenwechsel tauchte der 27-Jährige unter.
Note: 4
Jamal Musiala (bis 67.): Erstmals nach überstandenem Faserriss wieder in der Startelf. Musiala war bemüht, nach vorne Akzente zu setzen, allerdings sah er sich immer wieder mit tretwütigen Gegenspielern konfrontiert. Insbesondere Uniteds Sofyan Amrabat langte bei Musiala zu und ließ den Edeltechniker somit nicht zur Entfaltung kommen. Nach etwas mehr als einer Stunde machte er für Thomas Müller Platz.
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Sofyan Amrabat ließ Jamal Musiala mehrfach über die Klinge springen
Fotocredit: Getty Images
Note: 3,5
Kingsley Coman (bis 77.): War zunächst nicht unbedingt der auffälligste Offensivakteur, dafür aber der effektivste. Leitete mit seiner tollen Hereingabe die beste Chance der ersten Halbzeit ein (Sanés Wade, 30.), in den zweiten 45 Minuten drehte Coman dann auf (drei von fünf Dribblings erfolgreich, Zweikampfquote von 75 Prozent) und war folgerichtig der Schütze des entscheidenden Treffers. Von Kollege Kane herrlich freigespielt, behielt der Franzose aus kürzester Distanz gegen United-Torhüter André Onana die Nerven (71.).
Note: 2
Harry Kane: Zeigte den Fans im Old Trafford sofort, dass die Premier League nicht nur einen Torjäger, sondern ein Arbeitstier verloren hat. Kane war ungemein fleißig, was sich mitunter in Balleroberungen tief in der eigenen Hälfte äußerte. Auf der anderen Seite hatte Kane bei den defensiven Engländern einen schweren Stand und kam nur auf einen Schuss. Völlig egal, dafür bereitete er technisch anspruchsvoll mit einem sehenswerten Außenrist-Steckpass das Tor des Tages vor.
Note: 2
Konrad Laimer (ab 46. Minute für Mazraoui): Ersetzte zur Halbzeit Mazraoui als Rechtsverteidiger und dürfte dankbar gewesen sein, dass der Gegner derart uninspiriert daherkam. Hielt sich dementsprechend hinten schadlos, in des Gegners Hälfte war er dafür ein seltener Gast.
Note:3,5
Thomas Müller (ab 67. für Musiala): War der einzige Profi, der im Anschluss ans Frankfurt-Spiel Rede und Antwort stand. Dass er auch auf dem Platz nach wie vor wichtig sein kann, bewies er in der Entstehung zum 1:0. Müller stocherte mit seinen Gräten in diversen United-Beinen herum und spitzelte die Kugel irgendwie zu Assistgeber Kane weiter. Ein gelungener Abend für Müller.
Note: 2,5
Mathys Tel (ab 77. für Coman): Durfte ein paar Minuten mitmischen, hatte aber als Joker schon deutlich ertragreichere Einsätze.
Ohne Note
Raphael Guerreiro (ab 90. für Sané): Nahm die Auflaufprämie noch mit.
Ohne Note
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Ten Hag: "Können uns jetzt auf die Premier League konzentrieren"
Quelle: UEFA
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