Einzelkritik FC Bayern gegen FC Arsenal: Joshua Kimmich und Noussair Mazraoui glänzen - Harry Kane in guten Händen
Der FC Bayern behält in einem chancenarmen Viertelfinal-Rückspiel gegen den FC Arsenal mit 1:0 die Oberhand und löst das Ticket für die Runde der letzten Vier. Während die beiden Außenverteidiger Joshua Kimmich und Noussair Mazraoui ihre Offensivqualitäten unter Beweis stellten, hatte Knipser Harry Kane bei der Gunners-Abwehr einen schweren Stand. Die FCB-Stars in der Einzelkritik.
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Quelle: Perform
Der FC Bayern steht erstmals seit vier Jahren mal wieder in einem Champions-League-Halbfinale. Nach dem spektakulären 2:2 im Londoner Emirates vor einer Woche reichte den Münchnern gegen den FC Arsenal vor heimischer Kulisse ein 1:0 fürs Weiterkommen (0:0).
In einem chancenarmen Spiel erzielte Rechtsverteidiger Joshua Kimmich nach einer punktgenauen Flanke von Neu-Linksaußen Raphael Guerreiro den entscheidenden Treffer per Kopf (63.).
Nicht nur aufgrund des Treffers zählte das Duo Kimmich / Guerreiro an diesem Abend neben Noussair Mazraoui zu den Besten aufseiten des deutschen Rekordmeisters.
Die Offensivabteilung um Harry Kane, Jamal Musiala und Leroy Sané hatte hingegen in der engmaschigen Arsenal-Defensive nicht allzu viel zu lachen.
Die Bayern-Stars in der Einzelkritik
Manuel Neuer: Bis zur 29. Minute beschäftigungslos, dann meldete sich Arsenal gleich dreimal binnen weniger Minuten an. Erst hielt Neuer einen abgefälschten Ödegaard-Fernschuss sehenswert (29.), ehe er vor dem heranstürmenden Havertz (30.) klärte und schließlich bei einem Abschluss von Martinelli aus elf Metern sicher zupackte (31.). Im zweiten Durchgang verlebte Neuer einen unverhofft entspannten Abend.
Joshua Kimmich: Weil sich die Gunners vornehmlich auf die Defensive konzentrierten, musste der Rechtsverteidiger gegen Gegenspieler Martinelli nur selten eingreifen. Schaltete sich dementsprechend immer wieder ins Offensivspiel ein. Dies äußerte sich in zahlreichen Flanken. Nachdem die meisten keinen Mitspieler fanden, servierte er nur wenige Sekunden nach dem Seitenwechsel butterweich auf Goretzka. Dessen Kopfball aus sechs Metern klatschte ans Gebälk (46.). Machte es dann 17 Minuten später besser als sein Kumpel und wuchtete eine herrliche Guerreiro-Flanke per Kopf zum 1:0 in den Winkel.
Eric Dier: Stellte seinen großen Wert für die Bayern gegen Arsenal einmal mehr unter Beweis. Dier hielt das Zentrum mit Nebenmann de Ligt zusammen und verteidigte die wenigen Gunners-Angriffe rigoros weg. Dier gewann sechs seiner acht direkten Duelle und verbuchte darüber hinaus die meisten abgefangenen Bälle (3).
Matthijs de Ligt: Gab den niederländischen Leuchtturm und erstickte sämtliche Arsenal-Angriffe im Keim (3 klärende Aktionen, Spitzenwert). Auftrag definitiv erfüllt.
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FC Bayern gegen FC Arsenal
Fotocredit: Getty Images
Noussair Mazraoui (bis 75.): Wurde mit der Aufgabe betraut, den pfeilschnellen Saka in Schach zu halten. Zahlte Tuchels Vertrauen mit einer konzentrierten Defensivleistung (70 Prozent gewonnene Zweikämpfe) zurück und tauchte selbst immer wieder in der gegnerischen Hälfte auf. In der 23. Minute hinterlief er Guerreiro und hatte Pech, dass sein Abschluss aus spitzem Winkel nur Zentimeter am langen Pfosten vorbeistrich. Ein ordentlicher Auftritt des Marokkaners, der ihm bei seiner Auswechslung zurecht den Applaus des Publikums bescherte.
Konrad Laimer: Wenn man in einer stabilen Bayern-Mannschaft einen kleinen Unsicherheitsfaktor ausmachen müsste, dann wäre es der Österreicher. Hatte immer mal wieder unnötige Ballverluste (insgesamt 8) und Glück, dass sein Vertendler am eigenen Strafraum in Durchgang eins gegen Ödegaard unbestraft blieb (38.). Aber: Laimer fing sich im Laufe des Spiels.
Leon Goretzka: Der gebürtige Bochumer gab gemäß seiner Heimat einen formidablen Malocher ab. Machte seinen Job im Mittelfeldzentrum gegen die Ausnahmespieler Ödegaard und Rice unauffällig. dafür aber gewissenhaft.
Leroy Sané (bis 89.): Tuchel forderte vor dem Spiel, dass der zuletzt immer mal wieder angeschlagene Nationalspieler aufgrund der dünnen Personaldecke "auf die Zähne beißen" müsse. Obwohl merklich nicht bei hundert Prozent, kam Sané dem Wunsch seines Trainers nach, ohne im Angriff für die ganz großen Akzente zu setzen. Aber: Der 28-Jährige leitete Bayerns Führung mit einem Abschluss von rechts ein, den Arsenal-Keeper Raya auf Pendant Guerreiro "weiterleitete". Der Portugiese hatte dann alle Zeit der Welt, um den einlaufenden Kimmich zu bedienen. Als er eine Minute vor Abpfiff das Feld verließ, hatte er sich immerhin das eine oder andere Fleißkärtchen verdient.
Jamal Musiala: Drehte immer wieder in unnachahmlicher Art auf und kam zumeist auch an einem Gegenspieler vorbei. Insgesamt blieben die zündenden Ideen allerdings aus. Kurz vor Schluss mit der Chance aufs 2:0 (90.). Sein Schuss mit links aus zwölf Metern fand aber nur Rayas Hände. Musiala hatte schon mal deutlich mehr Einfluss aufs Münchner Spiel.
Raphael Guerreiro: Kam in ungewöhnlicher Rolle links offensiv zum Einsatz und hinterlegte ebenjene Flexibilität, für die er von Tuchel geschätzt wird. Arbeitete viel und zeichnete mit seinem Pass zunächst für Mazraouis Großchance (23.) und im Nachgang mit einer Traumflanke von der linken Seite auf Torschütze Kimmich verantwortlich.
Harry Kane: Arsenal machte dem langjährigen Spurs-Rivalen das Leben über 90 Minuten schwer. Das Resultat: Kane kam kaum in gefährliche Abschlusssituationen. Dennoch war der 30-Jährige fürs Bayern-Spiel wichtig, machte er doch etliche lange Bälle unter Gegnerdruck fest und verteilte die Kugel an die Mitspieler. Viel mehr war in diesem stürmerunfreundlichen Spiel nicht möglich.
Min-Jae Kim (ab 75.): Agierte Aushilfs-Linksverteidiger, weil Mazraoui sich aufgerieben hatte. Auch der Südkoreaner ließ Saka verweifeln.
Dayot Upamecano (ab 89.): Verteidigte die letzten halbherzigen Angriffe der Engländer weg.
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Quelle: Perform
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