Drei Dinge, die bei Atlético Madrid gegen Real Madrid auffielen: Unsichtbarer Kylian Mbappé am Ende der Gewinner
VonThomas Gaber
Update 13/03/2025 um 14:53 GMT+1 Uhr
Real Madrid setzt sich im Achtelfinale der Champions League in einem Elfmeter-Drama im Stadtderby gegen Atlético Madrid durch (0:1, 4:2 i. E.) und erreicht das Viertelfinale. Atlético trifft früh, verteidigt stark und nimmt Kylian Mbappé fast komplett aus dem Spiel. Dann allerdings verlässt die Rojiblancos gegen den verhassten Erzrivalen einmal mehr das Glück. Drei Dinge, die auffielen.
Rüdigers Elfmeter ins Glück: Real steht im Viertelfinale
Quelle: SID
Schwach gespielt, trotzdem weitergekommen: Real Madrid fand über 120 Minuten kein Mittel gegen den Stadtrivalen, setzte sich aber im Elfmeterschießen durch und steht im Viertelfinale.
Das Spiel hätte für Atlético nicht besser beginnen können. Gerade einmal 27 Sekunden waren gespielt, da war der Rückstand aus dem Hinspiel (1:2) bereits egalisiert. Die Hereingabe von Rodrigo de Paul rutschte zu Conor Gallagher durch, der den Ball zum 1:0 ins Tor grätschte.
In der 70. Minute verschoss Vinícius Júnior einen Elfmeter, wodurch das Spiel in die Verlängerung und später ins Elfmeterschießen ging. Hier hatte Real mit 4:2 das glücklichere Ende für sich.
Drei Dinge, die uns an einem denkwürdigen Abend auffielen:
1. Atlético macht aus dem Verteidigen eine Kunst
Nach dem frühen 1:0 konnte Atlético das tun, was sie am liebsten machen: verteidigen und umschalten. Mit einer 4-4-2-Formation standen sie tief und brachten Real regelrecht zur Verzweiflung. Die Gäste hatten in der ersten Halbzeit zwar 62 Prozent Ballbesitz, aber keine echte Torchance.
"Wir kamen raus, als hätten wir das Spiel schon gewonnen. Aber wir hatten noch nicht gewonnen", kritisierte Real-Rechtsverteidiger Federico Valverde. "Dann haben sie uns einen reingedrückt. Nach dem 1:0 hat Atlético gut verteidigt. Wir wussten, wie gut sie sind."
Der Erfolgsschlüssel der Rojiblancos: Niemand ließ sich aus den beiden Abwehrketten herauslocken. Stattdessen verschoben sie gut, sodass sie defensiv immer wieder in Überzahl waren und die Angriffe klärten. Real-Flügelspieler Vinícius Júnior war zumindest bemüht, seine Schnelligkeit einzubringen, blieb aber im Eins-gegen-Eins gegen Linksverteidiger Reinildo immer wieder hängen.
"DAZN"-Experte Sebastian Kneißl lobte das Defensivverhalten von Atlético: "Es geht um die Kompaktheit und die Abstände, sodass du nahe an deinem Mitspieler bist, dass die Ketten nahe beieinander sind und auch die Stürmer vorne die erste Welle machen. Dadurch hast du einen Block, der so massiv ist, dass Real überhaupt nicht durchkommt." Später fügte er noch hinzu: "Es macht Spaß zuzusehen, wie Atlético Zweikämpfe führt. Das ist eine Kunst, die sie schon seit Jahren beherrschen."
Auf der anderen Seite setzten die Gastgeber immer wieder gefährliche Nadelstiche im Spiel nach vorne. Nach Ablauf der 90 Minuten sprach das Torschussverhältnis von 13:6 klar für Atlético. Die einzige echte Torchance für Real war der verschossene Elfmeter von Vinícius Júnior.
Warum das Offensivspiel von Real nicht funktionierte? "Mir fehlen bei Real heute zwei Dinge", fasste Kneißl zusammen. "Einmal fehlt ein Spieler bei Real, der ein, zwei Pässe weiterdenkt und dadurch auch gewisse Situationen kreiert. Und dann fehlen mir selbstlose Läufe. Jeder möchte mit jedem Lauf den Ball am Fuß haben. Es geht nie darum, Räume für die Mitspieler zu kreieren."
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Ancelotti erklärt: Darum schoss Rüdiger als Letzter
Quelle: Perform
2. Mbappé ist unsichtbar - und zeigt doch seine Klasse
Selten war von Kylian Mbappé so wenig zu sehen wie in den ersten 67 Minuten dieses Spiels. Bei Ballbesitz seiner Mannschaft hielt er sich rund um die Strafraumgrenze auf, wurde aber stets gedeckt - teilweise sogar doppelt. Seine gelegentlichen Versuche, sich mit einem Sprint freizulaufen, wurden von den Mitspielern nahezu immer übersehen.
In der 68. Minute hätte sich sein großer Moment ereignen können. Bei einem schnellen Gegenangriff hatte Mbappé erstmals Platz, wurde durch ein Zuspiel von Jude Bellingham in die Tiefe geschickt - und zeigte seine Klasse. Mit einem schnellen Dribbling ging er erst an José Maria Giménez vorbei, zog dann auch noch gegen Clement Lenglet nach innen, wurde im Nachgang von diesem aber zu Fall gebracht - Elfmeter.
Diese Aktion hätte bereits gleichbedeutend mit dem Viertelfinale sein können. Doch Vinícius Júnior verlor am Elfmeterpunkt die Nerven und schoss den Ball in Richtung Oberrang. Und Mbappé? Der bekam über die komplette Spielzeit (inkl. Verlängerung) von 120 Minuten weder einen Torschuss noch eine Torschussvorlage zustande, verwandelte aber seinen Elfmeter und steht im Viertelfinale.
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Real-Star Vinicius jr. verschoss einen Elfmeter
Fotocredit: Getty Images
3. Atlético verliert Elfmeterschießen kurios
Nach seinem grottenschlechten Elfmeter war Vinícius Júnior am Elfmeterschießen nicht beteiligt - fünf Minuten vor Ende der Verlängerung wurde der Brasilianer bereits für Endrick aus dem Spiel genommen. Dafür übernahm Mbappé als erster Schütze die Verantwortung. Eiskalt verlud er Atlético-Torwart Jan Oblak und traf in die rechte untere Ecke.
Der große Unglücksrabe des Elfmeterschießens war Julian Álvarez. Dieser war für Atlético als zweiter Schütze an der Reihe und hatte seinen Schuss eigentlich verwandelt. Aber: Er rutschte weg, wodurch es eine Doppelberührung gab. Nach Videoüberprüfung wurde der Elfmeter aberkannt. Wenig später verschoss auch Marcos Llorente, indem er den Ball an die Latte knallte.
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Quelle: Perform
Der deutsche Nationalspieler Antonio Rüdiger bekam dadurch die Chance, Real als fünfter Schütze ins Viertelfinale zu schießen. Oblak hatte zwar die Hand am Ball, konnte diesen aber nicht mehr um den Pfosten lenken.
"Wäre ich früher gesprungen, hätte er wahrscheinlich in die andere Ecke geschossen. Daher habe ich bis zum letzten Augenblick gewartet und habe mich für diese Ecke entschieden, aber ich kam an den Ball nicht ganz heran", sagte Oblak: "Es tut sehr, sehr weh. Die Leute hier haben uns unglaublich unterstützt. Ich bin total traurig über diese Niederlage."
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