Drei Dinge, die bei FC Barcelona - Inter Mailand auffielen: Barça geht dem Ecken-Monster im Halbfinal-Hinspiel in die Falle - Yamal genial
Inter Mailand hat nach dem FC Bayern München das nächste Europa-Schwergewicht ins Wanken gebracht. Die Nerazzurri hatten beim 3:3 im Halbfinal-Hinspiel der Champions League Gastgeber FC Barcelona am Rande der Niederlage - was daran lag, dass die Katalanen den Mailändern ebenso in die Falle gingen wie die Bayern zuvor im Viertelfinale. Drei Dinge, die uns beim Sechs-Tore-Spektakel auffielen.
Flick zufrieden: "Das ist der Stil, den wir spielen wollen"
Quelle: Perform
Was für ein Spektakel im Estadi Olímpic Lluís Companys! Beide Teams spielten ihre Stärken furios aus. Inter kam zwar nur auf 28,5 Prozent Ballbesitz, schockte die Katalanen aber schon nach 30 Sekunden mit einem Hackentor und insgesamt drei Treffern mitten ins Barça-Herz.
Und die Flick-Auswahl? Stellte den offensiven Schieberegler auf Anschlag ein. 90 Minuten lang. In der ersten Hälfte dauerte es nur eine gute Viertelstunde, bis der überragende Lamine Yamal und seine Angriffskollegen aus einem 0:2 ein 2:2 gemacht hatten.
In der zweiten Halbzeit benötigte die Barça-Maschine ganze zwei Minuten, um den neuerlichen Rückstand zu korrigieren.
Flick sprach nach der Achterbahnfahrt bei "DAZN" von einem "sehr guten Fußballspiel. Die Fans sind zufrieden und rechnen uns die Art und Weise, wie wird zurückgekommen sind, hoch an." Die Partie sei kurz nach Abpfiff "nur schwierig in Worte zu fassen", bekannte der Coach.
Nachvollziehbar, denn so grandios das Spiel auch war - der FC Barcelona muss jetzt ernsthaft um den Einzug ins Finale von München bangen.
Drei Dinge, die bei Barcelona gegen Inter auffielen.
1.) Barça-Style trifft Inter-Effizienz - eine Show der Extraklasse
30 Sekunden war das Hinspiel alt, da stand schon der erste Rekord im Geschichtsbuch. Marcus Thurams rotzfreches Hackentor war der früheste Treffer, der jemals in einer Halbfinalpartie der Königsklasse fiel. Die brutale Effizienz der Nerazzurri, mit der das Team von Filippo Inzaghi die Bayern im Viertelfinale ausknockte, war auch in Barcelona Trumpf. Die Italiener schossen nur zweimal in den ersten 45 Minuten aufs Tor von Wojciech Szczesny - und zweimal war der Pole geschlagen.
- Das Match-Protokoll: So lief Barcelona gegen Inter
Ein Rückschlag, aber kein Niederschlag für den frischgebackenen Copa-del-Rey-Champion. Barcelona folgte unbeirrt der offensiven Strategie und ließ Inter das Momentum nicht lange genießen. "Das lag auch an der individuellen Klasse bei Barça, man muss es so klar sagen", räumte Yann Sommer bei "DAZN" ein.
Namen nannte der Inter-Keeper nicht, war aber auch nicht nötig. Die 56.000 Zuschauer sahen schließlich selbst, wie Lamine Yamal die Gastgeber dank eines wunderbaren Solos quasi im Alleingang wieder ins Spiel brachte. Es war beeindruckend, wie unbeeindruckt die Blaugrana auf den Rückstand reagierte. Das Fehlen von Top-Goalgetter Robert Lewandowski? Wurde einfach kompensiert. Ferrán Torres übernahm die Rolle, sorgte für den zwischenzeitlichen 2:2-Ausgleich.
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Denzel Dumfries (2.v.r.) trifft zweimal für Inter gegen Barcelona
Fotocredit: Getty Images
Wer nun ein verschrecktes Inter erwartete, dass sich in der Defensive verschanzt, sah sich getäuscht. "In der zweiten Halbzeit hatten wir bessere Räume und Positionen zwischen den Linien", erklärte Sommer.
Die Folge: Mailand tat den Hausherren in deren Spielhälfte weh, setzte durch das Kopfballtor von Dumfries den nächsten Wirkungstreffer. Und dann wurde es noch dramatischer: Raphinha zimmerte den Ball aus 20 Metern mit vollem Risiko an die Latte. Von dort sprang die Kugel Sommer an den Rücken und ins Gehäuse.
Offiziell ein Eigentor - aber eigentlich viel zu schön dafür.
2.) Yamal genial: Zaubertor, Jubiläum und Rekord
Als die Show vorbei, der Vorhang gefallen war, versammelten sich die Barça-Stars inklusive der verletzten Robert Lewandowski und Marc-André ter Stegen um ihren Jüngsten: Lamine Yamal.
Der 17-Jährige hatte in seinem 100. Pflichtspiel für den Klub eine Weltklasseleistung auf den Rasen gezaubert und sich zum jüngsten Torschützen in einem Champions-League-Halbfinale aufgeschwungen. Der Teenager brannte ein Feuerwerk ab, traf noch zweimal die Latte, ging ins Dribbling, zeigte technische Kabinettstückchen, pushte das Publikum.
"Einen Spieler wie ihn habe ich in den vergangenen acht oder neun Jahren nicht mehr gesehen. Wir mussten drei Spieler auf ihn ansetzen!", staunte Inter-Coach Inzaghi.
"Was das reine Fußballtalent betrifft, gehe ich so weit, dass Lamine auf einer anderen Ebene spielt als jeder andere in den Top-5-Ligen des Weltfußballs", lobte Manchester-United-Legende Rio Ferdinand auf "X".
3.) Eckball-Monster Inter
Inter Mailand verfüge über "enorme Stärken", musste Flick nach dem spektakulären Remis einräumen. Gemeint habe dürfte der Trainer der Katalanen damit die Standards, oder genauer gesagt: die Eckbälle.
Schon beim 2:2 im Viertelfinal-Rückspiel gegen den FC Bayern traf die Inzaghi-Auswahl zweimal nach einem Eckstoß. Gegen Barcelona wiederholte sich das Phänomen: Dumfries war zweimal zur Stelle und überwand Szczesny im Barça-Tor.
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Inter-Profi Denzel Dumfries trifft spektakulär gegen den FC Barcelona
Fotocredit: Getty Images
Ob man denn gar nichts dagegen machen könne, wurde Flick nach der Begegnung gefragt. Die Antwort: "Wenn man unsere Spieler mit denen von Inter vergleicht, wird bei vier, fünf Profis ein Größenunterschied deutlich. Es ist nicht einfach, dass wegzuverteidigen", analysierte der 60-Jährige.
Wenn man dann noch bedenkt, dass die Mailänder in der gesamten Partie nur zwei Ecken hatten, wird klar, wie scharf diese Waffe ist.
Inter scheint im Rückspiel (6. Mai ab 21:00 Uhr im Ticker) den Vorteil auf seiner Seite zu haben. Das proppevolle San Siro im Rücken, das enorme Selbstvertrauen, die Eckball-Bilanz, die massive Heimstärke in der Königsklasse.
Immerhin: Flick gelang es, die Lage für sein Team positiv zu deuten: "Das Spiel heute darf uns Mut geben, so wollen wir auch in Mailand auftreten. Wir haben im Halbfinale der Copa zuhause gegen Atlético Madrid 4:4 gespielt - und dann auswärts 1:0 gewonnen."
Eine einfache Rechnung - aber geht sie auch auf?
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Yamal über Messi, Jugend und Mentalität: "Will in Erinnerung bleiben"
Quelle: Perform
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