Aleksandar Pavlovic dirigiert den FC Bayern - warum der Jungprofi aus dem Campus zur Identifikationsfigur werden kann

Im Topspiel gegen Bayer Leverkusen verschuldete er das Gegentor und glich wenig später selbst aus. Aleksandar Pavlovic beweist im Bayern-Dress Willensstärke und Unbeschwertheit. Sein Trainer Vincent Kompany zieht ihn 50-Millionen-Euro-Neuzugang Joao Palhinha vor. Für den FC Bayern zeigt der Werdegang des 20-Jährigen, wie es noch möglich ist, sich aus der eigenen Jugend hochzukämpfen.

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Quelle: Perform

Er will einfach nur Fußball spielen. "Ich mache nichts Besonderes, sondern mache einfach mein Ding", sagte Aleksandar Pavlovic bescheiden und verschmitzt lächelnd in die Kamera des vereinsinternen TV-Senders "FC Bayern.TV".
Der 20-Jährige kommt so erfrischend jungenhaft rüber, als würde er mit seinen Spetzln auf dem Dorfplatz kicken. Im Kontrast dazu steht, dass sein Trainer Vincent Kompany ihm eine "Erwachsenheit" bescheinigt und ihn perspektivisch als "einen der Top-Mittelfeldspieler in Deutschland und der Welt" sieht.
Pavlovic traf im Topspiel gegen Bayer Leverkusen nach eigenem Fauxpas zum 1:1-Ausgleich - und zählt damit schon jetzt zu den Topspielern der Liga.
Warum er für den FC Bayern enorm wichtig ist, hat noch einen anderen Grund als den sportlichen.

Gegen Leverkusen bewies er Willensstärke

Eigentlich wollte Pavlovic einen Rückpass zu Manuel Neuer spielen, doch der Ball ist "kurz davor noch einmal aufgehoppelt" und ging ins Toraus. Es kam zum Eckball - und zum Gegentor. Bayer Leverkusen ging im Topspiel durch Robert Andrich in Führung (31.).
Für den Mittelfeldspieler war das aber kein Grund, verärgert zu sein - zumindest nicht augenscheinlich. Direkt spornte er sich und seine Mitspieler wieder an. Schrie, klatschte, rannte. Und traf acht Minuten später selbst (39.). Aus knapp 25 Metern sehenswert in den rechten, oberen Winkel.
Seit seinem Debüt bei den Profis vor knapp einem Jahr hat sich viel getan für den Deutsch-Serben. Er stand in 23 Bundesliga- und vier Champions-League-Spielen auf dem Platz, schoss drei Tore, lieferte drei Assists. Unter Trainer Vincent Kompany ist Pavlovic Stammspieler im defensiven Mittelfeld neben Joshua Kimmich.
Und der schwärmt: "Er will jeden Ball haben, ist ein absoluter Teamplayer. Wir brauchen solche Jungs", sagte Routinier Kimmich über den Youngster. "Es macht Spaß mit ihm!"
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Joshua Kimmich (l.) und Aleksandar Pavlovic gegen Wolfsburgs Patrick Wimmer.

Fotocredit: Getty Images

Aus Olching zu Bayerns Vorzeigespieler

Pavlovic hat Spaß am Fußball. Klar, er wollte immer nur spielen. Mit drei Jahren mit seiner älteren Schwester, mit viereinhalb im Nordwesten der bayerischen Landeshauptstadt beim SC Olching, dann beim SV Fürstenfeldbruck. Mit sieben Jahren entdeckte ihn ein Scout des FC Bayern bei einem Hallenturnier. 2011 war das.
Bei den Spielen seiner Idole - Bastian Schweinsteiger und Toni Kroos - war er Balljunge. Und arbeitete sich währenddessen nach oben. Als Profi für seinen Verein auflaufen – sein größter Traum.
In der U15 bis U17 gehörte Pavlovic immer zu den kleinsten. "Körperlich war es immer schwer", erzählte er bei "FC Bayern.TV". Doch das habe ihn stärker gemacht. Dann sei er in "ein, zwei Jahren 20 Zentimeter gewachsen".
Erst im März 2023 hatte der Sechser, der früher auch gern im Sturm spielte, sein Regionalliga-Debüt gegen Buchbach gegeben. Am 28. Oktober 2023 wechselte Tuchel ihn dann in der Partie gegen Darmstadt ein.

Pavlovic steigert den Wert der Bayern-Jugend

In den vergangenen Jahren haben es kaum Spieler aus der eigenen Jugend zu den Profis geschafft - und sich dann beim FC Bayern nachhaltig durchgesetzt. Aus dem aktuellen Kader spielte einzig Thomas Müller bereits als Kind für die Bayern.
"Identität ist der Schlüssel", sagte Präsident Herbert Hainer in der "Abendzeitung" und meinte weiter: "Der FC Bayern war immer geprägt von Spielern, die die Kultur des Klubs widerspiegeln."
Geht es nach den Verantwortlichen, soll Pavlovic zu einem der Gesichter des Klubs heranwachsen. Für Sportdirektor Christoph Freund sei es wichtig zu zeigen, dass man es als Jugendspieler nach oben schaffen könne, sagte er bei "FC Bayern.TV". Sein Vertrag läuft bis 2029.
2024 gab er auch sein Debüt DFB-Team. Im Frühjahr schrieb der "Münchner Merkur", dass Pavlovic noch immer in Olching wohnt. Hier fühlt er sich wohl.  

Pavlovic verdrängt Palhinha auf die Bank

Offenbar macht Pavlovic’ Spiel auch seinem Trainer so viel Spaß, dass er für den 20-jährigen Münchner den 50 Millionen Euro teuren Neuzugang João Palhinha auf die Bank setzt. Es hat schon etwas Ironisches, dass der von Thomas Tuchel umschwärmte Portugiese, dessen Transfer vergangenen Sommer platzte, nun zwar geholt, aber nicht mehr zwingend gebraucht wird.
Selbst gegen die spielstarken Leverkusener verzichtete Kompany auf die "Holding Six" Palhinha und ließ lieber den pass- und abschlussstarken Nationalspieler ran. Zweifelsohne: Der 29-Jährige wird seine Einsatzzeit bekommen.
Doch Youngster Pavlovic passt mit seiner Übersicht, der Fähigkeit, andere Spieler in Szene zu setzen und seiner Spielfreude besser in das offensiv mutige Spiel Kompanys.  
Er will ja nur spielen. Das kommt bei Bayern sehr gut an.
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Quelle: Perform


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