Champions League: FC Bayern München und seine Titel-Gratwanderung - Pragmatismus pur vor den Schicksalswochen

Der FC Bayern München hat im Playoff-Rückspiel der UEFA Champions League gegen Celtic Glasgow seinen Kopf in der letzten Minute aus der Schlinge gezogen. Im Nachgang wirkte der deutsche Rekordmeister trotz seiner erneut dürftigen Leistung mit sich im Reinen - und machte den bayerischen Pragmatismus wieder salonfähig. In den kommenden Wochen wartet jedoch eine richtige Gratwanderung auf die Bayern.

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Quelle: Perform

Erst die glückliche Nullnummer im Ligagipfel gegen Bayer Leverkusen (0:0), dann der Zitter-Einzug ins Achtelfinale der Champions League: Doch Leon Goretzka sah die wenig berauschenden Leistungen seines FC Bayern in den Wochen der Wahrheit ganz pragmatisch.
"In den letzten sechs Tagen ging es nur darum, Ergebnisse zu erzielen. Es waren extrem anstrengende Tage, auch mit den Reisen. Das sind aber die wichtigen Momente in einer Saison, wenn man nicht die Sterne vom Himmel spielt und trotzdem Ergebnisse liefert und durchkommt", sagte der 30-Jährige nach dem glücklichen 1:1 (0:0) im Playoff-Rückspiel gegen Celtic Glasgow bei "Prime Video" gelassen.
Auch Trainer Vincent Kompany wollte das zähe Spiel im Kontext sehen. "Wir haben in sechs Tagen viel Energie gelassen. Aber wir sind acht Punkte in der Liga vorne und in der Champions League eine Runde weiter", hob er hervor.
Der spielerische Anspruch sei beim deutschen Rekordmeister nach wie vor hoch, dieser dürfe aber nicht den eigenen Zielen im Wege stehen. "Natürlich wollen wir immer, dass der Unterschied zum Gegner groß ist. Aber wenn nicht, muss man sich die Ergebnisse eben erarbeiten", betonte Kompany.

FC Bayern: Endstation Atlético oder Leverkusen?

Doch wie weit kommt der ambitionierte FC Bayern, der vom "Titel dahoam" träumt, mit solchen Leistungen? Zumal die echten Herausforderungen - die allseits bekannten Schicksalswochen - erst noch kommen.
Schon im Achtelfinale der Königsklasse wartet in Bayer Leverkusen, das die Bayern beim 0:0 im Liga-Topduell klar dominiert hatte, oder Atlético Madrid ein echter Kracher. "Egal, welcher Gegner: Wir freuen uns auf die nächste Runde", sagte Kompany.
Entsprechend gespannt blicken die ambitionierten Münchner auf die Auslosung am Freitag (12:00 Uhr) in der UEFA-Zentrale in Nyon. Nach den K.o.-Duellen im März wären dann Arsenal, Liverpool oder Barcelona mögliche Kontrahenten.
Nicht außer Acht lassen darf der FCB darüber hinaus das alltägliche Geschäft in der Bundesliga. Der Vorsprung von acht Punkten auf Titelverteidiger Leverkusen mag zwar komfortabel sein, in den Duellen gegen Eintracht Frankfurt (Sonntag, ab 17:30 Uhr im Liveticker) und am darauffolgenden Freitag beim VfB Stuttgart (ab 20:30 Uhr im Liveticker) steht aber so einiges auf dem Spiel.
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Sammer: "Aufpassen, dass du nichts versaust"

Angesichts der bevorstehenden Herausforderungen mitsamt Titel-Gratwanderung und der bislang nicht gerade überzeugenden Leistungen will TV-Experte Matthias Sammer aber noch keinen Notstand bei den Münchnern ausrufen.
"Wir haben Februar. Im Februar musst du aufpassen, dass du nichts versaust", unterstrich der Weltfußballer von 1996. "Aber ich kann mich nicht erinnern, dass du im Februar schon einmal was gewonnen hattest."
Mit dieser Herangehensweise sind die Bayern übrigens nicht alleine, immerhin steckt zurzeit auch so manch andere Mannschaft auf dem europäischen Parkett im Winter-Blues.
"Da gehört Atlético Madrid dazu, aber auch Barcelona dazu, die Bayern und vielleicht auch Bayer Leverkusen", so Sammer weiter. "Wir alle lieben den Fußball, aber der Februar ist richtig kalt und es wird noch nichts vergeben, außer dass du verlieren kannst."
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Goretzka: "Diese Phasen sind ganz, ganz wichtig"

Goretzka pflichtete Sammer bei und rückte den bayerischen Pragmatismus in den Vordergrund. "Ich glaube wir sind immer noch die Mannschaft in Europa, die die meisten Tore geschossen hat, die lange Zeit in der Saison super Fußball gespielt hat", meinte er. "Es wird sich zeigen, ob wir am Ende dann auch Titel holen. Aber diese Phasen sind ganz, ganz wichtig."
Gegen Celtic zitterten sich die Münchner weiter. Der Ex-Münchner Nicolas Kühn hatte die Schotten nach haarsträubenden Fehlern der Bayern-Defensive in Führung gebracht. Joker Alphonso Davies (90.+4) bewahrte die Bayern mit seinem goldenen Treffer jedoch vor einer Verlängerung.
Für Davies war es sein erster Einsatz nach längerer Pause wegen eines Muskelfaserrisses - und der erste, nachdem er nach monatelangem Poker seinen Vertrag in München bis 2030 verlängert hatte. "Das ist Champions League. Wir haben gegen ein gutes Celtic gespielt. Das ist Fußball", sagte Davies. "Wir sind glücklich, dass wir durch sind."
(mit SID)
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