Jude Bellingham in dieser Saison immer noch ohne Tor für Real Madrid - was Kylian Mbappé damit zu tun hat
VonThomas Gaber
Update 05/11/2024 um 23:30 GMT+1 Uhr
Jude Bellingham erwies sich 2023 für Real Madrid als absoluter Glücksgriff. Er war sofort Leistungsträger und erzielte viele wichtige Tore. Doch in dieser Saison herrscht die große Flaute. In elf Pflichtspielen hat Bellingham noch nicht getroffen und insgesamt deutlich weniger Einfluss auf das Offensivspiel der Königlichen. In der Kritik steht jedoch nicht der Spieler selbst, sondern sein Trainer.
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Quelle: Perform
Im Spiel gegen seinen Ex-Klub wäre es beinahe so weit gewesen. In der 37. Minute schoss Jude Bellingham im Champions-League-Spiel von Real Madrid gegen Borussia Dortmund (5:2) aufs Tor. Es fehlten nur Millimeter zum ersten Saisontor des Engländers - der Ball traf die Unterkante der Latte.
Es war eine der wenigen vielversprechenden Angriffsaktionen von Bellingham in der laufenden Spielzeit. Im Vergleich zu seiner Debütsaison fristet der 21-Jährige im Offensivspiel der Königlichen ein Schattendasein: elf Pflichtspiele, null Tore, drei Vorlagen.
Drei Assists standen zum selben Zeitpunkt auch 2023/24 in den Büchern. Hinzu kamen aber zehn (!) Treffer. Als Bellingham frisch aus Dortmund eintraf, vertraute Trainer Carlo Ancelotti dem 113-Millionen-Euro-Neuzugang die Zehnerposition im 4-3-1-2 an und stattete Bellingham mit allen offensiven Freiheiten aus.
Real holte am Ende die spanische Meisterschaft und die Champions League, Bellingham steuerte in 44 Einsätzen 23 Tore und 13 Vorlagen bei.
Alles anders mit Kylian Mbappé
Mit der Verpflichtung von Kylian Mabppé wuchs bei Ancelotti die Überzeugung einer Systemumstellung - auf Kosten von Bellinghams Qualitäten im letzten Drittel. Zu Saisonbeginn setzte der Italiener auf ein 4-3-3, später verstärkte er mit einem zusätzlichen Mittelfeldspieler die Defensive im 4-4-2.
Egal in welcher taktischen Formation Real aufläuft - sie geht zulasten Bellinghams. Der Engländer wird im Mittelfeld hin- und hergeschoben, spielt mal zentral, mal links, mal rechts. Bei der empfindlichen 0:4-Klatsche im Clásico gegen den FC Barcelona half er phasenweise sogar als rechter Verteidiger aus.
Die Heatmap des Spiels zeigte, dass Reals Nummer 5 von allen nominellen Mittelfeldspielern der Königlichen die am weitesten zurückliegende Position besetzte.
"Bellingham spielte nahe an der Flanke von Lucas Vázquez, sodass er mitunter hinter dem rechten Verteidiger in einer sehr viel defensiveren Rolle agierte und die Flankenläufe von Balde abdeckte. Es überrascht nicht, dass sein Einfluss auf dieser Position viel weniger entscheidend ist", schrieb die Zeitung "AS".
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Noch kein Traumpaar: Jude Bellingham (l.) und Kylian Mbappé
Fotocredit: Getty Images
Ancelotti verblüfft mit Aussage zu bellingham
Das Konkurrenzblatt "Marca" schoss sich derweil auf den Coach ein: "Bellingham ist ein Schatten des Spielers, der letzte Saison in das Bernabéu geplatzt ist. Der Fehler liegt nicht bei ihm, sondern darin, dass er falsch aufgestellt wird. Jedes Mal spielt er auf einer Position, die ihm überhaupt nicht liegt. Er gibt alles, kann aber nicht glänzen. Auf der rechten Seite zu spielen, phasenweise sogar als Außenverteidiger, ist ein ganz schlechter Witz, den Ancelotti unverzüglich korrigieren muss."
Ex-Real-Spieler Guti merkte an, dass Bellingham "eine 180-Grad-Wendung gemacht hat. Er strahlt keine Torgefahr mehr aus und solange Mbappé noch nicht die Verstärkung ist, die alle erwarten, bleibt das ein großes Problem von Real."
Ancelotti sieht - wie immer - keinen Grund zur Panik. Auf der Abschluss-Pressekonferenz vor dem Clásico verblüffte er mit der Aussage, dass Bellinghams "Tore nicht wichtig sind für uns".
Muskelverletzung bremst Bellingham aus
Als er im Auswärtsspiel bei Celta Vigo (1:2) erstmals im rechten Mittelfeld aufgeboten wurde, begründete Ancelotti dies wie folgt: "Wir haben ihn dort aufgestellt, weil wir dachten, dass er dort Schaden anrichten könnte. Die linke Seite ist dieses Jahr viel belebter, auch weil Mbappé dort spielt. Auf der rechten Seite können wir mit Bellingham und Rodrygo aber genauso effektiv sein wie auf der linken."
Davon ist bislang aber nichts zu erkennen. Für Bellingham kommt erschwerend hinzu, dass er sich mit muskulären Problemen durch die Saison schleppt und deswegen schon vier Ligaspiele verpasste.
Er selbst gab sich nach der Clásico-Schmach schmallippig. "Wir haben nicht gut gespielt und verloren. Wir müssen uns verbessern", sagte Bellingham. Mehr war aus dem Engländer nicht herauszukitzeln. Der Herbst-Blues macht auch nicht vor Bellingham halt - eine neue Chance, ihn zu beenden bietet sich heute im Königsklassen-Klassiker gegen den AC Mailand (21:00 Uhr im Liveticker).
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