Real Madrid beschwört nach Hinspiel-Klatsche gegen den FC Arsenal den Geist des Bernabeu: Hoffen auf ein Wunder
VonJan Zesewitz
Update 09/04/2025 um 17:48 GMT+2 Uhr
Real Madrid hat im Emirates Stadion in London gegen den FC Arsenal eine krachende Niederlage einstecken müssen. Ein 0:3 umdrehen - das wirkt selbst für die Titelverteidiger und königlichen Stehaufmännchen wie eine zu große Hürde. Cheftrainer Carlo Ancelotti nahm im Anschluss die Schuld auf sich, die Presse stürzte sich auf die Mannschaft, aber schon kurz darauf keimte wieder Hoffnung auf.
Ancelotti bedient: "Mannschaft ist auseinandergefallen"
Quelle: Perform
Die spanische Zeitschrift "Marca" ist immer ein gutes Stimmungsbild für die Lage bei Real Madrid - das Blatt ist den Königlichen bekanntermaßen zugewandt, umso harscher viel die Kritik unmittelbar nach Abpfiff aus: "Kein Funke, keine Seele, kein Fußball. Ein tragischer Abend, eines Titelverteidigers nicht würdig. Es ist schwierig, in acht Tagen an ein Wunder zu glauben."
Autsch. Der erste Teil fasste den blutleeren und passiven Fußball des 15-fachen Titelträgers beim 0:3 gegen FC Arsenal gut zusammen, aber gleich den Glauben verlieren? Schon auf dem Titelblatt am nächsten Morgen sah das schon wieder ganz anders aus: "Gedemütigt, aber... für Madrid ist nichts unmöglich."
In eine ähnliche Richtung äußerte sich Carlo Ancelotti, nachdem er "ohne Zweifel" die Schuld an der Pleite auf sich genommen hatte. "Die Chancen sind sehr gering, aber wir werden mit allem uns in der Macht Stehende kämpfen", sagte er auf der Pressekonferenz nach dem Spiel.
Das klingt ein wenig nach Zweckoptimismus, aber ein Blick auf die jüngere Champions-League-Historie zeigt, dass mehr dahintersteckt, wenn der Satz von einem Madrilenen kommt.
Comeback-Könige Real
2024 war man im Halbfinale gegen den FC Bayern bis zu einem Doppelpack von Joselu in der 88. und 90.+2 Minute mit einem Bein im Aus. 2022, wieder Halbfinale, diesmal gegen Manchester City: Nach einem 3:4 im Hinspiel lagen die Königlichen auch im Rückspiel 0:1 zurück, die 90. Minute lief, die Mannschaft war ausgeschieden und rettete sich dann mit zwei(!) Toren in der Nachspielzeit in die Verlängerung, in der man dann natürlich den Siegtreffer erzielte.
Die Liste ließe sich gefühlt endlos fortsetzen. Reals Comeback-Qualitäten in der Champions League sind fast schon sprichwörtlich geworden, auch wenn sie die Rückstände meistens innerhalb eines Spiels drehten, jetzt haben sie 90 Minuten vor heimischem Publikum, um drei Tore aufzuholen.
Dafür muss natürlich eine klare Leistungssteigerung her. Keeper Thibaut Courtois ließ an der Hinspiel-Performance am Mikrofon bei "Movistar" kein gutes Haar: "In der ersten Halbzeit haben wir gut mitgehalten und bei Kontern Gefahr erzeugt. In der zweiten Halbzeit haben wir vergessen, wie man Fußball spielt. Ich würde nicht von Panik sprechen, aber wir waren mit dem Ball nicht ruhig. Sie haben zwei tolle Tore per Freistoß geschossen."
Ein weiterer Teil der madrilenischen Hoffnung: Declan Rice wird nicht in jedem Spiel zwei absolute Traumfreistoßtore schießen - schlechte Leistung hin oder her, am Ende scheiterte man auch an Sonntagsschüssen Arsenals.
Die Spieler beschwören den Glauben
Und so richtete auch Courtois direkt an seine Generalkritik den Blick nach vorne - nicht zweckoptimistisch, sondern abgeklärt wie jemand, der schon oft bei so etwas dabei gewesen ist.
"Das 3:0 aufzuholen wird schwierig, aber wir wissen, wie stark wir zu Hause sind", sagte der Belgier. "Die Leute müssen an die Mannschaft glauben und ich glaube, dass ein Comeback möglich ist. Wir müssen arbeiten, wir müssen die Fehler abstellen und versuchen zu gewinnen. Wenn wir ein oder zwei schnelle Tore schießen können, dann kommt das dritte von alleine. Es ist möglich, aber es war kein guter Start."
Ins gleiche Horn stieß auch Courtois' Teamkollege Jude Bellingham gegenüber "TNT Sports": "Wir werden etwas Besonderes brauchen, um das Ergebnis umzukehren, aber besondere Dinge können im Fußball passieren und wenn es irgendwo passieren kann, dann in unserem Stadion."
Nach dem ersten Frust plant Real längst die nächste "Remontada". Die "Marca" entdeckte die ersten Anzeichen dafür übrigens schon bei Lucas Vázquez direkt nach dem Abpfiff: Er wand sich in Richtung der mitgereisten Fans, drehte die Hand im Kreis und zeigte danach den hochgestreckten Daumen. Die Übersetzung ist für das Madrider Blatt klar: "Wir werden das im Rückspiel drehen."
Das könnte Dich auch interessieren: "Dec-Ham" wie einst Beckham: Arsenal berauscht sich an sich selbst
/origin-imgresizer.eurosport.com/2025/04/09/4117676-83491168-2560-1440.jpg)
Bayern hadert nach Hinspielpleite: "Keine verdiente Niederlage"
Quelle: SID
Ähnliche Themen
Werbung
Werbung