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Real Madrid rutscht durch Heimpleite in der Champions League gegen Milan in die Krise - Europas Könige taumeln
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Publiziert 06/11/2024 um 12:47 GMT+1 Uhr
Real Madrid steuert immer mehr auf eine Krise zu. Die Königlichen kassierten am Dienstag in der Champions League gegen die AC Mailand (1:3) nach der bitteren 0:4-Niederlage im Clásico die zweite Heimpleite in Folge. Die Kritik an Carlo Ancelottis Team folgte prompt. Real kommt in dieser Spielzeit noch nicht richtig in Fahrt - ein Umstand, der auch mit dem Abgang von Toni Kroos zusammenhängt.
Ancelotti deutlich: "Wird eine lange Nacht werden"
Quelle: Perform
Real Madrids Anhänger ließen ihrem Unmut freien Lauf.
Bereits nach den ersten 45 Minuten im Champions-League-Klassiker gegen die AC Mailand war ein deutlich vernehmbares Pfeifkonzert von den Rängen zu hören - und nach dem Schlusspfiff wurde es noch lauter.
Die Königlichen unterlagen im heimischen Estadio Santiago Bernabéu überraschend mit 1:3 (1:2) und kassierten damit ihre zweite Niederlage im vierten Vorrundenspiel.
Anstatt etwas Balsam für die zuletzt arg geschundene Seele, mussten die Madridista ausgerechnet in ihrem Paradewettbewerb den nächsten Rückschlag hinnehmen.
Der spanische Rekordmeister steckt früh in der Saison in einer heiklen Situation.
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Malick Thiaw (AC Milan) bejubelt sein Tor gegen Real Madrid
Fotocredit: Getty Images
Real Madrid nach Pleite in der Kritik
"Madrids Krise ist nach der Niederlage gegen Mailand real", titelte entsprechend die "Mundo Deportivo". Die "Marca" sah "ein zerfleddertes Madrid, eine Mannschaft ohne Spiel und körperliche Stärke, in der jeder unter seinem Niveau ist".
Ein hartes Urteil, das allerdings nicht von ungefähr kommt.
Zur Halbzeit der neuen Champions-League-Ligaphase liegt der Titelverteidiger nach dem schwachen Auftritt gegen Milan mit sechs Punkten nur im Tabellenmittelfeld (17.). Nächster Gegner ist in drei Wochen (27.11.) Spitzenreiter FC Liverpool.
In der spanischen Liga hechelt Real dem FC Barcelona, gegen den man zuletzt im Clásico eine 0:4-Heimklatsche kassierte, hinterher. Der Abstand zum Tabellenführer aus Katalonien beträgt bei einem Spiel weniger bereits neun Punkte.
"Wir müssen uns Sorgen machen, wir zeigen nicht die beste Version unserer selbst", zeigte sich Trainer Ancelotti entsprechend besorgt. "Die letzten beiden Niederlagen sind unerklärlich", ergänzte Torhüter Andriy Lunin.
Defensive bereitet Real Sorgen
Einer der Gründe für den gegenwärtigen Sinkflug ist ausgerechnet Reals Prunkstück, die Abwehr, die aktuell wackelt.
Satte neun Gegentreffer kassierten Antonio Rüdiger und seine Defensivkollegen in den vergangenen drei Heimspielen. Verschärft wird die Situation durch die verletzungsbedingten Ausfälle von Keeper Thibaut Courtois und Dani Carvajal.
"Wir machen eine Phase durch, in der wir von unseren Gegnern viel bestraft werden, und wir müssen weiter daran arbeiten, dass sich das nicht wiederholt", forderte Kapitän Lucas Vázquez.
Der ehemalige Bayern-Profi Owen Hargreaves ging bei seiner Fehleranalyse etwas mehr ins Detail. "Sie sind zu offen. Egal ob Mailand oder Stuttgart - alle waren da und hatten mehr Ballbesitz als Real Madrid", sagte der "TNT Sports"-Experte und führte weiter aus:
"Auf der Position von Jude (Bellingham; Anm. d. Red.) stimmt die Balance nicht. Er versucht immer noch, seine Rolle in dieser Mannschaft zu finden."
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Jude Bellingham (Real Madrid) bei der 1:3-Niederlage gegen Milan
Fotocredit: Getty Images
Real vermisst Toni Kroos
Dies hat auch mit Toni Kroos zu tun, dessen Weggang größere Folgen hat, als vielleicht zunächst erwartet.
"Einige Spieler wie Tchouameni, Valverde und vor allem Bellingham glänzen nicht mehr so wie in der Vorsaison, da sie Aufgaben übernehmen müssen, die früher von Kroos ausgeführt wurden", erklärt Jorge Ordás, Fußball-Experte bei Eurosport in Madrid.
Tatsächlich müssen die Genannten nun mehr Defensivarbeiten verrichten als noch in den vergangenen Jahren.
"Obwohl er nicht mehr der Jüngste war, gibt es bislang keinen Ersatz für ihn, vor allem nicht in Bezug auf seine Ballbehandlung, seine Fähigkeit, lange Pässe zu spielen, und seinen Stellenwert innerhalb der Mannschaft", so Ordás.
Mbappé sucht nach seiner Rolle
Doch auch auf der anderen Seite des Platzes funktioniert das Zusammenspiel zwischen Reals Ausnahmekönner Kylian Mbappé und Vinícius Júnior noch nicht wie erhofft.
Zwar kommt das Duo auf insgesamt 17 Pflichtspieltore, doch Neuzugang Mbappé sucht nach wie vor nach seiner Position im von Stars gespickten Ensemble.
"Obwohl er einer der besten Spieler der Welt ist, ist es nicht einfach, in dieses Puzzle zu passen", verdeutlicht Ordás.
Anders als bei seinem Ex-Klub Paris Saint-Germain, wo er auf der linken Außenbahn wirbelte, agiert Mbappé bei den Königlichen auf der ungewohnten Mittelstürmerposition, was Karim Benzema zuletzt bemängelt hatte ("Er ist kein Mittelstürmer").
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Kylian Mbappé bei der 1:3-Niederlage von Real Madrid in der Champions League gegen den AC Mailand
Fotocredit: Getty Images
Ancelotti bügelt Mbappé-Debatte ab
"Es ist eine wichtige Aufgabe für den Trainer, einen Weg zu finden, die beiden wichtigsten Bausteine der Mannschaft zusammenzuführen. Aber auch die Spieler selbst sind in der Pflicht, Verantwortung in der Umkleidekabine zu übernehmen", erklärt Ordás.
Ancelotti wollte die Debatte über seinen Schützling jedoch nicht als Ausrede für den blutleeren Auftritt gegen Milan gelten lassen.
"Das Problem hat nichts mit Vinícius und Mbappé zu tun oder damit, ob sie sich verstehen", sagte Ancelotti. "Es ist für unsere Gegner zu einfach, in unserem Strafraum zu gefährlichen Situationen zu kommen."
Auf den Real-Coach und sein Team wartet nun eine große Aufgabe, um dem erfolgsverwöhnten Publikum im Bernabéu wieder magische Nächte zu bescheren.
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(mit SID)
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Quelle: Perform
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