Drei Dinge, die beim FC Bayern gegen Real Madrid in der Champions League auffielen: Ein Spiel wie ein Schlachtengemälde
Der FC Bayern München setzt sich nach 180 atemberaubenden Minuten im Viertelfinale der Champions League 2025/26 gegen Real Madrid durch. Beim 4:3 (2:3) im Rückspiel fallen zwei Patzer besonders auf: der zu Beginn von Keeper Manuel Neuer und der kurz vor Schluss von Schiri Slavko Vincic. Die Bayern haben indes in Aleksander Pavlovic und Jamal Musiala heimliche Helden. Drei Dinge, die auffielen.
Kompany nach Real-Krimi: "Wunderschöner Abend"
Quelle: Perform
Joshua Kimmich brachte es gut auf den Punkt. "Das war sehr viel Drama", befand der Vize-Kapitän des FC Bayern München nach dem irren 4:3 seiner Mannschaft im Viertelfinal-Rückspiel der Champions League gegen Real Madrid, mit dem die Münchner nicht nur einen potenten Gegner erlegten, sondern auch einen Malus aus der jüngsten Vereinsbilanz tilgten.
Nachdem die Madrilenen den Bayern in der Champions League in den Jahren 2014, 2017, 2018 und 2024 gleich viermal in die Suppe gespuckt hatten, beendeten Kimmich und Co. am Mittwochabend die schwarze Serie.
Wackelnd zwar, denn die Bayern mussten nach den Treffern von Arda Güler (1., 29.) und Kylian Mbappé (42.) gleich dreimal einem Rückstand hinterherlaufen. Aber auch: immer überzeugt, es noch schaffen zu können.
"Die Jungs waren mental unglaublich stark heute", lobte Trainer Vincent Kompany seine Mannen, die durch die Tore von Aleksandar Pavlovic (6.) und Harry Kane (38.) im Spiel geblieben waren, ehe Luis Díaz (89.) und Michael Olise (90.+4) den Halbfinaleinzug perfekt machten.
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Was uns im Rückspiel in der Allianz Arena auffiel.
1. Unwürdiges Ende einer großartigen Schlacht
Real Madrid gegen den FC Bayern war in Hin- wie Rückspiel das Schlachtengemälde, auf das die Fußball-Fans gehofft hatten. 6:4 hieß es nach 180 atemlosen Minuten "im Aggregat", am Ende kam mit den Münchnern das leicht bessere, aber auch glücklichere Team weiter.
Glücklicher deshalb, weil bei der Fülle großer Momente eine einzige kleine Aktion am Ende den Knackpunkt ausmachte: Eduard Camavingas Gelb-Rote Karte in der 86. Minute, die das Pendel in Richtung der Bayern ausschlagen ließ.
Die Verantwortlichen der Spanier waren mit der in dieser Szene kleinlichen Regelauslegung des nicht souveränen Schiedsrichters Slavko Vincic aus Slowenien überhaupt nicht einverstanden. "Es ist unglaublich, das geht auf diesem Level nicht. Das ist unfair", beklagte sich Trainer Álvaro Arbeloa bei "DAZN" bitterlich über Vincics Bewertung, den zuvor bereits verwarnten Franzosen wegen einer Lappalie vom Platz zu schicken. Doppeltorschütze Güler sah nach Schlusspfiff wegen Meckerns sogar noch die Rote Karte.
Sein Real habe den Bayern einen großen Kampf geliefert, befand Arbeloa, "aber alles war vorbei mit dem Platzverweis". Zu dem Zeitpunkt wäre das Spiel zwar in Richtung Verlängerung abgebogen; in Unterzahl merkte man aber den Gästen aber förmlich an, wie ihnen der Widerstandswille entwich; Luis Díaz (89.) und Michael Olise (90.+4) nutzten das eiskalt aus und schossen die Bayern weiter.
Zuvor hatten vor allem Mbappé und Vinícius Júnior den Münchnern das Leben schwer gemacht. Wann immer die zwei Ausnahmeangreifer in Strafraumnähe an den Ball kamen, war Alarm angesagt. Bayern schaffte es auch lange nicht, die beiden pfeilschnellen Stürmer zu doppeln. Dahinter glänzte Jude Bellingham mal als Stratege, mal als unermüdlicher Arbeiter vor der Abwehr - allein es führte zu nichts. Vincic sei Dank.
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Fußball: Arda Güler (Nr. 15) trifft für Real Madrid zum 2:1 beim FC Bayern München im Viertelfinal-Rückspiel der Champions League 2025/26
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2. Neuer zeigt die Kehrseite der 40
Nach 35 Sekunden rutschte den Bayern-Fans das erste Mal das Herz in die Hose. Manuel Neuer spielte nach einem Kimmich-Rückpass einen "Schweineball" (O-Ton Neuer) in Richtung Josip Stanisic, doch Reals Güler hatte aufgepasst, sprintete dazwischen und schoss den Ball direkt mit links ins verwaiste Bayern-Tor - der Anti-Klimax zu Neuers Leistung im Hinspiel, als der 40-Jährige den Bayern-Sieg mit mehreren Paraden festgehalten hatte.
In der 29. Minute der nächste Schock: Wieder zirkelte Güler mit links genau, diesmal per Freistoß. Und Neuer? Der setzte schon den ersten Schritt auf dem Weg ins bedrohte Eck ungeschickt hinter die eigene Torlinie und kam in der Folge mit der linken Hand nicht mehr entscheidend hinter den Ball. "Mit einem besseren Timing und in der Form von letzter Woche hält er den", meinte "DAZN"-Experte Sami Khedira richtig.
Dass Kylian Mbappé kurz vor dem Halbzeitpfiff den diesmal chancenlosen Neuer noch zum 3:2 tunnelte (42.) machte die Angelegenheit für den Bayern-Schlussmann nicht besser.
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Fußball: Manuel Neuer patzt im Champions-League-Rückspiel FC Bayern München gegen Real Madrid
Fotocredit: Imago
Mit nur einem gehaltenen Torschuss im ersten Durchgang erfuhr der 40-Jährige zweifelsohne die Kehrseite seines fortgeschrittenen Alters. Doch Neuer wäre nicht Neuer, hätte er später nicht doch noch seinen Moment bekommen.
Der kam in der 55. Minute, als er mit dem rechten Arm Mbappés Volleyaufsetzer großartig aus kurzer Distanz parierte. "Das war vielleicht auch so ein Klassiker von mir, wie ich den halte", merkte der Torwart hinterher verschmitzt an, und auch "entscheidend", meinte er selbstbewusst, denn es wäre das 2:4 gewesen. Wer weiß, ob die Münchner danach nochmal zurückgekommen wären …
So aber darf Neuer mindestens noch ein Champions-League-Spiel in der Allianz Arena bestreiten. Eine Zukunftsentscheidung wird wohl noch vor dem Halbfinale gegen Paris fallen. Sport-Vorstand Max Eberl meinte am Abend zwischen den Zeilen, dass es sich Neuer quasi selbst aussuchen kann, ob er weitermachen will oder nicht. Dann aber besser in der Form des Hinspiels …
3. Bayerns heimliche Helden: Pavlovic und Musiala
Aleksandar Pavlovic hatte mit seinen 21 Lenzen schon in Madrid eine bemerkenswerte Leistung abgeliefert. Im Rückspiel setzte der gebürtige Münchner jedoch noch einen drauf. Der zentrale Mittelfeldspieler agierte gegen das große Real unwahrscheinlich abgeklärt, körperlich jederzeit präsent und jederzeit umsichtig im Passspiel, sodass es jederzeit eine echte Freude war, seinen Blick nur auf Pavlovic haften zu lassen.
Als passende Wendung des Schicksals war es eben jener Pavlovic, der nach dem Neuer-Schock früh Balsam auf die Bayern-Seele legte: Per Kopf erzielte er seinen ersten Königsklassen-Treffer und sorgte zumindest für ein paar Minuten für Erleichterung im Bayern-Lager (6.). "Erstes Tor in der Champions League gegen Real Madrid - was Besseres gibt es nicht", meinte er hinterher glücklich.
Mit Nebenmann Joshua Kimmich agiert der 21-Jährige mittlerweile fast symbiontisch, weiß oft instinktiv, was der Bayern-Taktgeber vorhat und agiert selbst entsprechend. Dabei ist Pavlovics Spiel aber auch immer öfter vorwärtsgerichtet, ein Verdienst von Trainer Vincent Kompany. Dass Leon Goretzka die Bayern im Sommer verlässt, ist auch auf seinem Mist gewachsen.
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Fußball: Aleksander Pavlovic (r.) jubelt mit Harry Kane über sein 1:1 für den FC Bayern München gegen Real Madrid im Viertelfinal-Rückspiel der Champions League 2025/26
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Gegen Real spielte Pavlovic am Abend 18 Pässe ins Angriffsdrittel - der Höchstwert aller Spieler. Zudem hatte er mit 93 von 98 angekommenen Zuspielen einen weiteren herausragenden Wert vorzuweisen, der nur von Innenverteidiger Jonathan Tah getoppt wurde (41/41).
Einziger Kritikpunkt: Nach Ballverlusten sahen Kimmich/Pavlovic vor allem im ersten Durchgang zu oft nur noch den Staub der Real-Stars Mbappé und Viní Jr., die so mit Gebrüll in Eins-gegen-Eins-Situationen gegen Bayerns zum Teil bemitleidenswerte Abwehrspieler gehen konnten. Das besserte sich aber nach dem Seitenwechsel; mit mehr Umsicht beruhigte Bayern das Geschehen und hatte das bessere Ende für sich. "Die Restverteidigung hat in der zweiten Halbzeit super gestimmt", befand auch Pavlovic: "Wir hatten mehr Absprache, mehr Kontrolle. Das war top. Wir haben verdient gewonnen."
Als ein Zünglein an der Waage agierte aber auch der in der 61. Minute eingewechselte Jamal Musiala. Mit seinen nach langer Leidenszeit wieder feiner werdenden Bewegungen hauchte der 23-Jährige der zeitweise stagnierenden Bayern-Offensive neues Leben ein. Wann immer der Zauberfuß im Angriffsdrittel an den Ball kam, sprühte er vor Kreativität. So war es auch Musiala, der Díaz das Spielgerät vor dessen vorentscheidenden 3:3 mit der Hacke fast schon zärtlich in den Lauf bugsierte (89.). Ein tolles Zeichen - für die Bayern, mit Blick auf die WM aber auch für Deutschland.
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Fußball: Jamal Musiala (FC Bayern München) im Viertelfinal-Rückspiel der Champions League 2025/26
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"Er kommt jetzt wirklich wieder", berichtete sein Trainer Vincent Kompany: "Es ist nur eine Frage der Belastung. Wenn diese Spieler viel im Training lachen, dann weißt du es schon. Er kann jetzt damit umgehen. Er hat wieder diese Spielfreude und das ist wichtig für uns." Nächster Stopp: Paris Saint-Germain. Gegen diesen Gegner hatte sich Musiala übrigens bei der Klub-WM den Knöchel gebrochen ...
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Kompany: "Bin nicht glücklich über meine Gelbe Karte"
Quelle: Perform
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