Champions League - Eintracht Frankfurt feiert "wertvollen Punkt" am Vesuv - der Dino und seine Eichhörnchen

Eintracht Frankfurt beweist beim torlosen Unentschieden in Neapel längst vergessene Defensivqualitäten. Trainer Dino Toppmöller sieht das Team in der Champions League daher "voll im Soll" und träumt von den Playoffs. Allerdings droht der SGE Ungemach, die Aufgaben werden nicht kleiner: In der Ligaphase wartet unter anderem noch der große FC Barcelona auf die Eintracht.

Toppmöller: "Ein Punkt, der richtig wertvoll sein kann"

Quelle: Perform

Nach dem Kraftakt seiner "Jungs" bediente sich Dino Toppmöller einer bekannten Metapher aus dem Tierreich.
"Wir müssen uns ernähren wie ein Eichhörnchen", sagte der Coach. Also: mühsam - wie beim hart erkämpften 0:0 in der Champions League beim italienischen Meister SSC Neapel. Ein "sehr wertvoller Punkt" sei das gewesen, der Nager vom Main schöpft plötzlich neuen Mut.
Für den ungeplanten Zähler im Schatten des Vesuvs bediente sich die Eintracht italienischer Tugenden. "Wenn wir so in Deutschland gespielt hätten, hätte jeder von typisch-italienischem Fußball gesprochen", meinte Neapels Trainer Antonio Conte.
Auch Abwehrspieler Arthur Theate sah bei seinem Team die "italienische Schule: gute Mentalität, guter Block, gute Bewegungen, jeder arbeitet über das ganze Spiel für den anderen".

Toppmöller und Frankfurt "total im Soll"

Gerade angesichts der zuletzt oft wankenden Defensive und der beiden zurückliegenden 1:5-Klatschen in der Königsklasse war das dringend nötig. Toppmöller, der stets beteuert, derartige Ergebnisse gut einordnen zu können, sieht seine Mannschaft im Aufwind. Mit vier Punkten aus vier Spielen sei Frankfurt nun "total im Soll", sagte Toppmöller bei "DAZN".
Mehr noch, der Trainer träumt offen vom Weiterkommen. Natürlich weiß die Eintracht um den Schwierigkeitsgrad der kommenden vier Spiele, unter anderem im Dezember beim FC Barcelona: "Aber wir rechnen uns schon aus, dass wir vor allem in den Heimspielen Punkte sammeln können, um den Schritt in die Playoffs zu schaffen."
Das scheint ein hoch gegriffenes, aber nicht unmögliches Ziel zu sein. Die SGE zeigte in Neapel unter schwierigen Bedingungen ohne die ausgeschlossenen eigenen Fans eine "sehr reife und sehr erwachsene Defensivleistung" (Toppmöller), nach vorne ging allerdings wenig.

SGE feiert mentales Erfolgserlebnis

"Wir wollten hier schon gewinnen und hätten gerne drei Zähler mitgenommen", sagte Kapitän Robin Koch, der bezeichnenderweise als Innenverteidiger die Trophäe als Mann des Spiels erhielt, "aber so, wie das Spiel gelaufen ist, mit mehr Ballbesitz für Neapel, geht das Remis in Ordnung."
Die weiße Weste beim überlegenen italienischen Meister bedeutete aber ohne Zweifel ein mentales Erfolgserlebnis. Um den nächsten Schritt zu schaffen, braucht die Eintracht aber schleunigst einen positiven Lauf wie in der vergangenen Saison. Diese Konstanz fehlt bislang in dieser Spielzeit.
"Wir lernen immer noch, sind im Prozess", sagte Theate: "Wir haben nicht verloren, die weiße Weste ist gut fürs Herz, gut für die Verteidigung, das Team. Ich hoffe, daraus entwickeln wir eine Dynamik." Zuletzt hatte das nicht geklappt. Nach dem großen Pokalfight gegen Borussia Dortmund (2:4 im Elfmeterschießen) folgte am vergangenen Wochenende das ernüchternde 1:1 bei Abstiegskandidat 1. FC Heidenheim.
Am Sonntag (19:30 Uhr im Liveticker) bietet sich der SGE die nächste Chance auf dem Silbertablett. Dann kommt mit dem Conference-League-Teilnehmer FSV Mainz 05 der nächste angeschlagene Kellerklub nach Frankfurt - und Toppmöllers Eichhörnchen könnten die nächste Nuss knacken.
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(SID)
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Quelle: Perform


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