FC Bayern: Luis Díaz straft die letzten Kritiker Lügen - Kolumbianer stiftet gegen Paris Saint-Germain Chaos und glänzt

Der FC Bayern München darf trotz der spektakulären 4:5-Niederlage im Halbfinal-Hinspiel der UEFA Champions League gegen Paris Saint-Germain noch von seinem siebten Henkelpott träumen. Großen Anteil an diesem Umstand hat vor allem Luis Díaz, der mit seiner Darbietung am Dienstagabend auch den letzten Kritiker Lügen strafte. Einmal mehr lebte der Kolumbianer vom Chaos und der Angst seiner Gegner.

4:5 gegen PSG: Kompany leidet auf der Tribüne

Quelle: Perform

Es war einer jener Momente, in denen sich das Schicksal einer gesamten Saison entscheidet.
In der 68. Minute des Halbfinal-Hinspiels der Champions League am Dienstagabend gab Luis Díaz dem FC Bayern mit seinem Tor zum 4:5-Endstand die Hoffnung auf die erste Finalteilnahme seit 2019/20 zurück. Der erste Kontakt, die Körpertäuschung, der Abschluss: Vier Sekunden reichten ihm, um Träume neu zu entfachen und auch den letzten Kritiker Lügen zu strafen.
Vor ziemlich genau neun Monaten musste man nämlich nicht lange suchen, um Zweifler zu finden, die sich an der Verpflichtung von Díaz mit vollem Genuss abarbeiteten.
Heute ist der 29-Jährige ein Grundpfeiler der gefährlichsten Offensive im europäischen Spitzenfußball und zeichnete für ebenjenen Treffer verantwortlich, der den Bayern am Ende der Saison eben doch die an den FC Liverpool bezahlten 70 Millionen Euro wert sein könnten.

Luis Díaz: Vom Chancentod zum Europa-Schreck

Zur Wahrheit zählt aber auch: In den ersten Wochen seines Daseins hatte Díaz tatsächlich Anlaufschwierigkeiten.
Zwar stand der Neuankömmling Ende Oktober wettbewerbsübergreifend bereits bei acht Toren und fünf Vorlagen, trotzdem wurde ihm fehlende Kaltschnäuzigkeit vorgeworfen - und das nicht ohne Grund.
Sechs Großchancen vergab Díaz an den ersten acht Spieltagen der Bundesliga, schlechter schloss vor dem gegnerischen Tor kein anderer Spieler im Wettbewerb ab. In Champions League und DFB-Pokal waren je drei vergebene Großchancen zudem der "Höchstwert" beim FC Bayern.
Beim deutschen Rekordmeister bewahrte man jedoch die Ruhe. Der Tenor: Wenn es im Frühjahr in allen Wettbewerben in die heiße Phase geht - und um nichts anderes dreht es sich bei den Münchnern - muss Díaz da sein. Im Herbst ist schließlich noch kein Champions-League-Sieger vom Himmel gefallen. Diese Geduld sollte belohnt werden.
In den Wochen der Wahrheit, in denen dem FCB in der jüngeren Vergangenheit immer dieses lästige Quäntchen Glück gefehlt hatte, war Díaz zur Stelle. Allein in den vergangenen vier K.o.-Spielen der Königsklasse netzte der Offensivstar viermal und steuerte zwei Assists bei.
Doch diese Zahlen sind nur die Spitze des Eisbergs.

Díaz lebt von der Angst seiner Gegner

Seit Beginn der detaillierten Datenerfassung ist Díaz der erste Bayern-Spieler, der in einer einzigen Bundesliga-Saison mindestens 15 Tore und 15 Vorlagen erzielte - selbst einem Thomas Müller blieb dieser Meilenstein verwehrt. Insgesamt steht der kolumbianische Nationalspieler bei 47 Scorerpunkten in 46 Pflichtspielen, wobei er alle 79 Minuten auf eine Torbeteiligung kommt.
Darüber hinaus zeichnen "Lucho", so sein Spitzname, die explosive Geschwindigkeit und seine Hartnäckigkeit aus. So lässt er sich etwa nie leichtfertig fallen, sondern beißt sich an seinen Gegnern fest oder jagt auch dem ungenauesten Pass hinterher, um noch irgendwie eine Chance zu erzwingen.
Díaz ist ein steter Unruheherd, das Chaos sein Verbündeter - das war gegen PSG ebenfalls zu sehen.
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Luis Díaz schweißt den Ball halbhoch in das rechte Eck zum 4:5-Endstand im Halbfinal-Hinspiel gegen Paris Saint-Germain

Fotocredit: Getty Images

"Ich weiß, dass ich gefährlich bin, wenn ich den Ball am Fuß habe", erklärte er in einem Interview mit der UEFA seinen unvergleichlichen Biss auf dem Feld. "Ich liebe diese Momente, in denen ich Chaos beim Gegner verursache. Stürmer wie ich leben für diese Momente, in denen der Gegner Angst hat."
Mittlerweile stellt sich diese Ehrfurcht bereits vor dem Anpfiff beim Gegenüber ein.
Díaz' Treffer zum 4:5 gegen PSG markierte wettbewerbsübergreifend das 100. Tor von ihm (26) und seinen beiden Offensivkollegen Michael Olise (20) und Harry Kane (54). Somit stieg das Bayern-Trio zum ersten Dreiergespann des Jahrhunderts auf, das diese Marke erreicht und nicht für Real Madrid oder den FC Barcelona spielt.

FC Bayern: Díaz in der Form seines Lebens

Man geht nicht zu weit, wenn man Díaz aktuell die Form seines Lebens zuschreibt. Das weiß der kolumbianische Wirbelwind selbst.
"Auch in Liverpool lief es eigentlich sehr gut für mich", fasste er in einem Interview mit "Sky Sport" zusammen. "Aber ich denke, dass ich im Laufe der Zeit einfach noch viel mehr gewachsen bin als Fußballer. Es hilft dir einfach, wenn du reifer bist."
Die menschliche Komponente darf bei Díaz natürlich nicht außer Acht gelassen werden. Der Linksaußen gilt als emotionaler Gegenpol zum nonchalanten Olise, die Fans liegen dem passionierten Flügelzauberer zu Füßen. Und seine Identifikation mit dem Verein könnte in seiner ersten Saison kaum größer sein - das spiegelte sich auch im frenetischen Jubel seines Vaters nach dem dramatischen Weiterkommen gegen Real Madrid wider.
Zwei Wochen nach jenem denkwürdigen Abend gegen Los Blancos, an dem Díaz natürlich das entscheidende Tor für das Halbfinale erzielte, war es erneut "Lucho", der den Traum vom siebten Henkelpott am Leben erhielt.
Und eines ist gewiss: Im Rückspiel am 6. Mai (ab 21:00 Uhr im Liveticker) wird er wieder Chaos stiften und nicht nur auf seine Chance lauern - sondern sie sich erbeißen und erkämpfen.
An der Säbener Straße blickt man derweil genüsslich auf die scharfe Kritik am Königstransfer des vergangenen Sommers zurück. Wer zuletzt lacht, lacht bekanntlich am besten.
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Kimmich: "Früher wären wir weggebrochen"

Quelle: Perform


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